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Energie aus der Erde

Meldung vom 20.01.2017 / KfW Entwicklungsbank, Nachhaltigkeit

KfW lanciert erste internationale Klimainitiative für Geothermie in Lateinamerika

Die KfW hat Ende Dezember 2016 einen Fonds zur Absicherung der Risiken bei der Erkundung von Geothermie gegründet. Dieser Fonds ist das Herzstück der Geothermal Development Facility (GDF) für Lateinamerika, die die KfW im Auftrag der Bundesregierung und der EU gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer internationaler Geber und Financiers lanciert hat. Bereits in diesem Jahr könnten erste Probebohrungen erfolgen, deren Kosten über den Fonds abgefedert werden.

Geothermie ist eine erneuerbare Energiequelle, die sich durch besonders günstige Erzeugungskosten und niedrige Emissionswerte auszeichnet. Ein weiterer Vorteil: Anders als Strom aus Sonnen- oder Windenergie steht Erdwärme rund um die Uhr zur Verfügung. Doch die Suche nach geeigneten Standorten ist teuer. Abhängig von der Beschaffenheit des Untergrunds kostet bereits eine Probebohrung bis zu 7 Millionen Euro. Dabei werden Bohrungen bis in drei Kilometer Tiefe gesetzt. Einen Teil solcher Entwicklungskosten sichert der im Dezember gegründete Fonds in Lateinamerika in Zukunft ab. Bis zu 40 Prozent werden übernommen, die im Erfolgsfall zurückzuzahlen sind. Zusätzlich bieten die beteiligten Financiers im Rahmen der Geothermal Development Facility Kredite zur weiteren Finanzierung der Kraftwerksinvestitionen an. Dies soll die Umsetzung der Projekte beschleunigen, die über den Risikoabsicherungsfonds angestoßen wurden. Angesichts des hohen Interesses der in Lateinamerika aktiven Projektentwickler geht die KfW davon aus, dass erste Zuschussverträge bereits Mitte 2017 unterzeichnet werden. Die ersten Bohrungen werden bereits im 2. Halbjahr 2017 erwartet.

Der Fonds ist mit 50 Mio. EUR in Form von Risikoabsicherungsinstrumenten und über 700 Mio. EUR für Kreditlinien ausgestattet. Damit werden die Vorbereitung und der Bau von Geothermie-Kraftwerken in zehn lateinamerikanischen Ländern finanziert.

Einsparungen von 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid

"Wir rechnen damit, über den GDF-Risikoabsicherungsfonds etwa zehn bis 15 Geothermie-Projekte mit einer Gesamtkapazität von mindestens 350 Megawatt und einem Gesamtinvestitionsvolumen von deutlich über einer Milliarde EUR in die Umsetzung zu bringen“, sagt KfW-Projektmanager Jens Wirth. „Angesichts der regulatorischen Rahmenbedingungen in den meisten lateinamerikanischen Ländern dürfte der Großteil der Investitionen von privater Seite zur Verfügung gestellt werden."

Ohne die internationale Förderung würde kaum in Geothermie investiert, denn die hohen Kosten für die Standortsuche und die hierbei bestehenden Risiken schrecken Investoren ab. Der Bau eines Geothermie-Kraftwerks kostet um die drei bis vier Mio. EUR pro Megawatt – ein Kraftwerk mit 50 Megawatt Leistung erfordert also Investitionen von bis zu 200 Mio. Euro.

Die GDF bündelt internationale Ressourcen in einem innovativen Gesamtkonzept: Neben der Europäischen Union sind auch die Weltbank, die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank (IDB), die Lateinamerikanische Entwicklungsbank (CAF), die Zentralamerikanische Bank für Wirtschaftliche Integration (BCIE), die Europäische Investitionsbank (EIB), die Agence Française de Développement (AFD) und die Japan International Cooperation Agency (JICA) beteiligt – insgesamt mehr als ein Dutzend Financiers.

Mit der Geothermal Development Facility baut die KfW Entwicklungsbank ihr erfolgreiches Engagement zur weltweiten Förderung von klimafreundlichen Geothermie-Projekten weiter aus. So ist die GDF eine Weiterentwicklung des von der KfW Entwicklungsbank im Auftrag des BMZ, der EU und des britischen DfID bereits seit 2012 über die Afrikanische Union (AU) umgesetzten Risikoabsicherungsfonds für Geothermie-Projekte in Ostafrika. Bilaterale Projekte gibt es zudem mit Chile, Indonesien und Kenia.

Weiterführende Informationen:

Webseite GDF

Youtube Video Launch GDF @ COP20 in Lima, Peru im Dezember 2014

Geothermieanlage
Viel Technik ist gefragt: Bohrgeräte, Generatoren, aber auch Unterkünfte für Arbeiter gehören zur Ausstattung einer Probebohrung.

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