Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Meldung vom 01.03.2017 / KfW Entwicklungsbank

Zugang zu Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen erleichtern

G20-Workshop betonte die Bedeutung geeigneter Finanzierung von Mittelstandsbetrieben für mehr Beschäftigung und stabiles Wachstum

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft trafen sich über 160 Vertreter von Zentral- und Entwicklungsbanken sowie der Politik aus allen G20-Staaten Ende Februar in den Räumen der KfW Frankfurt zu einem Workshop zu Fragen der Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Zusammen mit den Bundesministerien der Finanzen (BMF) und wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie dem SME Finance Forum hat die KfW als deutsche Förderbank und Gastgeber den Workshop organisiert.

Zusammen mit IDFC (International Development Finance Club) richtete die KfW das Panel der Entwicklungsbanken aus.

"Die Widerstandsfähigkeit einer Volkswirtschaft hängt von ihren Unternehmen ab", eröffnete KfW-Vorstand Dr. Ingrid Hengster die hochrangig besetzte Veranstaltung und wies auf die Herausforderungen eines Finanzierungsumfelds hin, das Unternehmen unterschiedlichster Größen und Bedürfnisse bedienen soll: "Die langjährige Erfahrung der KfW in der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen verschafft uns eine herausragende Position, internationale Partner zu unterstützen."

Zu den erklärten Zielen der deutschen G20-Präsidentschaft im laufenden Jahr gehört die Förderung von privaten Investitionen und Beschäftigung, vor allem in Afrika. Der G20-Aktionsplan für KMU konzentriert sich auf die Verbesserung des Zugangs zu Krediten für KMU, die den Markteintritt und das Wachstum der Unternehmen erleichtern sollen.

Repräsentanten aus fast allen G20-Ländern, regionalen und nationalen Entwicklungsbanken, internationalen Organisationen und Netzwerken (Long-Term Investors Club LTIC und IDFC) sowie Vertreter der Privatwirtschaft diskutierten in vier interaktiven Diskussionsrunden Möglichkeiten der besseren Einbindung von KMUs in globale Wertschöpfungsketten durch ein geeignetes Finanzierungsangebot, den Beitrag innovativer Finanztechnologie, und die Rolle, die Entwicklungsbanken und Politik dabei spielen.

In einem hochrangig besetzten Panel, das auch für die Presse geöffnet war, diskutierten Frau Dr. Hengster, die parlamentarischen Staatssekretäre Jens Spahn (BMF) und Thomas Silberhorn (BMZ) mit vier Fintechs aus unterschiedlichen Ländern über die Bedeutung von innovativen Finanzierungsmodellen für mittelständische Unternehmen. Insbesondere die Vorteile einer Kooperation zwischen Fintechs und etablierten Banken wurden von den Panelisten gesehen. Frau Hengster verwies außerdem auf das breite Spektrum des KfW Förderangebotes im Bereich der Mittelstandsfinanzierung, das von allgemeiner Unternehmensfinanzierung bis hin zu Venture Capital für technologieorientierte Start-ups reicht.

Diskussionsrunde mit Staatssekretär Herr Spahn des BMF, Staatssekretär Herr Silberhorn des BMZ, Frau Dr. Hengster des KfW-Vorstands mit Vertretern international agierenden Fintechs.

Vertreter von IFC, Puma, SAP und dem Impact Investor ResponsAbility diskutierten mit DEG-Geschäftsführer Bruno Wenn auf dem Panel "Fostering SME Finance in Sustainable Global Value Chains" die Frage, wie SME gezielt Zugang zu internationalen nachhaltigen Wertschöpfungsketten bekommen können. Herr Wenn machte am Beispiel der DEG-Kunden BAC San José, Banco Promerica, Metier Capital Growth Fund sowie dem DEG-Upscaling-Kunden Meru Greens deutlich, dass dafür ein auf jedes Unternehmen individuell zugeschnittenes Finanzierungs- und Beratungsangebot erforderlich sei. Nur so könne ein langfristiger Erfolg bei Wachstum und Entwicklung erzielt werden.

Die Erfahrung der KfW Entwicklungsbank in der Förderung und Finanzierung von KMUs in Afrika floss durch den Beitrag von KfW-Abteilungsleiter Südliches Afrika und regionale Fonds Dr. Thomas Duve in das Panel der Entwicklungsbanken des IDFCs ein. "In einer Region mit noch schwach ausgeprägten Bankstrukturen und wenig Wissen über KMU-Finanzierung bedarf es Pionieren, die vorzeigen was möglich ist", sagte Dr. Thomas Duve. Er präsentierte erfolgreiche Programm-Ansätze für spezialisierte strukturierter Investmentfunds, die zugleich Wissen aufbauen und die Beteiligung des Privatsektors fördern. Weitere Beispiele der KMU-Finanzierung lieferten in dieser Diskussionsrunde "Best and Avoidable Practices of Enabling SME Access to Finance: The Role of Development Banks" Vertreter der indischen Förderbank SIDBI, der zentralamerikanischen CABEI und der französischen Entwicklungsbank AFD.

Die Teilnehmer des Workshops stimmten darin überein, dass der Marktzugang für KMUs vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung und innovative Finanztechnologien, einer Stärkung regulatorischer Rahmenbedingungen und den stärkeren Einbezug von privatem Kapital verbessert werden könnte. Sie erarbeiteten unter anderem Empfehlungen für die Rolle der Entwicklungsbanken in diesem Prozess, wie z.B. die teilweise Übernahme von Risiken, die Förderung einer höheren Diversifizierung von Finanzprodukten und deren Kombination mit Beratungsdienstleistungen für lokale Finanzinstitutionen.

Das Ziel, KMU den Zugang zu Finanzierung zu erleichtern ist eng mit den drei Prioritäten der deutschen G20-Präsidentschaft verknüpft, die Stabilität von Volkswirtschaften zu erhöhen, Digitalisierung zu gestalten und Investitionen vor allem in Afrika zu unterstützen.

Weiterführende Informationen:

KMU-Finanzierung: Erfolgreicher Grundpfeiler der FZ (PDF, 875 KB, nicht barrierefrei)

G20 Paneldiskussion zu Lernerfahrungen der Entwicklungsbanken und deren Rolle in der langfristigen KMU-Finanzierung mit Vertretern der lokal agierenden zentralamerikanischen CABEI, der indischen SIBDI sowie der französischen AFD und der deutschen Entwicklungsbank KfW.