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KfW fördert Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Weltnaturschutzunion (IUCN)

Meldung vom 17.12.2019 / KfW Entwicklungsbank

Mitglieder der Vertragsunterzeichnung
Für die KfW Entwicklungsbank unterzeichneten Roland Siller, Carsten Sandhop, André Ahlert und Nils Meyer, für die IUCN Grethel Aguilar (Interimsgeneraldirektorin IUCN) und Luther Bois Anukur (Regionaldirektor IUCN für das östliche und südliche Afrika).

KfW fördert Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Weltnaturschutzunion (IUCN)

Am 17.12.19 wurden in Frankfurt zwei Finanzierungsverträge mit der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) abgeschlossen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die KfW Entwicklungsbank zwei Vorhaben in Lateinamerika und dem südlichen Afrika mit 18,9 Mio. Euro bzw. 12 Mio. Euro.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, deutsch: Weltnaturschutzunion) ist die größte internationale Umweltorganisation. Zum Netzwerk von IUCN gehören 89 Staaten, 129 Regierungsorgane, über 1.100 Nichtregierungsorganisationen sowie gegenwärtig über 10.000 Experten und Wissenschaftler aus über 170 Ländern. Ihr Ziel ist unter anderem die Sensibilisierung für den Natur- und Artenschutz. Die Organisation verfügt über umfassende und langjährige Expertise im internationalen Artenschutz und in der Erarbeitung nationaler und internationaler Strategien zum Biodiversitätserhalt. IUCN hat außerdem Erfahrung in der Umsetzung und dem Management von geberfinanzierten Investitionsvorhaben. IUCN erstellt darüber hinaus die Rote Liste gefährdeter Arten und kategorisiert Schutzgebiete mittels der World Commission on Protected Areas. Die KfW Entwicklungsbank und IUCN verbindet eine langjährige Zusammenarbeit vor allem in Asien, Zentralamerika und im südlichen und westlichen Afrika, die 2016 mit der Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding vertieft wurde.

Vernetzung prioritärer Ökosysteme in Zentralamerika

Zentralamerika verfügt - von der Selva Maya im Grenzgebiet von Mexiko, Belize und Guatemala bis zum Darién in Panama - über Ökosysteme von außerordentlichem ökonomischem, ökologischem und kulturellem Wert. Diese sind durch kontinuierliche menschliche Eingriffe und die Auswirkungen des Klimawandels stark beeinträchtigt oder stehen sogar vor dem endgültigen Verschwinden. Der damit einhergehende Verlust der Artenvielfalt, aber auch Wassermangel treffen v.a. die arme Bevölkerung, die für ihren Lebensunterhalt in besonderem Maß von Ökosystemleistungen abhängig ist.

Das Biodiversitätsprogramm zur Vernetzung prioritärer Ökosysteme in Zentralamerika soll die acht Mitgliedsländer des Systems für Zentralamerikanische Integration (SICA) dabei unterstützen, die Fragmentierung ihrer Ökosysteme aufzuhalten und die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Landschaften zu fördern. Maßnahmen zur Anpassung an den und zur Milderung der Folgen des Klimawandels werden auch die Lebensbedingungen der etwa 47 Millionen Einwohner der Region verbessern. Zentral ist es, noch gesunde Ökosysteme zu erhalten und ihre Nutzung zu regeln sowie degradierte Systeme wiederherzustellen. Das Ziel: beide Systeme als Naturlandschaft miteinander zu verbinden.

Konkret heißt das u. a.: Maßnahmen zur Waldbrandbekämpfung, zur Verbreitung innovativer Technologien für Monitoring und Einrichtung von Monitoringzentren, Wiederherstellung ländlicher produktiver Landschaften, Teilhabe von indigenen und lokalen Gemeinschaften auf der Grundlage anerkannter Rechte.

Fazilität für grenzüberschreitende Naturschutzgebiete im Südlichen Afrika

Auch die 16 Länder der SADC Region im südlichen Afrika verfügen über einen außergewöhnlichen Reichtum an natürlichen Ressourcen, an Arten, an aquatischen und terrestrischen Lebensräumen und Ökosystemen. Diese sind zum einen Lebensgrundlage einer ländlichen Bevölkerung, die unter Armut und fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten leidet. Zum anderen stellt der Reichtum an Natur, Wildnis und Kultur auch die Grundlage für einen regionalen und internationalen Tourismus dar, der teils bereits gut ausgebildet und stark angewachsen ist (Tourismus Hotspots wie das Okavangodelta, Viktoriafälle, Parks in Namibia, Botswana und Simbabwe), teils noch erheblichen Entwicklungsbedarf aufweist (v.a. Angola und Sambia). Derzeit gibt es hier insgesamt 17 terrestrische sowie ein marines grenzübergreifendes Schutzgebiet, die 43 Prozent der terrestrischen Schutzgebietsfläche und zahlreiche Weltnaturerbestätten abdecken.

Ziel des Vorhabens ist es, über die Fazilität als neuer regionaler Finanzierungsmechanismus zum nachhaltigen Schutz von Biodiversität und zur sozioökonomischen Entwicklung der Anrainerzonen durch die Förderung grenzüberschreitender Naturschutzgebiete im SADC-Raum beizutragen. Dazu soll eine (Fonds)Struktur zur flexiblen, anreizbasierten Finanzierung entsprechender Maßnahmen eingerichtet werden. Das Vorhaben ist als offenes Programm konzipiert, bei dem sich ein breiter Kreis potenzieller Antragsteller um Zuschüsse auf förderwürdige Maßnahmen bewerben kann. Die Maßnahmen werden unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung u.a. auf Auf- und Ausbau von Infrastruktur in Naturschutzgebieten und Wildtierkorridoren, Stärkung des Parkmanagements, Förderung von Tourismus, Bekämpfung von Wilderei und Mensch-Wildtierkonflikten, Einkommen und Beschäftigung bzw. Ernährungssicherung abzielen.

Webseite der IUCN

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