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Meldung vom 10.02.2021 / KfW Entwicklungsbank

ECOWAS: Unterstützung in der Pandemie

KfW finanziert Hilfe für Labore in Westafrika

Menschen mit Mundschutz vor einem Labor
Durch die Unterstützung der KfW rüsten sich westafrikanische Labore für eine effiziente Bekämpfung von COVID 19.

Seit der letzten Ebola-Epidemie in Westafrika unterstützt die KfW die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS bei der Beschaffung von Laborausstattung. Dies setzt sie nun zur Eindämmung von COVID 19 fort, indem sie das laufende Vorhaben mit der ECOWAS zur Pandemiekontrolle um 5,72 Mio. EUR aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf insgesamt 22,72 Mio. EUR aufstockt. Damit werden die Laborkapazitäten zur epidemiologischen Überwachung weiter verbessert. Der Vertrag wurde Anfang Februar unterzeichnet.

Westafrika benötigt Unterstützung in der COVID 19-Bekämpfung, denn viele Staaten der Region gehören zu den ärmsten der Welt. Bereits seit 2016 unterstützt die KfW im Auftrag der Bundesregierung die West African Health Organisation (WAHO), die gemeinsame Gesundheitsorganisation der ECOWAS, bei der Kontrolle von Epidemien. Die zweite Phase dieses Vorhabens wurde nun um Mittel aus dem Corona-Sofortprogramm des BMZ aufgestockt, um COVID 19-Schnelltests und anderen Güter für die ECOWAS-Länder zu beschaffen und damit einen Beitrag zu leisten, der Ausbreitung des Virus Einhalt zu gebieten. Weiterhin werden die Gesundheitsdienste und Labore der Region gestärkt, damit medizinisch korrekte Befunde zu Pandemien wie Corona überhaupt erst möglich werden.

„Bevor man das Coronavirus bekämpfen kann, muss man ihm epidemiologisch erst einmal auf die Spur kommen. Das wird in dieser Region in Zukunft einfacher sein“, betont KfW-Portfoliomanager Julien Morel. „Die Mittel, die die KfW zusätzlich bereitstellen konnte, erlauben eine bessere Ausrüstung der Labore und Fortbildung des Laborpersonals in der ECOWAS-Region.“

Zunächst werden Labore in Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Niger und Nigeria unterstützt. Sie erhalten Geräte und Ausstattung. Außerdem wird das Datenmanagement bis hin zu den Informationssystemen des regionalen Epidemie-Kontrollnetzwerks verbessert, auch Maßnahmen zur Verbesserung von Wartung und Instandhaltung der Laborgeräte werden getroffen. Das Laborpersonal wird geschult und dabei unterstützt, Dokumentationen anzulegen. Auf diese Weise sollen sich die so qualifizierten Labore zu Referenzlaboren für die Region entwickeln, bei denen andere Rat und Hilfe suchen können.

Bisher ist die Qualitätssicherung in den Laboren Westafrikas nur gering entwickelt. Standards und Richtlinien zur Sicherheit werden nicht immer ausreichend umgesetzt. Viele Länder der Region verfügen nicht über ausreichende Kapazitäten, um spezifische Laborproben auszuwerten. Auch mangelt es bisher am Informationsaustausch der ECOWAS-Staaten untereinander, um mögliche aufkeimende Epidemien frühzeitig zu erkennen. Das soll nun verbessert werden.

In Westafrika ist die COVID 19-Inzidenz bisher sehr niedrig. Seit Beginn der Pandemie gab es in den 15 ECOWAS-Ländern knapp 350.000 diagnostizierte Fälle und rund 4.300 Tote. Es gibt verschiedene Hypothesen für die geringe Inzidenz. Zum einen ist die Bevölkerung in Westafrika im Durchschnitt viel jünger als in Europa, zum anderen wird eine gewisse Grundimmunisierung vermutet, da viele verschiedene Viren grassieren. Auch die geringe Mobilität könnte dazu beitragen, dass sich COVID 19 weniger ausbreitet. Die Dunkelziffer dürfte aber erheblich sein, da nur wenig getestet wird.

Bereits die Ebola-Epidemie hatte gezeigt, dass einige Staaten der Region schneller und besser in der Lage waren, die Bedrohung in den Griff zu bekommen, als ihre Nachbarn. Nigeria etwa, das mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 3.200 US-Dollar zu den reichsten der Region gehört, konnte damals einen Ausbruch schon innerhalb eines Jahres vollständig eindämmen. Auch bei der Bekämpfung von COVID 19 sind die Voraussetzungen der einzelnen Staaten sehr unterschiedlich. Daher soll das KfW-Vorhaben mit der WAHO dazu beitragen, die Gesundheitsdienstleistungen aller 15 ECOWAS-Mitglieder zu verbessern.

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