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Türkei: Lehrer für syrische Flüchtlingskinder

Meldung vom 16.10.2020 / KfW Entwicklungsbank

Die KfW unterstützt seit 2016 syrische Lehrkräfte dabei, Flüchtlingskinder zu unterrichten. Anfang Oktober hat die KfW im Auftrag der Bundesregierung einen weiteren Vertrag über 50 Mio. EUR mit dem Kinderhilfswerk UNICEF unterschrieben, damit das Vorhaben auch unter den erschwerten Lebens- und Lehrbedingungen zu Coronazeiten erfolgreich weitergeführt werden kann.

Rund 1,6 Mio. syrische Flüchtlingskinder leben in der Türkei, schon bisher besuchten nicht alle die Schule. Corona hat die Situation deutlich verschlimmert.

Die Kinder der syrischen Flüchtlinge in der Türkei leiden besonders unter der Corona-Krise, denn sie haben kaum Zugang zum Internet und können am digitalen Unterricht nicht teilnehmen. Hinzu kommen Sprachprobleme, da viele von ihnen noch nicht gut Türkisch sprechen. Seit März sind die Schulen in der Türkei aufgrund von COVID-19 geschlossen. Erst jetzt wird der Präsenzunterricht nach und nach wieder aufgenommen.

Die KfW unterstützt syrische Lehrerinnen und Lehrer dabei, die geflüchteten Kinder in der Türkei zu unterrichten. Die Lehrer erhalten Vergütungen in Höhe des türkischen Mindestlohns und werden weitergebildet. Sie helfen den türkischen Lehrkräften im Unterricht, unterstützen die Integration der syrischen Kinder in den türkischen Schulen und sind in Beratungszentren tätig. In der Corona-Pandemie halten sie den Kontakt zwischen den Schulen und den Flüchtlingsfamilien aufrecht. Inzwischen sind 12.000 syrische Lehrerinnen und Lehrer in der Türkei tätig, die 300.000 syrische Schulkinder betreuen.

Seit dem Schuljahr 2016/2017 hat die KfW das Vorhaben bereits in vier Phasen gefördert, Anfang Oktober wurde der Vertrag über die fünfte Phase unterschrieben. Damit stellt die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) weitere 50 Mio. EUR für Gehaltszahlungen und Fortbildungen sowie Corona-Hilfsmaßnahmen im neuen Schuljahr zur Verfügung. Das Projekt verbessert nicht nur die Bildungschancen der syrischen Kinder, sondern sorgt auch für ein stabiles Einkommen der syrischen Lehrkräfte, die in die Türkei geflüchtet sind. Sie gehören dort ebenfalls zu den armen Bevölkerungsschichten und sind gerade während der Pandemie auf die regelmäßigen Einkünfte angewiesen. Das Vorhaben ist Teil der Beschäftigungsoffensive Nahost im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren“. Umgesetzt wird das Vorhaben vom UN-Kinderhilfswerk UNICEF.

„Indem wir 12.000 Lehrkräfte finanzieren, erzeugen wir eine sehr große Breitenwirkung“, sagt KfW-Portfoliomanagerin Sonja Wassermann.

Zu den Corona-Sofortmaßnahmen, die aus deutschen Mitteln finanziert werden, zählt die Unterstützung von 250 Schulen in besonders von der Pandemie betroffenen Gebieten bei der Umsetzung ihrer Hygienekonzepte. 30.000 Beratungslehrkräfte werden fortgebildet, damit sie psychosoziale Unterstützung angesichts der Corona-Pandemie leisten können. Es wird ein Konzept für Nachholklassen entwickelt, das Präsenzunterricht und digitale Elemente verzahnt. 400.000 Lehrkräfte werden in diesem Konzept ausgebildet, das vielen türkischen und rund 560.000 syrischen Schulkindern zugute kommen wird.

Die Familien, die aus Syrien geflüchtet sind, leben inzwischen vor allem in den türkischen Städten, nur sehr wenige sind noch in Camps untergebracht. Von den rund 1,6 Mio. schulpflichtigen syrischen Kindern in der Türkei besuchten vor der Corona-Krise 680.000 die öffentlichen Schulen des Landes. Bildungschancen für die syrischen Kinder in der Türkei verhindern eine „lost generation“ und sorgen für die Stabilität der Region.

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