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Meldung vom 09.06.2021 / KfW Entwicklungsbank

Erstes Solarthermiekraftwerk Lateinamerikas, gefördert von der Europäischen Union, der KfW und Corfo, geht ans Netz

Am 08. Juni wurde das erste Solarthermiekraftwerk Lateinamerikas, „Cerro Dominador“, offiziell eingeweiht.

Luftaufnahme des Solarthermiekraftwerkes
Das Solarthermiekraftwerk Cerro Dominador

An der Finanzierung des Projekts Cerro Dominador im Norden Chiles beteiligen sich die Europäische Union, die KfW Entwicklungsbank und die KfW IPEX-Bank mit insgesamt 113 Mio. EUR durch eine Kombination aus einem Zuschuss der Latin America Investment Facility (LAIF) der EU und einem Darlehen der KfW Entwicklungsbank, welches im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums bereitgestellt wird.

Das Projekt Cerro Dominador befindet sich an einem der sonnenertragreichsten Orte der Welt, der Atacama-Wüste, und besteht aus zwei Komponenten: Die gestern eingeweihte Solarthermieanlage mit einer installierten Kapazität von 110 MW wird gemeinsam mit einer bereits in Betrieb genommenen Photovoltaikanlage eine Gesamtkapazität von 210 Megawatt haben und grünen Strom in das chilenische Stromnetz einspeisen.

Die Solarthermieanlage nutzt anders als die Photovoltaik-Anlage direkt die Wärme der Sonne. Diese wird mittels 10.600 Spiegeln, sogenannten Heliostaten, mit einer Oberfläche von jeweils 140 m2 auf einen Wärmerezeptor auf einem 250 m hohen Turm reflektiert. Durch diesen Rezeptor zirkulieren 560° C heiße geschmolzene Salze, die Wärme auf einen Dampfkreislauf übertragen, der eine Dampfturbine zur Stromerzeugung antreibt. Eine Besonderheit der Solarthermieanlage ist, dass die flüssigen Salze für bis zu 17,5 Stunden gespeichert werden können und einen Betrieb der Anlage auch ohne direkte Sonneneinstrahlung ermöglichen – sie erlaubt damit eine verlässliche Stromproduktion 24 Stunden am Tag.

Im Rahmen des IKI-Beitrags der KfW Entwicklungsbank in Höhe von 53 Mio. EUR wird über die Republik Chile ein Darlehen an die staatliche chilenische Entwicklungsagentur Corporación de Fomento de la Producción (Corfo) vergeben, welche die Mittel über eine lokale Bank an das Projekt Cerro Dominador weiterleitet. Der LAIF-Zuschuss der Europäischen Union in Höhe von 15 Mio. EUR wurde ebenfalls von der KfW implementiert. Weiteres Fremdkapital wird von der KfW IPEX-Bank durch eine Projektfinanzierung in Höhe von 45 Mio. EUR in US-Dollar-Gegenwert sowie von einer Gruppe internationaler Finanzinstitutionen und weiterer institutioneller Investoren zur Verfügung gestellt.

Der Botschafter der Europäischen Union in Chile, León De la Torre, bekräftigte: "Chile und die EU sind Partner in Klimafragen und arbeiten eng zusammen, um das gemeinsame Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die Inbetriebnahme von „Cerro Dominador“ ist ein Symbol für unsere strategische Allianz, geprägt von Werten, Technologie und Investitionen. Die EU ist stolz darauf, europäische Technologie und einen 15 Mio. EUR-Zuschuss für den Bau zur Verfügung gestellt zu haben und damit einen finanziellen Hebel für die Entwicklung von Energiequellen der Zukunft in großem Maßstab setzen zu können.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte: “Ich freue mich, dass das Bundesumweltministerium über die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und die KfW einen Beitrag zur Verwirklichung des CSP-Kraftwerks „Cerro Dominador“ leisten konnte. Als erstes CSP-Kraftwerk in Südamerika ist es ein Leuchtturm für die ganze Region. Ich hoffe, dass noch weitere solche Kraftwerke gebaut werden, um die großen Potenziale der Sonnenenergie zu nutzen.“

Darüber hinaus unterstrich Pablo Terrazas, Executive Vice President von Corfo "Heute wird in Chile das erste Solarthermiekraftwerk in Lateinamerika eingeweiht, das mehr als 380.000 Haushalte mit 100 % sauberer und erneuerbarer Energie versorgen wird. Corfo ist die staatliche Einrichtung, die das Land auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet, und deshalb war sie eine Schlüsselinstitution, um dieses innovative und nachhaltige Projekt aufzuziehen, das es uns ermöglichen wird, uns in Chile in Richtung Klimaneutralität zu bewegen."

Das Projekt ist die erste kombinierte Solarthermie- und Photovoltaikanlage Lateinamerikas. Insgesamt wird durch die Förderung der Anlage durch EU, KfW und Corfo ein wichtiger Beitrag zum internationalen Klimaschutz geleistet und jährlich rund 870.000 Tonnen CO2 eingespart.

BMU unterstützt erstes Solarthermiekraftwerk Südamerikas | Pressemitteilung | BMU

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