Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Meldung vom 24.11.2023 / KfW Entwicklungsbank

Digitale Verkehrsüberwachung im Serengeti-Nationalpark

Gnus überqueren eine Piste
Gnus queren eine Piste in der Serengeti.

Die überwältigende Schönheit und die große Artenvielfalt haben die Serengeti im Norden Tansanias in aller Welt bekannt gemacht, seit 1981 ist der Nationalpark UNESCO-Weltnaturerbe. Naturliebhaber aus aller Welt möchten einmal die Big Five - Elefanten, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard - aus der Nähe sehen und möglichst auch fotografieren oder filmen.

In den Pandemie-Jahren kamen aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen kaum mehr Besucher in die tansanischen Nationalparks, das bedeutete für Beschäftigte in Hotels, in der Parkverwaltung oder bei Touranbietern starke finanzielle Einbußen. Nun versucht man den Tourismus anzukurbeln– mit negativen Folgen für das fragile Ökosystem. Denn eine wachsende Zahl von Besuchern benötigt mehr Unterkünfte, mehr Wasser und Energie – und eben auch mehr Fahrzeuge.

Elefanten im Nationalpark
Besonders attraktiv: Elefanten – sie gehören zu den Big Five im Park

Und der zunehmende Verkehr führt zu mehr Staus, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Unfällen. Lange Kolonnen von Jeeps sind im Nationalpark unterwegs und die Safari-Reisenden drängen ihre Guides bei Sichtung von Tieren, näher heranzufahren – für einzigartige Fotos. Die vermeintliche Unberührtheit und Schönheit der Wildnis wird ihr so zunehmend zum Verhängnis, vor allem dann, wenn Fahrzeuge illegal die Straßen verlassen und zu wenig Abstand zu den Tieren halten. Verantwortliche des Serengeti-Nationalparks schätzen, dass über 350 Fahrzeuge – 500.000 Besucher im Jahr - täglich das 1750 km lange Wegenetz im Park nutzen. Das bedeutet auch: die Straßen und Pisten werden in Mitleidenschaft gezogen und müssen immer wieder instandgesetzt werden.

Innovativ: digitale Lösungen im Verkehrsmanagement

Die KfW ist bereits seit vielen Jahren im Naturschutz in der Serengeti engagiert und kooperiert erfolgreich mit der tansanischen Nationalpark-Behörde TANAPA. Aufbauend auf dieses Engagement wird die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ein Projekt „Verkehrsmanagement für Schutzgebiete durch digitale Lösungen" umsetzen. Mitte Oktober wurde dazu in Tansania ein Vertrag unterzeichnet. Das Konzept soll perspektivisch auch in anderen Schutzgebieten Tansanias angewandt werden.

Was ist konkret geplant? Mittels digitaler Instrumente wird der Verkehr im Park kontrolliert und gesteuert. Jedes Fahrzeug, das in den Park fährt, wird digital erfasst und registriert, Geschwindigkeitsüberschreitungen und illegale Off-Road-Fahrten werden erkannt und können sanktioniert werden. Man erhofft sich weniger (Wild-) Unfälle und einen Rückgang bei der Bodenverdichtung. Eine ausgewogene Verteilung der Fahrzeuge im Park soll den Reisenden intensivere Erlebnisse bescheren – und den Tieren weniger Stress.

Das Projekt startet noch in diesem Jahr: Das Projektmanagementteam des Parks wird geschult, weiteres Personal – bevorzugt Frauen – werden rekrutiert. In einer weiteren Phase wird die Infrastruktur, einschließlich Solaranlagen, Stromspeicherbatterien und Wifi-Scanner sowie Kommunikationstürme und Funkmodule installiert. Außerdem werden die Parkzugangstore renoviert bzw. gewartet.