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Der kaukasische Leopard lebt noch

Meldung vom 25.06.2018 / KfW Entwicklungsbank

Dazu trägt auch der Naturschutzfonds CNF bei, der jetzt sein 10. Jubiläum feiert

Nahaufnahme eines kaukasischen Leoparden

Der kaukasische Leopard ist eines der schönsten und seltensten Tiere Europas. Noch lebt er! Etwa 100 Tiere streifen bis heute durch den Kaukasus, aber die Art ist ernsthaft vom Aussterben bedroht. Als Lebensraum bevorzugt das majestätische Tier abgelegene Gebiete, von denen es auch im insgesamt dünn besiedelten Kaukasus ohne aktive Gegenmaßnahmen immer weniger geben würde. Umso wichtiger sind Schutzräume für sein Überleben.

Das gilt nicht nur für den Leoparden, sondern auch für das kaukasische Rotwild, den europäischen Bison, den Braunbären, das Kaukasus-Birkhuhn und viele andere Arten. Die Region gehört aufgrund ihrer besonderen biologischen Vielfalt zu den 35 wichtigsten "Biodiversitäts-Hotspots" der Welt. Umrahmt vom Kaspischen Meer zur einen und dem Schwarzen Meer zur anderen Seite, ist die Landenge ein biologischer Knotenpunkt von etwa der Größe Frankreichs, wo viele Pflanzen- und Tierarten aus Europa, Zentralasien, dem Nahen Osten und Nordafrika aufeinandertreffen. Allein 6.400 Gefäßpflanzen wie Mose oder Farne wachsen hier. Der Kaukasus hat eine der höchsten Raten endemischer Arten in der gemäßigten Zone.

Der "Caucasus Nature Fund" als Mittel für nachhaltigen Artenschutz

Doch diese natürliche Vielfalt ist durch den Menschen bedroht, weil Wälder abgeholzt, große Straßen und Brücken gebaut oder landwirtschaftliche Aktivitäten entfaltet werden. Dieses einzigartige Naturerbe zu bewahren, ist ein Schwerpunkt der Finanziellen Zusammenarbeit mit den drei Kaukasus-Staaten Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Seit über 20 Jahren unterstützt die KfW die Einrichtung von Naturschutzgebieten im Südkaukasus, in enger Partnerschaft mit dem WWF.

Um langfristig sicherzustellen, dass die Schutzgebiete auch effektiv gemanagt werden und die laufenden Betriebskosten trotz mangelnder Haushaltszuweisungen aus den nationalen Budgets bereitstehen, hat die KfW vor zehn Jahren – Anfang Juni 2007 – im Auftrag der Bundesregierung den "Caucasus Nature Fund" (CNF) ins Leben gerufen. Mit seiner Hilfe sind die Betriebskosten gesichert, werden Ausrüstungsgüter beschafft und eine angemessene Bezahlung der Parkranger ermöglicht. Dadurch sind die Schutzgebiete effizient betrieben, Fauna und Flora wirksam geschützt, so dass sich Bestände erholen können, die biologische Vielfalt langfristig bewahrt wird.

Seit der Gründung hat der CNF seine Fördertätigkeit stetig ausgebaut: Rund 1 Millionen EUR steuert er heute jährlich für ein besseres Management von derzeit 16 Schutzgebieten in den drei Ländern bei. Damit sind mehr als 550.000 Hektar Fläche abgedeckt. Neben einer effizienteren Verwaltung der Parks geht es auch um Schulungen für Mitarbeiter, um die Anschaffung von dringend benötigten Geräten und Löschwägen, um effektive Monitoringsysteme für bedrohte Arten und das Fördern von Öko-Tourismus.

Die Bundesregierung hat über die KfW sowohl die Gründung als auch die Entwicklung des CNF aktiv unterstützt und dafür in den vergangenen zehn Jahren insgesamt mehr als 32 Millionen EUR aufgewendet. Erst im vergangenen November kamen noch einmal 3,5 Millionen EUR hinzu. Der Exekutiv-Direktor des Fonds, Geof Giacomini, wertete diesen jüngsten Beitrag als Zeichen für die "fortgesetzte Unterstützung Deutschlands für den Naturschutz" im Kaukasus.

Noch mehr Schutzgebiete, noch mehr Fläche

Der CNF hat die Rechtsform einer Stiftung und besteht aus einem Verbrauchsfonds und einem Kapitalfonds. Letzterer sichert den CNF dauerhaft finanziell ab, denn hier werden nur die Zinserträge verwendet, der Kapitalstock selbst bleibt erhalten. Auf diese Weise kann er nachhaltig arbeiten und auch in den nächsten zehn Jahren den Schutzgebieten der Region dabei helfen, ihrem Ziel – Erhalt der einzigartigen biologischen Vielfalt – wirkungsvoll nachzukommen.

Seine Tätigkeit wird der CNF noch weiter ausbauen: Bis zum Jahr 2020 soll er 20 von 30 Schutzgebieten in der Region fördern, dadurch eine Million Hektar Land sichern – und mit ihm unzählige Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben bewahren, darunter auch das kaukasische Birkhuhn und den kaukasischen Leoparden. "In den letzten zehn Jahren hat sich der Fonds als wichtig und wirkungsvoll für langfristig effektiven Schutz erwiesen", sagt Olaf Zymelka, Abteilungsleiter in der KfW Entwicklungsbank, "das soll auch künftig so bleiben. Dafür setzen wir uns ein."

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