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Lehrerinnen an Berufsschulen dienen als Vorbilder

Meldung vom 08.03.2016 / KfW Entwicklungsbank

In Äthiopien fördert die KfW die berufliche Bildung junger Frauen

Kinder bekommen und auf dem Feld arbeiten – das sind die Perspektiven der meisten jungen Frauen im ostafrikanischen Äthiopien. "Vor allem auf dem Land kennen die Frauen kaum einen anderen Lebensweg", erklärt KfW-Projektmanager Peter Maats, der in Addis Abeba das Vorhaben "Berufsbildung und landwirtschaftliche Ausbildung" begleitet. Das mit insgesamt 30 Millionen Euro finanzierte Programm schließt auch die Förderung junger Berufsschullehrerinnen ein. Bildung ist ein Schlüssel zur Geschlechtergerechtigkeit, an die der Weltfrauentag am 8. März erinnert.

"Wenn mehr Frauen als Lehrkräfte an den Berufsschulen tätig sind, trauen sich auch mehr junge Mädchen eine Ausbildung zu", hofft Maats. Noch immer rangiert eine berufliche Ausbildung in Äthiopien im Ansehen weit hinter einem Studium. Dabei können nur Absolventen mit besonders guten Schulnoten einen Studienplatz ergattern. Derzeit drängt eine ganze Generation auf den Arbeitsmarkt. Etwa die Hälfte der Äthiopier ist 18 Jahre oder jünger. "Es ist wichtig, ihnen Perspektiven zu bieten", betont Maats. Die äthiopische Regierung setzt bereits seit vielen Jahren auf eine Förderung der Bildung. Zu ihren Zielen gehört unter anderem, dass ein Drittel der Lehrkräfte an den Berufsschulen weiblich sind, bisher lehren dort nur zehn Prozent Frauen. Auch an den landwirtschaftlichen Berufsschulen soll der Anteil der Schülerinnen von derzeit 12 auf 30 Prozent bis zum Jahr 2019 steigen.

Schneiderei, Mode und Schuhherstellung auf internationalem Niveau

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die KfW Äthiopien bei der Erreichung dieser Ziele. Gefördert werden insgesamt 60 Berufsschulen, und zwar durch den Bau von Internaten mit eigenen Schlafräumen für Frauen, den Ausbau von Wohnheimen, die Einrichtung von Aufenthaltsräumen für Frauen und Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie Gesundheitsstationen. Frauen in Äthiopien sind häufig schon jung verheiratet und haben bereits Kinder, wenn sie eine Berufsausbildung beginnen.

Ein weiterer Teil der Finanzierung des äthiopischen Programms besteht darin, die sanitären Anlagen der Berufsschulen auszubauen. Bisher sind die Damentoiletten häufig nicht gut genug von den Herrentoiletten abgeschirmt oder nicht abschließbar. Auch ein Grund, warum Frauen in der Berufsschule nicht zur Toilette gehen oder an manchen Tagen ganz fehlen. Der Ausbau der Sanitärgebäude ist deshalb Teil der Agenda.

Neben Berufen im medizinischen Bereich stehen Frauen Berufswege als Näherin, Modedesignerin oder in der Leder- und Schuhherstellung offen. "Taschen, Kleidung und Schuhe aus Äthiopien sind international gefragt", betont Peter Maats. Aber auch die Ausbildung von Schweißerinnen, Kfz-Mechanikerinnen und Mechatronikerinnen wird unterstützt.

Das Berufsbildungsprogramm in Äthiopien ist nur eines von vielen, bei denen die KfW die Geschlechtergerechtigkeit in den Partnerländern fördert. Insgesamt unterstützt die KfW Entwicklungsbank allein in Afrika und im Nahen Osten mit mehr als 155 Mio. EUR Vorhaben der Partnerländer, die Frauen bessere Lebensbedingungen sichern.

Junge Frauen an einer Nähmaschine
Die Ausbildung zur Näherin eröffnet Frauen in Äthiopien neue Perspektiven

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