Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

KFW und Verein für Socialpolitik verleihen renommierten Nachwuchsförderpreis für Entwicklungsforschung

Meldung vom 20.07.2020 / KfW Entwicklungsbank

Zu sehen sind die drei Preisträger, v. li. n. re. Sebastian Tonke, Bosco Lliso und Cara Ebert
Sebastian Tonke, Bosco Lliso und Cara Ebert haben den diesjährigen Förderpreises für praxisrelevante Entwicklungsforschung gewonnen.

Zum elften Mal hat die KfW Entwicklungsbank gemeinsam mit dem Entwicklungsökonomischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik (VfS) den Förderpreis für praxisrelevante Entwicklungsforschung verliehen. Mit dem Preis werden drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, deren Doktorarbeiten wissenschaftliche Exzellenz und Praxisrelevanz auf herausragende Art vereinen.

„Die KfW versteht die Wissenschaft als einen starken Partner, der uns hilft, unsere Arbeit zu hinterfragen, zu beurteilen und stetig zu verbessern, um so auch in Zukunft unserem eigenen qualitativen Anspruch gerecht zu werden. Mit dem Förderpreis wollen wir den so wichtigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis fördern“, sagte Prof. Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe

“Der Nachwuchsförderpreis der KfW hat sich zu einem sehr renommierten und begehrten Preis unter den jungen Entwicklungsforschern im deutschsprachigen Raum entwickelt. Der Anspruch an die Preisträger, wissenschaftliche Exzellenz mit praxisrelevanter Forschung zu vereinen, betont genau worauf es ankommt und setzt damit einen Anreiz, für den wir der KfW Bankengruppe sehr dankbar sind“, sagte Prof. Dr. Michael Grimm, Vorsitzender des Entwicklungsökonomischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik.

Der erste Preis geht an Dr. Sebastian Tonke für eine verhaltensökonomische Dissertation in der er die Effektivität simpler und kostengünstiger Interventionen („Nudges“) zum Schutz der Ressource Wasser untersucht. Die Arbeit liefert relevante Erkenntnisse über die Zahlungs- und Sparbereitschaft von Haushalten und somit für den nachhaltigen Betrieb von Wasserinfrastruktur. Sie trägt darüber hinaus zu einem besseren Verständnis von „Nudges“ bei. Diese bezeichnen „Anstöße“ für Verhaltensänderungen und haben großes Potenzial insbesondere für jene Sektoren, bei denen klassische Politikinstrumente, wie etwa Verbote oder Regulierungen über den Preismechanismus, nur begrenzt einsetzbar sind. „Nudges“ sind 2017 durch die Verleihung des Nobelpreises an Richard H. Thaler für seine Forschung über diese bekannt geworden. Sebastian Tonke wurde an der Uni Köln promoviert und forscht mittlerweile am Max-Planck- Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. In diesem dreiminütigen Videobeitrag stellt Herr Tonke seine Arbeit kurz vor.

Dr. Bosco Lliso, Forscher am Basque Center for Climate Change in Bilbao, erhält den zweiten Preis. Seine an der Uni Osnabrück eingereichte umweltökonomische Dissertation befasst sich mit den Auswirkungen von Fairness-Erwägungen im Design von „Payments for Ecosystem Services“-Ansätzen. Mit diesen immer häufiger zum Einsatz kommenden Anreizmechanismen werden Menschen finanziell kompensiert, die wichtige Ökosystemleistungen bereitstellen oder wahren. Ein Beispiel sind Anwohner eines Naturschutzgebietes, die wirtschaftlich von der zu schützenden Flora und Fauna abhängen. Die Forschungsergebnisse fordern die weitverbreitete Sicht von Fairness und Effektivität als Gegensatzpaar heraus und unterstreichen einmal mehr, wie wichtig es ist, die Gültigkeit gängiger und theoretisch-fundierter Meinungen empirisch zu überprüfen. Erfahren Sie in diesem kurzen Videobeitrag mehr über Herrn Llisos Arbeit.

Den dritten Preis erhält Dr. Cara Ebert (RWI Essen) für ihre Dissertation im Bereich der Entwicklungs- und Gesundheitsökonomik. Die an der Uni Göttingen promovierte Forscherin untersucht u.a., wie sich vorgeburtliche Geschlechterpräferenzen auf die kognitiven Entwicklungschancen von Kindern auswirken. Darüber hinaus testet Ebert mittels randomisierter Kontrollstudien die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Vorbeugung von Eisenmangelanämie, einer der weltweit häufigsten Mangelkrankheit bei Kindern. Dabei richtet sie auch ein großes Augenmerk auf die Untersuchung möglicher Gründe für das Scheitern gängiger Interventionen zur Eisenanreicherung der Nahrung und liefert damit wichtige Erkenntnisse für die Praxis. In dem folgenden Videobeitrag stellt Frau Ebert Ihre Arbeit kurz vor.

Die Auswahl der Preisträgerin und Preisträger erfolgte durch ein unabhängiges Komitee aus VfS und KfW. Aufgrund der Covid 19-Pandemie kann die Preisverleihung, die traditionell im Rahmen der Jahreskonferenz des Entwicklungsökonomischen Ausschusses stattfindet und ursprünglich für Juni vorgesehen war, dieses Jahr leider nicht stattfinden. Sie soll im nächsten Jahr im Rahmen der Jahrestagung nachgeholt werden.

Kontakt

KfW Entwicklungsbank

Telefon

069 74 31-42 60

E-Mail

info@kfw-entwicklungsbank.de