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Indonesien: Hilfe für Corona-Programm

Meldung vom 16.11.2020 / KfW Entwicklungsbank

Flur voller Menschen in einer Klinik in Indonesien
Um die Ausbreitung von Corona wirksam zu bekämpfen, erhält Indonesien nun Hilfe bei der Verbesserung des Gesundheitssystems und beim Ausbau der Krankenhauskapazitäten.

Indonesien ist schwer von Corona betroffen, dabei ist sein Gesundheitssystem schlechter aufgestellt als das der Nachbarländer. Die Regierung stemmt sich mit einem umfassenden Programm gegen die Pandemie, das von der Asiatischen Entwicklungsbank ADB und anderen Gebern unterstützt wird. Die KfW schließt sich dem an und hat der indonesischen Regierung im Auftrag der Bundesregierung einen Kredit über 550 Mio. EUR eingeräumt.

Jakarta befindet sich seit Mitte September in einem zweiten Lockdown. Die Menschen in der Metropole dürfen ihre Wohnungen nur noch für dringende Besorgungen wie Einkäufe, Arztbesuche und ähnliches verlassen. Die Infektionszahlen in dem südostasiatischen Land waren besorgniserregend in die Höhe geschossen. Es sind schon weit über 14.000 Indonesier an COVID-19 gestorben. Einen Lichtblick gibt es jedoch: Bisher sind die Krankenhäuser nicht überlastet. Doch ist das Gesundheitssystem des Landes im Vergleich zu den Nachbarländern schlecht auf eine Pandemie vorbereitet. Vor Corona kamen auf 100.000 Einwohner nur 2,7 Intensivbetten und lediglich 40 Ärzte.

Die Regierung hat ein umfassendes Programm angeschoben, um das Land gegen die Pandemie zu wappnen. Die wichtigsten Maßnahmen sind der Ausbau des Gesundheitssystems und Unterstützung für Notleidende sowie für Kleinunternehmen. Das Programm mit einem Umfang von 40 Mrd. USD wird auch durch Darlehen finanziert. Die ADB, die Asiatische Infrastruktur Investment Bank (AIIB) und die australische Regierung haben dafür Kredite bereitgestellt. Dem schließt sich nun auch die KfW an und unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) Indonesien mit insgesamt 550 Mio. EUR. „Wir haben in Rekordzeit die Verträge unter Dach und Fach bekommen“, sagt KfW-Portfoliomanager Peter Maats. „Wir konnten die gemeinschaftliche Hilfe für Indonesien sehr kurzfristig mobilisieren.“

„Die Zusammenarbeit mit der KfW ist wichtig, um die Belastung durch die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu mindern“, sagt Suahasil Nazara, stellvertretender Finanzminister Indonesiens. „Dank unseres gut entwickelten Finanzsystems war es möglich, dass Indonesien frühzeitig der Krise begegnen konnte. Von der Regierungshilfe profitieren vor allem die besonders verletzlichen Gruppen und die Armen.“

Die indonesische Regierung hat einen nationalen Notfallplan aufgestellt, der den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation entspricht. Das von der KfW mitfinanzierte Programm ermöglicht den Ausbau der Krankenhauskapazitäten. In 132 Kliniken wurden rund 41.000 Betten für COVID-19-Patienten reserviert. Im ehemaligen Athletendorf der Asienspiele 2018 in Jakarta wurde ein Notfallkrankhaus mit 1.800 Betten errichtet. Es wurden zusätzliche Labors eingerichtet, dafür wurden 13 medizinische Schulen und 13 Lehrkrankenhäuser umgerüstet. Für das medizinische Personal wurden Schutzausrüstung und Testkits beschafft.

Um die sozialen Folgen der Pandemie und des Lockdowns abzufedern, hat Indonesien Hilfsmaßnahmen für Bedürftige und Kleinunternehmen in die Wege geleitet. Bestehende Hilfsprogramme wurden aufgestockt, Lebensmittelkarten ausgegeben und Stromkosten erlassen. Bereits bisher lebten etwa 20 % der Bevölkerung nur knapp über der Armutsgrenze. Die Weltbank befürchtet, dass die Armutsrate in Indonesien um 10 % steigen wird. Die sozialen Hilfsprogramme sollen Not verhindern. „Da das Land die Digitalisierung bereits stark vorangetrieben hat, können die Hilfsgelder unmittelbar ausgezahlt werden“, bekräftigt Peter Maats. „Auch die Menschen in abgelegenen ländlichen Regionen des Inselstaats werden schnell erreicht.“

In Indonesien arbeiten über 90 % der Beschäftigten in kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen. Für diese enthält das indonesische Hilfsprogramm eine Subventionierung von Krediten und reduzierte Einkommenssteuern. In den vergangenen Jahren war die Wirtschaft des Landes stetig gewachsen, für 2020 sind die Prognosen deutlich abgesenkt worden. Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft 2020 moderat schrumpft (-2,2 %) und im kommenden Jahr wieder deutlich wächst. Das Hilfsprogramm der Regierung stützt insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen, damit die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auch dank der Notprogramme tragbar bleiben.

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