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Ob Mannheim oder Kochi – Städte brauchen Geld

Meldung vom 20.02.2018 / KfW Entwicklungsbank

Bei einem KfW-Event in Kuala Lumpur drehte sich alles um Kommunalfinanzierung

Kirsten Offermanns, KfW, Soumini Jain, Bürgermeisterin von Kochi/Indien und Dr. Peter Kurz, OB der Stadt Mannheim diskutierten über Finanzierungsmöglichkeiten von Städten im globalen Süden.
Kirsten Offermanns, KfW, Soumini Jain, Bürgermeisterin von Kochi/Indien und Dr. Peter Kurz, OB der Stadt Mannheim diskutierten über Finanzierungsmöglichkeiten von Städten im globalen Süden.

Städte brauchen mehr Geld – das war die Quintessenz der Diskussion auf einem KfW-Event mit dem Titel "Municipal finance in Germany – lessons learnt for developing countries" im deutschen Pavillon auf dem World Urban Forum in Kuala Lumpur. Aber nicht nur Finanzierung alleine ist wichtig, Geld muss auch gut verwaltet und den Bedürfnissen der Bewohner entsprechend ausgegeben werden. Das ist wichtig, weil immer mehr Menschen in Städten leben. Heute ist es schon die Hälfte der Menschheit, bis zur Mitte des Jahrhunderts werden es rund drei Viertel der Weltbevölkerung sein. Sie alle mit dem zu versorgen, was sie für ein menschenwürdiges Leben brauchen, darin liegt die große künftige Aufgabe der Städte.

Entsprechend stand das neunte World Urban Forum der Vereinten Nationen, das vom 7. bis 13. Februar in Malaysia stattfand, dieses Jahr unter dem Motto "Cities 2030, Cities for All: Implementing the New Urban Agenda". Mehr als 25.000 Teilnehmer suchten nach Lösungen, um die Städte der Zukunft lebenswert, nachhaltig und widerstandsfähig zu gestalten. Die KfW hat hierbei eine besondere Rolle, da sie Städte sowohl im Inland als auch in Entwicklungs- und Schwellenländern fördert. Dies spiegelte sich auch in der KfW-Veranstaltung wider, die einen großen Bogen von Deutschland nach Indien schlug.

Franz-Birger Marré, BMZ-Referatsleiter, betont die Bedeutung von Kommunalfinanzierung
Franz-Birger Marré, BMZ-Referatsleiter, betont die Bedeutung von Kommunalfinanzierung.

Nationalstaaten müssen die Voraussetzungen schaffen

Wie die Städte zu mehr Geld kommen könnten, darum drehte sich unter anderem die Diskussion bei der KfW. BMZ-Referatsleiter Franz-Birger Marré vertrat in seiner Eröffnungsrede die Ansicht, dass die Städte selbst eine große Verantwortung für ihre Entwicklung trügen, dass zugleich aber Unterstützung durch Finanziers wie der KfW Entwicklungsbank und auch der nationalen Regierungen unerlässlich seien. Ergänzend dazu betonte der Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz, es müssten auf nationaler Ebene die administrativen Voraussetzungen geschaffen werden, "damit Städte tatsächlich in der Lage sind, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen." Das heißt zum Beispiel, dass Städte ausreichend Autonomie benötigen, um an Finanzierungen zu gelangen und die Gelder selbstständig ausgeben zu können.

Seine Amtskollegin aus der südindischen Stadt Kochi, Soumini Jain, vertrat die Ansicht: "Jede Stadt ist anders und benötigt maßgeschneiderte Finanzierungsansätze." Denn Städte variieren stark in ihrer Wirtschaftskraft, ihrer sozialen und politischen Verfasstheit sowie in ihrer geographischen Lage. In dem Zusammenhang lobte Jain ausdrücklich die KfW-Finanzierung von Wassertaxis in Kochi als passgenaue Lösung für eine Stadt, die sich über mehrere Inseln erstreckt. Es brauche noch mehr solcher Ansätze.

Dem Austausch auf dem Podium schloss sich eine rege Diskussion mit dem Publikum an, die vor allem zwei Dinge zeigte: Städte wünschen sich mehr administrative und wirtschaftliche Autonomie, um dringend notwendige Projekte besser und schneller umsetzen zu können. Und: Städte brauchen ausreichend finanzielle Mittel – und zwar aus verschiedenen Quellen -, um ihren wichtigen Aufgaben gerecht zu werden. Die Städte Mannheim und Kochi haben dazu die ersten Schritte gemacht, die KfW wird sie und viele andere Städte, wie deren Vertreter in Kuala Lumpur bekräftigten, weiter auf diesem Weg begleiten.

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