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Meldung vom 18.01.2024 / KfW Entwicklungsbank

Fakten zur Entwicklungsfinanzierung

Woher stammen die Mittel für die Finanzielle Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern?

FZ-Finanzierungszusagen und Mittelherkunft
Die Finanzierungszusagen aus den Jahren 2017 bis 2023 - Mittelherkunft aufgeteilt nach Bundeshausalt, Kapitalmarkt und andere Mandatsgeber.

Weniger als die Hälfte der Zusagen der KfW Entwicklungsbank für Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern in den letzten Jahren stammt aus dem Bundeshaushalt (vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ) - bestand also aus Steuergeldern. Der überwiegende Anteil sind Kredite. Die Mittel dafür nimmt die KfW über den Kapitalmarkt auf. Die Kreditnehmer – häufig die Regierungen der Partnerländer – zahlen die Kredite verzinst zurück. Die Kreditlaufzeit beträgt in der Regel 10-15 Jahre, in Ausnahmefällen bis zu 20 Jahre.

Die Auswahl der jeweiligen Finanzierungsinstrumente – Zuschüsse oder Kredite – richtet sich nach den Gegebenheiten des jeweiligen Partnerlands und Projekts. Darüber entscheidet der Auftraggeber, zumeist das BMZ, beraten durch die KfW Entwicklungsbank. Grob gesagt gilt: sehr arme Länder erhalten Zuschüsse. Auch soziale und humanitäre Maßnahmen sowie Projekte für den Naturschutz sind häufig zuschussfinanziert. Für Vorhaben in wirtschaftlich fortgeschritteneren Ländern kommen hingegen in der Regel Kredite zum Einsatz. Dies ist auch deswegen gerechtfertigt, weil viele der finanzierten Investitionen – beispielsweise Kraftwerke zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – Erträge für die Kreditnehmer erwirtschaften.

Die Zahlungsmoral der Kreditnehmer ist hoch und die Ausfälle sind niedrig. Im Jahr 2023 wurden 94 % aller fälligen Zahlungen für Darlehen aus Mitteln des Bundeshaushalts pünktlich an die KfW geleistet. Auch der übrige Betrag ist nicht unwiederbringlich verloren. Sehr häufig wird mit den Darlehensnehmern ein neuer Zahlungsplan mit aufgeschobenen Zahlungen vereinbart. Noch geringer sind die Ausfälle bei Darlehen, die von der KfW auf dem Kapitalmarkt refinanziert werden. In den vergangenen Jahren gab es nur einen einzigen Fall mit einem Darlehen in Höhe von gut 8 Mio. Euro – bei einer aktuell ausstehenden Kreditsumme von über 40 Mrd. Euro. Den ausländischen Partnerregierungen ist in aller Regel viel daran gelegen, Kreditausfälle zu vermeiden, um ihren Zugang zu internationalen Kapitalmärkten nicht zu gefährden. Es trifft zu, dass in der Vergangenheit hoch verschuldeten Staaten Kreditforderungen auch aus Darlehen der Finanziellen Zusammenarbeit erlassen wurden. Die Entscheidung darüber trifft die Bundesregierung, nicht die KfW. Auch in einer sehr langfristigen Gesamtschau gilt aber, dass die verlorenen oder erlassenen Forderungen im Verhältnis zum Umfang der vergebenen Kredite einen geringen Anteil ausmachen.

Wirkungen in ausgewählten Sektoren mit Zusagen aus den Jahren 2019 – 2021