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Von der Hütte zum Haus mit Wasser und Strom

Meldung vom 08.12.2015 / KfW Entwicklungsbank

Programm in El Salvador hilft Tausenden Familien in Slum-Gebieten

Die Näherin Lidia Vasquez lebt mit ihrer Enkelin Miriam im Stadtteil "24 de Julio" am Rande von San Salvador. Ihre Wohnung war zunächst nur eine provisorische Blechhütte - das sprichwörtliche Dach über dem Kopf. Jetzt ist daraus ein richtiges, kleines Haus geworden. Zwar bestehen die Wände noch immer zum Teil aus Wellblech, aber es verfügt über einen Wasser- und Stromanschluss, einen Eingang mit Treppenabsatz und betonierten Wegen. Lidia Vasquez profitiert wie Tausende andere Familien von einem Programm, mit dem die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Sanierung von Slums im Großraum San Salvador, der Hauptstadt El Salvadors, unterstützt hat.

In den Häusern, die saniert worden sind, gibt es jetzt Wasser- und Stromanschlüsse. Das bringt mehr Lebensqualität in die Slums und erleichtert den Menschen die tägliche Arbeit.
Lidia Vasquez freut sich über ihr saniertes Haus.

Lidia Vasquez erreichte die Stadt in den Wirren des Bürgerkrieges, der das Land über viele Jahre erschütterte. Sie ließ sich irgendwo am Stadtrand nieder. Wie sie kamen damals viele Migranten aus allen möglichen Teilen des Landes nach San Salvador. Bald entstand dort eine Hüttensiedlung mit wenigen Wasserstellen und unbefestigten Wegen. Strom wurde meist illegal aus den Leitungen gezapft. Bei Regen verwandelten sich die Pfade zwischen den Hütten in schmierige Pisten. Und es regnet oft in San Salvador, häufig ist es heftiger Starkregen.

Jedes Haus hat heute Toiletten statt Latrinen

Mit dem Programm, das die KfW zusammen mit der Nichtregierungsorganisation FUNDASAL – Fundación Salvadoreña de Desarrollo y Vivienda Mínima – seit 1986 durchführt und mit insgesamt rund 53 Mio. EUR gefördert hat, änderte sich auch das Leben von Lidia Vasquez. Zuerst kamen eine geregelte Wasserver- und Abwasserentsorgung, es folgten Stromanschlüsse. Das brachte schon viel zusätzliche Lebensqualität mit sich. Dann wurden die Wege gepflastert, Treppen gebaut und zum Schluss sogar noch ein Gemeindehaus errichtet. "Es ist kein Vergleich zu dem, wie es war, als wir hier ankamen", erzählt sie. Heute habe zum Beispiel jeder Toiletten statt Latrinen.

Auch Carlos López freut sich über die Veränderungen in seinem Stadtteil "10 de Octubre". Auch er lebt in einer der vielen Armensiedlungen am Rande San Salvadors. "Früher gab es nur Zapfstellen und keine Kanalisation", berichtet er. Heute ist alles anders. Mit Hilfe von FUNDASAL gibt es Strom, Wasser und Stützwände, um Hänge abzusichern, die bei Regen immer wieder weggebrochen waren. Eine Fläche, die besonders verschmutzt war, hat sich sogar in einen Park mit Spielplatz verwandelt. Dort können Familien mit Kindern am Wochenende Zeit verbringen. In den Schulferien haben die Kinder einen Ort zum Spielen. "Es ist ein schöner Park, der den Zusammenhalt im Viertel stärkt", sagt Carlos López.

Beim Pflastern der Wege beteiligten sich die Anwohner aktiv.

Ähnlich wie er und Lidia Vasquez haben mittlerweile mehr als 90.000 Menschen von den Maßnahmen in und um San Salvador profitiert. In gut 40 Stadtteilen, alle besonders arm, haben sich die Lebensverhältnisse dank des von der KfW geförderten Programmes spürbar verbessert. Auch neue soziale Einrichtungen wie Gemeindezentren, Sport- und Spielplätze oder Grün- und Freiflächen wurden geschaffen. Dabei wurden die Anwohner bei der Sanierung einbezogen. Sie haben zusammen gearbeitet und mitgeholfen, ihr „barrio“ schöner und lebenswerter zu machen. Dadurch wurde auch die dort sonst alltägliche Gewalt eingedämmt.

Geregelte Eigentumsverhältnisse

Schließlich zählte zum Programm auch der Plan, den meist illegalen Anwohnern ein legales Wohn- und Besitzrecht zu verschaffen. Dieser sehr aufwändige Prozess ist für fast 90 % der Familien in den Projektgebieten inzwischen realisiert, die verbleibenden sollen folgen. "Das ist angesichts komplizierter Rechtsfragen, die zu lösen sind, ein sehr gutes Ergebnis", sagt Projektmanager Werner Klinger, "am Ende sollen alle einen Eigentumstitel haben."

Lidia Vasquez freut sich über ihre schöne, neue Umgebung und darüber, dass die Leute im Viertel ihre Häuser und Bürgersteige tatsächlich reinigen, "die meisten jedenfalls". Sie selbst möchte, sobald sie eine Besitzurkunde hat, ihr Haus weiter renovieren, ein neues Dach anbringen und vielleicht eines Tages auch die Wellblechwände durch Steinwände ersetzen. "Ich möchte hier nicht mehr weg", sagt sie, "es ist jetzt schön und wir müssen erhalten, was durch die Anstrengung aller erreicht wurde."

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