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Meldung vom 18.02.2021 / KfW Entwicklungsbank

Bosnien: Mikrokredite für mehr Energieeffizienz

Mann an einer Werkbank
Der bosnische Unternehmer Alessandro Marjanovic aus der Kleinstadt Prijedor.

Die KfW unterstützt Unternehmer in den Balkanländern mit Mikrokrediten zur energetischen Sanierung. Die Kleinkredite tragen dazu bei, Strom und damit Kosten zu sparen sowie den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Die Kredite werden durch das REEP-Plus Programm der EU finanziert, an dem sich die KfW mit 50 Mio. EUR beteiligt.

Der bosnische Unternehmer Alessandro Marjanovic aus der Kleinstadt Prijedor im Nordwesten des Landes hatte für die Neugründung seines Unternehmens geeignete Räume gefunden, die sich jedoch in einem vernachlässigten Zustand befanden. Marjanovic war ursprünglich im Bereich des Alubaus tätig gewesen, entdeckte aber dann eine Nische im Bereich der Produktion von Moskitonetzen. Er wandte sich an das örtliche Büro der Mikrokredit-Stiftung MCF Partner aus Tuzla und bat um Unterstützung. Denn seine Ersparnisse reichten aus, um die nötigen Maschinen zu erwerben, nicht aber für die Renovierung der Halle. Dafür erhielt er einen Mikrokredit in Höhe von 5.000 Marka, umgerechnet etwa 2.500 EUR, sowie umgerechnet 250 EUR Zuschuss aus EU-Mitteln des Programms REEP Plus.

„Aus den Medien und durch Anzeigen hatte ich von der Mikrokredit-Stiftung gehört“, erklärt Alessandro Marjanovic. „Mit ihrer Unterstützung habe ich die Fenster meiner Fabrik erneuert.“ Die Fenster entsprechen nun aktuellen Isolierungsstandards. Aus Eigenmitteln bezahlte der Unternehmer außerdem eine verbesserte Wärmedämmung der Wände. Die Folge: Im Winter muss weniger geheizt werden, im Sommer kann fast völlig auf Klimaanlage und Ventilatoren verzichtet werden Marjanovic schätzt, dass er im Sommer 80 % und im Winter 60 % an Energie einspart. Die eingesparten Kosten kann er ganz in sein Geschäft investieren.

„Die mit unserer und EU-Hilfe geförderten Investitionen in erneuerbare Energien ermöglichen nicht nur Einsparungen beim Stromverbrauch und reduzieren damit Kosten für die Kleinunternehmen, sondern sind auch klimafreundlich“, sagt KfW-Abteilungsdirektorin Bianca Clausen. „Darüber hinaus verbessern sie ganz konkret die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen.“

Die Mikrokredite von MCF Partner in Bosnien Herzegowina werden von der KfW finanziert, die insgesamt 50 Mio. EUR in dieses Teilvorhaben des Regional Energy Efficiency Programme (REEP) investiert. Das EU-Programm REEP Plus, das unter dem Dach des Western Balkan Investment Framework (WBIF) steht, wird von der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD), dem Energy Community Secretariat (EnCS), bilateralen Gebern und der KfW getragen. Es umfasst vier Komponenten, neben der Förderung des politischen Austauschs und der Zwischenfinanzierung handelt es sich um Kredite für die Privatwirtschaft und die öffentliche Verwaltung. In letzteren beiden Bereichen ist die KfW aktiv. Bisher hat die KfW im Rahmen von REEP 597 Projekte gefördert. Dadurch konnte Energie im Umfang von 51.000 MWh pro Jahr eingespart werden. Treibhausgasemissionen von 15.000 Tonnen pro Jahr werden so vermieden.

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