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Ein neuer Gasspeicher für Georgien

Meldung vom 27.08.2018 / KfW Entwicklungsbank

Vertragsunterzeichnung im Rahmen des Georgienbesuchs von Bundeskanzlerin Merkel

Olaf Zymelka und David Tvalabeishvili unterschreiben einen Darlehensvertrag
KfW-Abteilungsleiter Olaf Zymelka und David Tvalabeishvili, CEO der Georgian Oil and Gas Corporation, unterzeichnen in Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, und des georgischen Vize-Finanzministers Nikoloz Gagua einen Darlehensvertrag in Höhe von 150 Millionen Euro für einen Untergrund-Gasspeicher.

In Georgien entsteht mit Unterstützung aus Deutschland der erste unterirdische Gasspeicher des Landes. Während des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Georgien am 23. August 2018 hat die KfW – im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – dazu den Kreditvertrag für einen Förderkredit in Höhe von 150 Millionen Euro unterzeichnet. Der Projektpartner ist die staatliche Georgian Oil and Gas Corporation (GOGC). Der neue Speicher wird die Versorgungssicherheit des Landes deutlich erhöhen.

Georgien ist das einzige Land in der Schwarzmeerregion, das bisher keine Möglichkeit hat, Gas zu speichern. Da seine Gasversorgung ausschließlich auf Einfuhren aus den Nachbarländern beruht – 90 Prozent davon aus Aserbaidschan, 10 Prozent aus Russland –, stellt das bisherige System ein Versorgungsrisiko dar. Eventuell ausbleibende Lieferungen kann das Land derzeit nicht durch eigene Depots abfedern. Das wird sich mit dem neuen Gasspeicher ändern, dessen Bau auch Teil einer Anforderung an die georgische Regierung im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens ist.

Deckt rund 15 Prozent des jährlichen Verbrauchs ab

Das unterirdische Gaslager entsteht etwa 20 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Tiflis in einem erschöpften Ölfeld mit natürlicher Kaverne. Es wird eine Speicherkapazität von 400 Millionen Kubikmeter haben, was zwischen 10 und 15 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs in Georgien entspricht. Zum Vergleich: Deutschland verfügt über mehr als 50 Gasspeicher und kann damit knapp ein Drittel seines jährlichen Gasverbrauchs abdecken.

Die Investitionssumme beträgt zwischen 220 und 255 Millionen Euro und soll aus Darlehen der KfW,der Europäischen Investitionsbank (EIB) und Mitteln der GOGC selbst getragen werden. Da 80 Prozent der georgischen Haushalte an das Gasnetz angeschlossen sind, wird ein Großteil der Bevölkerung direkt von der Maßnahme profitieren.

Bessere Versorgung, mehr Investitionen

Das Vorhaben ergänzt das jahrzehntelange erfolgreiche Engagement der KfW im Auftrag der Bundesregierung im georgischen Energiesektor. Dazu zählen Finanzierungen für Übertragungsleitungen, mit denen neue Wasserkraftwerke an das Netz angeschlossen, und das georgische mit dem türkischen Stromnetz verbunden werden. Außerdem unterstützt sie Georgien dabei, eine Energiesektorreform durchzuführen, und öffentliche Gebäude energieeffizient zu renovieren.

Der neue Gasspeicher wird voraussichtlich Anfang 2021 in Betrieb gehen. Vor Beginn der Bauarbeiten wird GOGC darin unterstützt, durch Testbohrungen die geologische Sicherheit des Speichers zu garantieren und das optimale Design festzulegen. "Mit dem Bau des ersten unterirdischen Gasspeichers verbessert Georgien seine Energieversorgung erheblich und schafft durch die erhöhte Energiesicherheit die Voraussetzungen für Investitionen und Wirtschaftswachstum", kommentierte Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe, den Nutzen des Vorhabens.

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