Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Meldung vom 18.12.2020 / KfW Entwicklungsbank

Initiative gegen illegale Abholzung und für Waldschutz in Laos

Mit digitaler Fernerkundung und gesicherten Lieferketten für attraktive Holzprodukte

Männer geben sich die Hand
Jan Wiegelmann (KfW Büroleiter), Dr. Kikeo Chanthaboury (Vizeminister) und Thongphat Vongmany (Vizeminister MAF) geben sich nach der Unterzeichnung die Hand.

Mit rd. 20 Mio. EUR fördert die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Reformierung des laotischen Forstsektors. Der Eigenanteil des laotischen Projektpartners liegt bei 4 Mio. EUR, die Mittel werden für technische Ausstattung und Personalkosten verwendet. Hierzu wurde kürzlich die Durchführung des Vorhabens „Unterstützung von guter Regierungsführung und Rechtsdurchsetzung im Forstsektor“ (Forest Law Enforcement, Governance and Trade – Financial Cooperation, kurz FLEGT-FC) mit der laotischen Regierung vereinbart.

Nur noch zertifizierte Holzexporte in die Europäische Union

Der EU-FLEGT Action Plan ist eine Initiative der Europäischen Union, die zurzeit in neun Ländern weltweit auf der Basis von freiwilligen Partnerschaftsabkommen (Voluntary Partnership Agreements - VPA) umgesetzt wird – seit 2017 verhandelt die EU auch mit Laos. Das federführende Ministerium, das Ministerium für Land und Forstwirtschaft, wird bei den politischen Dialogprozessen (mit der EU) im Auftrag des BMZ von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt. FLEGT-FC wird die Umsetzung begleiten - ein gutes Beispiel für die enge Verzahnung des deutschen Engagements in Laos.

Auch wenn heute noch weite Teile von Laos mit Wald bedeckt sind, hat die Qualität des Waldes deutlich abgenommen. Grund für den rasanten Schwund sind nicht nur große Infrastrukturprojekte, sondern auch illegale Abholzung, die insbesondere durch unzureichende Koordination und Kommunikation zwischen den Beteiligten und Rechtsunsicherheit befördert wird.

Der Forstsektor hat sowohl für die laotische Wirtschaft (insbesondere die holzverarbeitende Industrie) als auch für den Erhalt der Biodiversität und die Armutsminderung eine große Bedeutung. Denn illegaler Holzeinschlag kann u.a. verheerende Auswirkungen auf die ländliche Bevölkerung haben, die in Laos vielerorts noch von den Produkten des Waldes lebt. Auch die biologische Vielfalt und unser globales Klima leiden unter dem Waldverlust. Trotzdem werden Holz- und Holzprodukte aus ungeklärter Produktion oft unwissentlich von Verbrauchern und Verbraucherinnen sowie Unternehmen gekauft, auch in Deutschland. Die Herausforderung besteht daher darin, die eigentlichen Ursachen der Illegalität zu bekämpfen, zu denen unzureichende Koordinations- und Kommunikationsstrukturen, mangelnde Klarheit über die Landrechte und fehlende Transparenz der Lieferkette gehören – darunter leidet der laotische Forstsektor und die Holz verarbeitende Industrie. Hier setzt das FLEGT-FC-Vorhaben an und bietet der laotischen Regierung finanzielle Unterstützung, um die Reformbestrebungen des Forstsektors konsequent und nachhaltig umzusetzen. Nach FLEGT-Zertifizierung gelten Holz und Holzprodukte zukünftig als legal und können in die EU exportiert werden.

Waldgebiet in Laos, Berge im Hintergrund
Bergregenwald im Xesap-Schutzgebiet

Lieferkette „vom Baum bis zur Ausfuhrstelle“

Herzstück von FLEGT sind die freiwilligen Partnerschaftsabkommen (VPAs) zwischen Holz erzeugenden Ländern und der EU. Sie sollen sicherstellen, dass der Verkauf von Holz in der EU nachweislich legal ist. Im Rahmen eines VPA erklärt sich das Erzeugerland damit einverstanden, nur legale Holzprodukte zu exportieren, während die EU sich bereit erklärt, geprüften legalen (heißt: FLEGT-lizenzierten) Holzprodukten uneingeschränkt Zugang zum EU-Markt zu gewähren. Zentraler Bestandteil des VPA ist das Nachverfolgungssystem „Timber Legality Assurance System“ (TLAS), welches zum Legalitätsnachweis von Holz mit nachvollziehbaren sicheren Lieferketten („vom Wald bis zur Ausfuhrstelle“) dient. So haben die Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa haben die Gewissheit, legale Produkte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu kaufen.

Wie wird das überwacht? In den zum Teil wenig erschlossenen und unzugänglichen laotischen Waldgebieten werden satellitengestützte Fernerkundungssysteme tagesaktuell relevante Daten sammeln und Veränderungen bei den Baumkronen analysieren – damit kann selbst das Fällen eines einzelnen Baums nachverfolgt werden. Die Mitarbeiter der laotischen Forstbehörden werden darin geschult, die Satellitenbilder und GIS-Daten auszuwerten und bei Verdacht illegale Nutzungen zu erkennen und vor Ort Maßnahmen zur Rechtsdurchsetzung ergreifen. Das FLEGT-FC-Projekt wird die laotische Regierung bei der Nutzung und Einführung dieses Systems zur Überwachung des Holzeinschlags aus definierten Vorrangflächen unterstützen. Des Weiteren wird jeder Verarbeitungsschritt des legal produzierten Holzes vom Stamm im Wald bis zum Verkauf des Produktes kontrolliert und in eine Datenbank eingepflegt. Dieses Management-Informationssystem liefert auch die Basis für die elektronischen FLEGT-Zertifikate. Auch diese digitale Komponente wird über das Vorhaben finanziert.

Neben der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die legale Holzbeschaffung leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Reduzierung der illegalen Abholzung. Zusätzlich dazu unterstützt das Engagement der KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in der laotischen holzverarbeitenden Industrie. Gleichermaßen erhalten sowohl die Arbeitskräfte der Holzwirtschaft als auch der relevanten Ministerien Trainings, um eine erfolgreiche Implementierung der Waldgesetzgebung zu gewährleisten und die Kontrolle von Lieferketten für die Holzverarbeitung sicherzustellen. Die Fortführung des neuen FLEGT-Lizensierungsprozesses soll hierdurch auch über die Projektlaufzeit hinaus sichergestellt werden. „Das Projekt leistet einen maßgeblichen Beitrag dazu, dass künftig aus Laos nur noch Holz und Holzprodukte legaler Herkunft in die Handelsketten gelangen,“ sagte Abteilungsleiter Christian Krämer anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Kontakt

KfW Entwicklungsbank

Telefon

069 74 31-42 60

E-Mail

info@kfw-entwicklungsbank.de