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Meldung vom 21.05.2021 / KfW Entwicklungsbank

Offizieller Startschuss für den Legacy Landscapes Fund

Minister Gerd Müller und Direktorin Stefanie Lang stellen den neuen Fonds der Öffentlichkeit vor – zusammen mit vielen anderen internationalen Persönlichkeiten.

Teilnehmer Auftaktveranstaltung LLF
Moderator Dirk Steffens, die beiden UN-Exekutivdirektorinnen Patricia Espinosa (oben rechts), Elizabeth Maruma Mrema (unten links) und Entwicklungsminister Gerd Müller

Entwicklungsminister Gerd Müller und die Direktorin des Legacy Landscapes Fund (LLF), Stefanie Lang, haben den neuen Fonds am 19. Mai einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt – zusammen mit Partnern und Unterstützern aus der ganzen Welt. Der Fonds hat die Aufgabe, den dramatischen Verlust an Artenvielfalt zu stoppen, indem er einige der wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots in Entwicklungsländern fördert. Die KfW gehört zu den Initiatoren des LLF.

Zu den Teilnehmern der digitalen Veranstaltung zählten der britische Schauspieler Idris Elba, der US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry, die Exekutivdirektorin des UN-Klimasekretariats, Patricia Espinosa, die Exekutivdirektorin des UN-Sekretariats der Biodiversitäts-Konvention, Elizabeth Maruma Mrema, der britische Staatsminister für Umwelt, Zac Goldsmith und viele weitere.

US-Klimabeauftragter John Kerry
US-Klimabeauftragter John Kerry

Minister Müller sagte, es sei höchste Zeit, den rasanten Schwund an Biodiversität zu stoppen, denn „alle vier Sekunden geht Wald von der Größe eines Fußballfeldes verloren und alle 11 Minuten stirbt eine Art unwiederbringlich“ aus. Die beste Methode dafür seien gut gemanagte Naturschutzgebiete.

Der LLF geht zurück auf eine deutsche Initiative unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der KfW, hat sich aber mittlerweile zu einem internationalen öffentlich-privaten Finanzierungsinstrument entwickelt. Sein Ziel ist es, Naturschutz in den Entwicklungsländern auf eine nachhaltige Grundlage zu stellen. Denn 80 % der Biodiversität konzentrieren sich auf 20 % der Erdoberfläche und sind überwiegend in ärmeren Weltgegenden zu finden, die für effektiven Naturschutz häufig nicht die nötigen Mittel haben. Diese Lücke versucht der LLF zu schließen. Deutschland hat über die KfW eine Anschubfinanzierung von 82,5 Mio. EUR geleistet.

Weitere 5 Mio. USD kommen von der Gordon and Betty Moore Foundation. Zusätzlich sind bereits 35 Mio. USD aus anderen privaten Quellen eingeplant, darunter von der Rob and Melani Walton Foundation, der Wyss Foundation and dem Arcadia Fund. Außerdem hat Frankreich während der Veranstaltung angekündigt, den Fonds ab 2022 ebenfalls zu unterstützen.

Moderator Dirk Steffens und LLF-Direktorin Stefanie Lang
Moderator Dirk Steffens und LLF-Direktorin Stefanie Lang

Angepeilt ist eine Gesamtsumme von 1 Mrd. USD. Damit soll der Fonds mindestens 30 der wichtigsten Naturschutzgebiete in Entwicklungsländern langfristig finanzieren und so dafür sorgen, dass sie lebenswichtige Biodiversität erhalten können. Zusammen sollen sie eine Fläche von mehr als 60.000 km² abdecken. Das entspricht etwa der doppelten Größe Belgiens.

Dabei arbeitet der LLF mit erfahrenen Nichtregierungsorganisationen zusammen, die vor Ort tätig sind. Außerdem legt der Fonds großen Wert auf die Bedürfnisse und Rechte der örtlichen Bevölkerung, die im Zentrum seiner Arbeit stehen. Gerade letzteres sei für den LLF besonders wichtig, betonte Stefanie Lang beim Launch-Event, weil Naturschutz nur mit, aber nicht gegen die Menschen funktioniere. „Zum ersten Mal arbeiten wir wirklich partnerschaftlich, nicht nur in Bezug auf die Finanziers, sondern auch in Bezug auf die Nutznießer.“ Das “macht den Fund zu etwas ganz Besonderem”.

Idris Elba, Schauspieler und Naturschützer
Idris Elba, Schauspieler und Naturschützer

Idris Elba sagte, der LLF habe „den richtigen Ansatz und die richtigen Partner“, weil er öffentliche und private Geber für eine gemeinsame Sache zusammenbringe: für besseren Naturschutz, um einige der wichtigsten Gegenden der Erde zu sichern. Harvey Fineberg von der Gordon and Betty Moore Foundation bezeichnete den LLF als “eine mutige, weitsichtige öffentliche-private Partnerschaft”, um Naturgebiete weltweit zu schützen. Christof Schenck von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt lobte den Fonds, weil er „Naturschutzgebieten eine echte Zukunftsperspektive bietet und uns eine Zukunft auf einem gesunden Planeten“ in Aussicht stelle. Viele der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer argumentierten ähnlich.

Die beiden UN-Vertreterinnen, Elisabeth Maruma Mrema und Patricia Espinosa betonten, dass Klima- und Biodiversitätskrise verbunden seien und deshalb auch gemeinsam angegangen werden müssten. John Kerry verwies ebenfalls darauf, dass die Biodiversitätskrise viel zu lange schon fälschlicherweise getrennt vom Klimawandel betrachtet worden sei. Dabei ist die „Natur unsere beste Verteidigungsstrategie gegenüber dem Klimawandel“.

 Parkangestellte Mbulo Chakanga
Parkangestellte Mbulo Chakanga

Die Veranstaltung wurde ergänzt durch verschiedene Eindrücke und Stimmen aus der ganzen Welt, zu denen Impressionen von Landschaften und Naturparks ebenso gehörten wie Aussagen von Indigenen, Rangern, Parkdirektoren, Naturschützern und Vertretern von NGOs von allen Kontinenten. Sie alle teilten Erfahrungen aus unterschiedlicher Perspektive und äußerten Wertschätzung für den LLF, weil er das zur Verfügung stelle, was ihr Leben leichter mache und häufig fehle: solide und verlässliche Finanzierung für den Naturschutz.


Weitere Informationen

Website des Legacy Landscapes Fund

Launch of the Legacy Landscapes Fund - YouTube

Interview mit Stefanie Lang auf KfW Stories

Legacy Landscapes Fund - A New Dimension in Nature Protection - YouTube

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