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Schnelle Hilfe für die Dürre-Opfer

Meldung vom 22.01.2015 / KfW Entwicklungsbank

Eine neue Versicherung in Afrika gegen Trockenheit zeigt Wirkung

Eine neue Dürreversicherung in Afrika zeigt Wirkung: Schnell und unbürokratisch erhalten jetzt die versicherten Länder Senegal, Niger und Mauretanien insgesamt 25 Mio. USD (21 Mio. EUR), um von großer Trockenheit betroffene Menschen zu versorgen. In der Sahelzone hatte es 2014 nicht genug geregnet. Die Niederschläge waren teilweise um bis zu 50 % niedriger ausgefallen als in normalen Jahren: Die Bauern konnten nicht ausreichend ernten, es gibt zu wenig Nahrung und Viehfutter. Rund zwei Millionen Menschen sind dringend auf Hilfe angewiesen. "Diese Länder werden jetzt rasch finanziell unterstützt. Das zeigt, dass das Versicherungskonzept wirkt", sagt die KfW-Teamleiterin Monika Beck. Die KfW Entwicklungsbank war im vergangenen März maßgeblich an der Gründung und dem Aufbau der afrikanischen Versicherungsgesellschaft ARC ("Africa Risk Capacity Insurance Company" - ARC) beteiligt.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die KfW umgerechnet 50 Mio. USD Startkapital für die ARC beigetragen. Weitere 50 Mio. USD wurden von Großbritannien eingebracht. Die Rückversicherer haben 55 Mio. an Rückversicherungsschutz bereitgestellt. Rund 20 Mio. USD kamen aus den Prämien von zunächst fünf Staaten, die sich gegen Dürre versichern ließen.

Bevor eine Police abgeschlossen werden konnte, mussten die Regierungen nachweisen, wie sie die Gelder bei einer Dürre einsetzen wollen. Diese Notfallpläne wurden von unabhängigen Experten vor Vertragsabschluss geprüft. "In diesen Plänen ist festgelegt, wie das Geld eingesetzt wird", betont Monika Beck. Das kann direkte Nahrungsmittelhilfe für hungernde Menschen sein, aber auch widerstandsfähiges Saatgut oder das Bohren von Brunnen, um bei künftiger Trockenheit weiterhin Ernten zu ermöglichen.

Prüfer kontrollierte die richtige Verwendung der Gelder

Die drei Staaten, die Versicherungsschutz jetzt in Anspruch nehmen, hatten solche Notfallpläne vorgelegt. Satellitenaufnahmen haben nun bestätigt, dass die Regenmenge sehr niedrig war und die Ernten gering ausfallen werden. "Die Hilfspläne werden jetzt genau auf die betroffenen Regionen angepasst und präzisiert", erläutert die zuständige Projektmanagerin Susanne Feser. Durch die umfangreichen Vorbereitungen können die Programme schnell anlaufen, so dass die Hilfe innerhalb von maximal vier Monaten bei den Menschen ankommt. Bei internationalen Hilfsaktionen dauerte es in der Vergangenheit neun bis zwölf Monate bis die Hilfsgüter die Hungernden erreichten.

"Die Hilfsgelder sollen rasch umgesetzt, aber natürlich auch richtig verwendet werden", stellt Monika Beck klar. Deshalb kontrolliert ein Wirtschaftsprüfer der Versicherungsgesellschaft, wie das Geld eingesetzt wird, ob die Hilfe die notleidende Bevölkerung wirklich erreicht. "Geschieht das nicht, muss die jeweiligen Regierung das Geld zurückzahlen", so Beck. Wenn sie die Rückzahlung verweigert, werden andere mitversicherte Länder in Haftung genommen – ein hoher Druck zur richtigen Verwendung der Finanzmittel.

Die erste Auszahlung an versicherte Länder ist für Robert Piper, UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Sahel, "ein Meilenstein und eine finanzielle Innovation für Nothilfe im Sahel".

Zwei Männer arbeiten auf einem Feld
In Afrika leben viele Menschen von der Landwirtschaft: Wenn der Regen ausbleibt, geraten sie in Not.

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