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Lateinamerika: bessere Gesundheitsversorgung, soziale Absicherung und Hilfen für die Wirtschaft

Meldung vom 30.11.2020 / KfW Entwicklungsbank

Ein junges Mädlichen schaut einer älteren Frau beim Kochen zu
Die Hilfen tragen dazu bei, die Existenzgrundlage zahlreicher Familien abzusichern.

Um der Corona-Pandemie zu begegnen, haben auch die Regierungen Lateinamerikas staatliche Hilfsprogramme ins Leben gerufen. Doch die Finanzierung am Kapitalmarkt ist inzwischen teuer geworden. Die KfW unterstützt im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit anderen Gebern lateinamerikanische Staaten dabei, Hilfspakete gegen die Pandemie sowie ihre wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu schnüren.

Aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die KfW die zentralamerikanische Entwicklungsbank BCIE (Banco Centroamericano de Integración Económica) mit einem Förderkredit in Höhe von 100 Mio. US-Dollar, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Finanziert werden soll die Stärkung der Gesundheitssysteme etwa durch bessere Ausstattung der Krankenhäuser, Bau von Notfall-Kliniken und die Übernahme von zusätzlichen Personalkosten. Ein weiterer Aspekt ist die Hilfe für Unternehmen, die aufgrund der COVID 19-Pandemie in Schieflage geraten sind. Die Wirtschaft ist schwer betroffen, denn Einnahmen aus dem Tourismus gehen zurück und Rohstoffe erzielen im Export geringere Preise. Weil auch viele Migranten arbeitslos geworden sind, sind die Rücküberweisungen stark gesunken. „Bis Ende dieses Jahres wird das Pro-Kopf-Einkommen in Lateinamerika auf ein Niveau sinken, das es zuletzt vor zehn Jahren gab - das Wachstum innerhalb dieser Zeit ist sozusagen verlorengegangen“, verdeutlicht Felix Klauda, KfW-Regionalbeauftragter für Lateinamerika. Er geht von einem Rückgang um zehn Prozent aus. Lateinamerika ist von allen Regionen weltweit sowohl von der Pandemie als auch von ihren wirtschaftlichen Folgen am stärksten betroffen.

Die KfW unterstützt die zentralamerikanische Entwicklungsbank, um Liquidität in den Mitgliedsländern Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama zu sichern. Die BCIE hat ein Corona-Soforthilfeprogramm mit einem Volumen von zwei Mrd. US-Dollar aufgelegt, zu dem die KfW nun 100 Mio. US-Dollar beiträgt. Zielgruppen sind die öffentlichen Stellen und privaten Unternehmen, die Fördergelder aus dem BCIE-Corona-Hilfsprogramm erhalten.

Der Förderkredit hilft der BCIE insbesondere deshalb weiter, weil ausländische Investoren in Lateinamerika zurückhaltend geworden sind. Es wird erwartet, dass 2020 allein in Lateinamerika die Kapitalströme im Vergleich zum Vorjahr um fast 80 Mrd. US-Dollar zurückgehen. Zudem sind die Währungen vieler lateinamerikanischer Länder eingebrochen.

zwei junge Männer arbeiten an einer Werkbank und tragen Schutzbrillen und Masken
Durch Corona droht die wirtschaftliche Entwicklung eines ganzen Jahrzehnts verloren zu gehen.

Die BCIE ist für ihre Mitgliedsländer in Zentralamerika eine wichtige Finanzierungsquelle, da diese selbst zu klein und instabil sind, um eigene starke Förderbanken zu unterhalten.

Auch Kolumbien hat deutsche Unterstützung bekommen, um die Krise durch die Corona-Pandemie abzufedern. Die Regierung hat von der KfW ein zinsgünstiges Darlehen über 200 Mio. EUR und von der Weltbank über 700 Mio. US-Dollar erhalten. Die Mittel werden dazu beitragen, die Kapazitäten des Gesundheitssystems zu stärken und Unternehmen zu unterstützen sowie sicherzustellen, dass sich Menschen in armen und schutzbedürftigen Haushalten ausreichend ernähren können.

Denn die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie in Kolumbien sind besonders schwerwiegend, dies liegt an den großen sozialen Unterschieden. 27 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die offizielle Arbeitslosigkeit betrug Anfang 2020 etwa zehn Prozent und hat sich durch Corona stark erhöht. Ohnehin arbeiten dort viele Menschen im informellen Sektor und sind nicht abgesichert. „Sie verlieren im Lockdown ihre Erwerbsgrundlage und dort, wo staatliche Programme nicht schnell genug oder nur ungenügend greifen, geht es sofort um die Existenz. Die Schere geht immer weiter auseinander“, warnt Felix Klauda.

Damit Kolumbien die Unterstützung der KfW erhalten konnte, mussten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, etwa Barzahlungen an die ärmsten Haushalte, Schulspeisungen, Sofortkredite für notleidende Unternehmen u.a. Die Regierung von Kolumbien hat diese Voraussetzungen erfüllt. Die KfW-Mittel fließen nun direkt in den Staatshaushalt des Partnerlandes ein.

Auch die benachteiligte Bevölkerung und kleine und mittlere Unternehmen in Peru, Ecuador und Brasilien erhalten aus deutscher Finanzieller Zusammenarbeit Unterstützung, um die Folgen der Pandemie zu bewältigen.

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