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Der wahre Schatz der Karibik

Meldung vom 31.10.2019 / KfW Entwicklungsbank

Mangroven in der Dominikanischen Republik
Zu schützende Natur: Mangroven in der Dominikanischen Republik.

Durch Investitionen in die nachhaltige Nutzung karibischer Küsten- und Meeresgebiete kann deren Artenvielfalt erhalten und langfristig geschützt werden. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt den Sustainable Ocean Fund (SOF) im Auftrag der Bundesregierung mit einer Eigenkapitalbeteiligung in Höhe von 25 Mio. EUR bei der Umsetzung dieses Ziels. Hierzu wurde Ende Oktober ein Vertrag zwischen dem Fonds und der KfW unterzeichnet.

Die karibischen Inselstaaten zählen zu den globalen Schlüsselgebieten terrestrischer und mariner Biodiversität mit einem sehr hohen Anteil einheimischer Arten. Die bisher noch weit verbreiteten Korallenriffe zählen zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde.

Der Sustainable Ocean Fund wurde 2018 durch den auf Nachhaltigkeit spezialisierten Investmentmanager Mirova Natural Capital gegründet, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der so genannten „Blue Economy“ zu fördern. Diese Unternehmen eint, dass sie den Ozean nachhaltig nutzen und damit dessen Biodiversität erhalten und schützen. Der global operierende SOF gewährt den KMU – je nach Bedarf – Kredite oder Eigenkapital für ihr weiteres Wachstum. Dabei werden drei Bereiche gefördert: 1.) nachhaltige Fischerei und nachhaltige Aquakultur, 2.) Kreislaufwirtschaft und 3.) nachhaltige Meereswirtschaft.

Der Fonds strebt ein Volumen von bis zu 150 Mio. USD an und will dieses bis Ende 2021 vollständig investiert haben. Die KfW wird mit ihrer Beteiligung von 25 Mio. EUR der größte Investor des Fonds sein. Andere Entwicklungsbanken wie die niederländische FMO, die europäische EIB oder die interamerikanische IDB sind ebenfalls an dem Fonds beteiligt, der auch einen Beitrag zur Clean Oceans Initiative (COI) leistet. Zur COI haben sich die KfW, die EIB und die französische Entwicklungsbank AFD mit dem Ziel zusammen geschlossen, Projekte zur Reduzierung und Wiederverwertung von Müll im Meer und an Land zu unterstützen. Besonders hervorzuheben ist, dass für den SOF auch privates Kapital mobilisiert wurde, wie zum Beispiel von dem französischen Versicherungskonzern AXA oder der US-amerikanischen Packard Stiftung. Dies zeigt, dass sich entwicklungspolitische Ausrichtung und die Erzielung einer Rendite nicht ausschließen.

Die Mittel der KfW sollen ausschließlich in der Karibik investiert werden, da hier viele kleine Inselentwicklungsstaaten sind, die von den negativen Auswirkungen des Klimawandels sowie der nicht-nachhaltigen Nutzung ihrer marinen Ressourcen besonders betroffen sind.

„Wir begrüßen die Eigenkapitalbeteiligung der deutschen Regierung über die KfW sehr“, sagt Simon Dent, der Manager des SOF. „Diese zusätzlichen Mittel ermöglichen es uns, wichtige Investitionen in Unternehmen der Blue Economy in Entwicklungs- und Schwellenländern zu tätigen und so einen Beitrag zum Meeresschutz zu leisten“.

So investiert der SOF unter anderem in Fischereiunternehmen, die Best Practice in Aquakultur oder Wildfang aufweisen und dafür zertifiziert werden. Dies sind gleichzeitig Geschäftsmodelle, die ein besonders nachhaltiges Wachstum versprechen. Außerdem leisten diese Unternehmen einen Beitrag zum Schutz der marinen Biodiversität. Momentan sind fast 60 Prozent der Fischarten in der Karibik überfischt. Für drei Milliarden Menschen weltweit ist Fisch die Hauptproteinquelle. Diese verursacht wesentlich weniger Ausstoß von Kohlendioxid als die vergleichbare Menge an Protein aus Fleisch. Bei einer wachsenden Weltbevölkerung nimmt die Bedeutung von nachhaltig bewirtschaftetem Fisch damit weiter zu.

Vogel fliegt über Naturschutzgebiet in Honduras
Naturschutzgebiet in Honduras.

Arbeitsplätze schaffen

Der Fonds wird in Unternehmen investieren und ihnen Kapital für bis zu acht Jahre zur Verfügung stellen. Damit erhalten oder schaffen diese Unternehmen circa 10.000 Arbeitsplätze, die überwiegend in Küstengemeinden sind, wo ansonsten wenige Beschäftigungsmöglichkeiten existieren. Dabei wird unter anderem die Umstellung auf nachhaltige Fangpraktiken sowie eine verbesserte Kühlkette für Fisch gefördert, wodurch neue Absatzmärkte erschlossen und höhere Einkommen geschaffen werden.

Ein besonderes Augenmerk soll auf Unternehmen der Kreislaufwirtschaft gerichtet werden, die Plastikmüll vermeiden oder mit Recycling und Upcycling zu einer Reduzierung des Plastikmülls im Meer beitragen.

„Der Sustainable Ocean Fund ist in seiner Ausrichtung einmalig und stößt damit auf großes Interesse bei Investoren“ sagt Karim ould Chih, der zuständige KfW-Projektmanager. „Als KfW wollen wir den Ansatz des Fonds unterstützen, in nachhaltige Geschäftsmodelle zu investieren, die neben einer finanziellen auch eine ganz starke ökologische sowie soziale Rendite schaffen.“

Marine Ökosysteme erhalten

Der Fonds investiert auch in das bessere Management von Küsten- und Meeresschutzgebieten sowie in die nachhaltige Nutzung von Mangrovenwäldern. Dabei werden innovative Ansätze verfolgt, die Schutz und Nutzung in Einklang bringen. Der Fonds strebt an, in den nächsten Jahren circa 87.000 Hektar mariner Ökosysteme nachhaltig verwalten zu lassen.

Ob nachhaltige Fischerei, Plastikmüllvermeidung oder das Management von Meeresschutzgebieten, der Sustainable Ocean Fund hat den wahren Schatz der Karibik entdeckt: ihre kostbare und unvergleichliche Biodiversität.

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