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Meldung vom 20.06.2016 / KfW Entwicklungsbank

Fruchtbare Böden erhalten

KfW unterstützt Programm gegen Wüstenbildung in Indien

Mangos, Hirse, Maulbeeren, Bohnen, Soja und Tomaten gedeihen im südindischen Bundesstaat Karnataka. Doch der Anbau wird immer schwieriger, denn mit dem Klimawandel nehmen Dürreperioden zu. Der größte Teil der Landwirte hat keinen Zugang zu Bewässerung und ist auf Regen angewiesen – eine unzuverlässige Quelle. Durch das Monsunklima gibt es Regenfälle nur in drei bis vier Monaten pro Jahr. Die Böden vertrocknen immer mehr. Die KfW unterstützt durch ein Klima-Programm Kleinbauern in fünf indischen Bundesstaaten dabei, fruchtbare Böden zu erhalten und bereits stark zerstörte Böden zu rehabilitieren. Am Tag gegen Wüstenbildung, dem 17. Juni, erinnert die UN an die Gefahren durch Erosion, Bodenverarmung und Dürren.

Wüstenbildung bedeutet nicht nur die Ausbreitung bereits bestehender Wüsten, sondern auch die Verödung von Land in wasserarmen, halbtrockenen und trockenen Gebieten. Mehr als 250 Millionen Menschen weltweit sind direkt von Wüstenbildung betroffen und ein Drittel der Erdoberfläche ist von Verödung bedroht. Allein in Indien sind 65 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche betroffen. Große Teile der indischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Die Menschen sind auf gesunde Böden angewiesen, die genügend Humus und Struktur besitzen, damit so viel Wasser wie möglich im Boden gehalten wird und ausreichend Nährstoffe für das Pflanzenwachstum zur Verfügung stehen. Durch Übernutzung und falsche landwirtschaftliche Praktiken sind riesige Gebiete von Wüstenbildung bedroht.

Die KfW fördert im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weltweit Boden und Wasserschutz mit ca. 100 Mio EUR. In die fünf indischen Bundesstaaten fließen zusätzlich 10 Mio. EUR. Die Mittel stammen aus der BMZ-Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger" und werden von der indischen Landwirtschaftsbank National Bank for Agriculture and Rural Development (NABARD) umgesetzt.

In Andhra Pradesh, Chattisgarh, Karnataka, Odisha, und Telangana unterstützt die KfW auf diesem Weg den Anbau von Dauerkulturen, die in steilen Lagen den Boden vor Erosion schützen. Sie fördert das Mulchen von Böden mit Ernteabfällen, wechselnde Fruchtfolgen und eine verbesserte Düngung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verfügt über 25 Jahre Erfahrung mit solchen Methoden, die fruchtbare Böden und einen funktionierenden Wasserhaushalt erhalten helfen. "Erosionsschutz und bodenschonende Anbaumethoden werden bereits in vielen Ländern Asiens und Afrikas erfolgreich eingeführt und umgesetzt", erklärt KfW-Experte Jürgen Fechter. "Aber wir können unsere Erfahrung und Kompetenz noch stärker einbringen, damit mehr geschieht."

Im Programmgebiet werden geschätzt bis zu 36.000 Haushalte profitieren. Es wird erwartet, dass sie ihre Erträge um rund 20 Prozent steigern können. Das bedeutet etwa, dass ein Bauer zwei Tonnen Mangos mehr im Jahr erntet. Insgesamt werden 40.000 Hektar Boden gesichert und in Zukunft schonend bearbeitet.

Mit weiteren 20 Mio. EUR aus der Sonderinitiative eine Welt ohne Hunger finanziert die KfW vergleichbare Programme in Äthiopien und Burkina Faso.

Zwei Frauen bei der Arbeit auf einem Baumwollfeld
Zunehmende Dürreperioden gefährden Ernten in Indien.

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