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Meldung vom 18.01.2021 / KfW Entwicklungsbank

Auch in Bosnien und Herzegowina rüstet man sich für die Zeit nach Corona

Inhaber Nikola Lukač steht vor seinem Kosmetikgeschäft
Nikola Lukač freut sich, dass er durch den Kredit seine Geschäftstätigkeit absichern konnte.

Soforthilfe, Überbrückungshilfe, November- und Dezemberhilfe – die staatlichen Hilfen für die gebeutelte deutsche Wirtschaft und die Rahmenbedingungen, unter denen sie bereitgestellt werden, dominieren die politische Debatte. Doch auch und gerade in den ärmeren Ländern Europas müssen die Regierungen große Anstrengungen unternehmen, um über die aktuelle Pandemiebekämpfung hinaus die Weichen für eine möglichst erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft zu stellen. Dabei hilft die KfW Entwicklungsbank, indem sie im Herbst letzten Jahres im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 5 Mio. EUR für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen in Bosnien und Herzegowina bereitstellte.

In dem kleinen Land auf dem Westbalkan sind die Folgen des verheerenden Jugoslawien-Krieges noch heute spürbar, allein dadurch besteht schon ein großer wirtschaftlicher Aufholbedarf. Mit der Unterstützung der KfW quasi vor der europäischen Haustür soll nun der Fortbestand der volkswirtschaftlich so wichtigen Klein- und Mittelbetriebe über die Krise hinaus gesichert werden. Denn gerade sie sind von Lockdown, Hygieneauflagen, Nachfrageeinbrüchen besonders betroffen - und mit ihnen zahllose Menschen und Familien, die durch den Verlust von Arbeitsplätzen ihre Existenzgrundlage verlieren. Mit einer nennenswerten staatlichen Unterstützung können sie dabei nicht rechnen: die sozialen Sicherungssysteme sind eher schwach.

Wie dringend die Hilfe benötigt wird, zeigte sich auch prompt. Noch vor Jahresende konnten die gesamten Programmmittel an notleidende Unternehmen ausgezahlt werden. Dabei wurde das Geld, das über einen von der KfW gemanagten Fonds bei zwei Mikrofinanzinstituten platziert wurde, nach Prüfung der Anträge in Form von zins- und gebührenfreien Darlehen herausgelegt. So erhielten fast 1.700 Kleinunternehmer Hilfen in Höhe von durchschnittlich 3.000 EUR zur Deckung laufender Betriebskosten und zur Aufrechterhaltung ihrer Geschäftstätigkeit.

Einer von ihnen ist Nikola Lukač, der ein Friseur- und Kosmetikstudio mit drei Angestellten in Tuzla betreibt. Durch die Schließung von Kosmetikinstituten und Friseurgeschäften gingen seine Umsätze ganz erheblich zurück. Und als er wieder öffnen durfte, lief das Geschäft nur schleppend wieder an, weil es nach wie vor Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen gab. Das Darlehen von umgerechnet knapp 4.100 EUR, das er dank der Corona-Hilfen erhielt, hat er zur Deckung seiner Betriebskosten verwendet. „Das Geld konnte ich sehr gut gebrauchen”, sagt er erleichtert.

Blick in das Kosmetikgeschäft, hier arbeiten zwei Damen und haben eine Kundin
Viele Menschen können durch die Hilfen ihren Arbeitsplatz behalten.

Mit fast 40 % der Kreditvergaben haben Dienstleistungsbetriebe wie der von Nikola Lukač in hohem Maße von der Unterstützung profitiert – was nicht verwundert, da der persönliche Kontakt zu den Kunden hier eine wesentliche Rolle spielt. Doch auch Landwirtschaft, Fertigungs- und Handelsbetriebe wurden mit Beträgen jeweils um die 3.000 EUR unterstützt. „Gegenüber den im Lande zulässigen Höchstgrenzen für Mikrofinanz-Darlehen von bis zu 25.000 EUR nimmt sich das fast bescheiden aus“, sagt Dr. Bianca Clausen, Abteilungsdirektorin in der Abteilung Südosteuropa der KfW Entwicklungsbank. „Aber gerade die Vielzahl der begünstigten Unternehmen hat eine hohe Breitenwirkung ermöglicht. Und auch Frauen, die einen Betrieb führen, konnten in erheblichem Maße berücksichtigt werden.“

Doch die deutschen Hilfen stärken nicht nur die mittelständischen Unternehmen und sichern die wirtschaftliche Aktivität auch in vor- und nachgelagerten Bereichen. Sie verbessern die Lebensbedingungen zahlreicher Menschen, die sonst über die Arbeitslosigkeit in die Armut abrutschen würden, und schaffen die Grundlage dafür, dass es künftig wieder aufwärts geht. Denn auch die Mikrofinanzinstitute, die schon 2014 ein ähnliches Programm der Bundesregierung im Rahmen einer Fluthilfemaßnahme umgesetzt hatten, profitieren von der Partnerschaft. Sie begrüßen die gestärkte Resilienz ihrer Kunden im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen, die nun weniger von Zahlungsschwierigkeiten oder Insolvenzen bedroht sind. Gute Gründe für eine weitere Phase des Programms im laufenden Jahr, die zurzeit vorbereitet wird.

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