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Gesundheitsversorgung für syrische Flüchtlinge in der Türkei

Meldung vom 20.06.2018 / KfW Entwicklungsbank

KfW finanziert Weiterbildung von Ärzten und Pflegekräften aus Syrien

Wesam ist eine von 350 Pflegehelferinnen, die die Weltgesundheitsorganisation WHO ausbildet
Wesam macht Hausbesuche bei behinderten und bettlägerigen syrischen Flüchtlingen in der Türkei, um sie in Gesundheitsfragen zu beraten.

"In Syrien konnte uns niemand helfen", erinnert sich Wesam. Ihre Tochter starb unter den Trümmern eines Hauses, das durch Bomben getroffen wurde. Mit ihrem Mann und ihren verbliebenen vier Kindern flüchtete Wesam vor einem Jahr aus Deir ez-Zor im Osten Syriens in die Türkei. Seither schlägt sich die Familie mit Aushilfsjobs durch. Wesams Mann ist Ingenieur, findet aber keine Arbeit in seinem Beruf. Nun wird Wesam für ein regelmäßiges Einkommen sorgen: Sie ist eine von 350 Pflegehelferinnen, die die Weltgesundheitsorganisation WHO ausbildet. Diese Qualifizierung finanziert die KfW im Auftrag der deutschen Regierung mit 21,2 Millionen Euro. Neben dem Weiterbildungsprogramm finanziert die KfW damit auch den Betrieb von sieben Gesundheitszentren für Flüchtlinge.

Das Programm bildet außerdem 800 syrische Ärzte und Krankenpflegekräfte weiter, darunter viele Frauen. Sie lernen etwa, welche Medikamente in der Türkei verschrieben und wie Überweisungen veranlasst werden. Wesam und die anderen Pflegehelferinnen werden ältere und behinderte Flüchtlinge zuhause besuchen und beraten. "Viele Leute versuchten meiner verschütteten Tochter zu helfen, konnten aber nichts ausrichten. Nun möchte ich mich für andere einsetzen", sagt die Syrerin.

Die Türkei hat 3,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, und beherbergt damit derzeit weltweit die größte Zahl an Flüchtlingen überhaupt. Viele der Flüchtlinge sind traumatisiert und benötigen ärztliche Hilfe. Krankenhäuser und Gesundheitsstationen sind daher überlastet. Die Weiterbildung setzt hier an: Basierend auf ihrer Ausbildung können syrische Ärzte und Schwestern schnell einspringen, sie benötigen nur Zusatzkenntnisse für die türkischen Gegebenheiten. Helferinnen wie Wesam übernehmen ergänzend Hausbesuche, etwa um auf die richtige Einnahme von Medikamenten zu achten. "Die türkische Regierung und die Menschen hier haben uns großzügig geholfen", sagt Wesam anerkennend. "Doch bisher hatten wir Schwierigkeiten, Arbeit zu finden. Dieser Job ist daher sehr wichtig für mich."

Die syrischen Ärzte und Krankenpfleger sowie Helferinnen wie Wesam werden offiziell im türkischen Gesundheitswesen beschäftigt, um dieses zu entlasten. Sie erzielen damit ein regelmäßiges Einkommen. Die Qualifizierung syrischer Ärzte und Krankenpflegekräfte sowie deren anschließende Beschäftigung werden auch von der EU gefördert. Durch die Mittel der deutschen Bundesregierung werden weitere Ausbildungsplätze geschaffen sowie komplementäre Maßnahmen, wie die Ausbildung und Beschäftigung der Pflegehelferinnen, ermöglicht.

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