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Meldung vom 25.10.2022 / KfW Entwicklungsbank

Baharka-Krankenhaus in Erbil offiziell eröffnet

Mehrere Personen stehen bei der Eröffnung des Baharka-Krankenhauses nebeneinander
V.l.n.r.: Hugo de Vries (UNDP), Zena Ali Ahmad (UNDP), Sirwa Rasul (Joint Crisis Coordination Centre), Dr. Anna-Christine Janke (KfW), Dr. Christine Heimburger (KfW), Klaus Streicher (Deutsches Konsulat Erbil), Mona Heiss (Deutsches Konsulat Erbil), Dr. Kanar Hidayat (Ministry of Planning KRI)

Am 24. Oktober 2022 wurde in Erbil im Norden des Irak das Baharka-Krankenhaus von Vertretern der kurdischen Regionalregierung, des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) und deutschen Vertretern – auch der KfW Entwicklungsbank - eingeweiht. Mit der Eröffnung des Krankenhauses werden weitere dringend benötigte Kapazitäten für die Versorgung von Patienten und Patientinnen mit luftübertragbaren Infektionen und Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise COVID-19, Windpocken und Tuberkulose, geschaffen.

Die Mittel für den Bau stellte das Gesundheitsministerium der Regionalregierung zur Verfügung, während UNDP für den elektrischen (Installation von Generatoren, Stromversorgung, Klimaanlage, Telefonanlage) und mechanischen Ausbau des Krankenhauses verantwortlich war. Die mechanischen Arbeiten umfassten die Installation von medizinischen Gas- und Belüftungssystemen sowie eines Feuerlöschsystems. UNDP beschaffte auch die medizinische Ausrüstung für die Isolierzimmer, z. B. Patientenmonitore, Defibrillatoren und Beatmungsgeräte. Diese Arbeiten und die Ausrüstung wurden von der Bundesrepublik Deutschland über die KfW Entwicklungsbank mit insgesamt 2,3 Mio. USD finanziert.

Das Krankenhaus verfügt über 38 Normalbetten und 30 Isolierbetten, es bietet Patienten mit Atemwegserkrankungen spezialisierte medizinische Behandlung und Dienstleistungen an. Betreiber ist das Gesundheitsministerium in Erbil. Die Einrichtung wird ein Einzugsgebiet mit mehr als 1 Mio. Einwohner mit modernen Gesundheitsleistungen versorgen.

Vorderansicht des Neubaus des Baharka Hospitals
Der Neubau des Krankenhauses.

"Dieses Krankenhaus wäre ohne die großzügige Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland nicht gebaut worden. Gemeinsam haben wir nach Jahren der Instabilität und des Konflikts einen enormen Beitrag zur Wiederbelebung des Gesundheitssektors im Irak geleistet", sagt die UNDP-Vertreterin für den Irak, Zena Ali Ahmad. Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 hat UNDP die irakische Regierung und die kurdische Regionalregierung dabei unterstützt, ihre Maßnahmen gegen COVID-19 zu verstärken. Das Barhaka-Krankenhaus ist eines von neunzehn spezialisierten Gesundheitszentren, die UNDP landesweit eingerichtet hat.

Auch Dr. Christine Heimburger (Abteilungsleiterin Afghanistan, Pakistan, Irak in der KfW) war bei der Einweihung des Baharka-Krankenhauses dabei: „Das ist in der Tat etwas ganz Besonderes, da es eine direkte Kooperation und Zusammenarbeit zwischen der kurdischen Regionalregierung und UNDP darstellt. Wir freuen uns darauf, dass das al-Baharka-Krankenhaus so bald wie möglich in Betrieb genommen wird, um der Öffentlichkeit zu dienen und denjenigen zu helfen, die auf medizinische Dienste angewiesen sind.“

Seit 2014 hat die Bundesregierung den irakischen und kurdischen Gesundheitssektor mit mehr als 410 Mio. USD gefördert. Beispielsweise werden in Mossul die onkologische Klinik und das Ibn Al-Atheer Kinderkrankenhaus wiederaufgebaut. In Anbar wurde das Mutter-Kind Krankenhaus in Ramadi kurz nach der Beendigung des Konflikts mit dem IS rehabilitiert. Mit dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie werden zudem in den Gouvernoraten Anbar, Babylon, Dohuk, Erbil, Muthanna und Diwaniya sieben Gesundheitseinrichtungen zur Versorgung von an COVID-19 erkrankten Personen unterstützt.

Ein Patientenzimmer mit umfassender Ausstattung zur Überwachung der Patienten
Ein Patientenzimmer mit umfassender Ausstattung zur Überwachung der Patienten.

Engagement der KfW in Irak

Die bewaffneten Konflikte im Irak seit Anfang 2014 haben zu einer der weltweit größten humanitären Krisen geführt. Insgesamt galten rund 6 Mio. Menschen und damit rund 15 % der Bevölkerung durch das Aufkommen des sogenannten Islamischen Staates (IS) ab 2014 als vertrieben. Seit der Niederschlagung des IS im September 2017 sind bereits rund 5 Mio. Menschen in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Mit Stand März 2022 gelten rund 1,18 Mio. Irakerinnen und Iraker weiterhin als binnenflüchtig – für sie ist eine funktionsfähige Infrastruktur – Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Wasser- und Stromversorgung – Bedingung für eine Rückkehr.

Die FZ unterstützt den Wiederaufbau und die Stabilisierung des Irak im Auftrag der Bundesregierung mit einem laufenden Portfolio von mehr als 1,37 Mrd. EUR. Die Zusammenarbeit mit UNDP und anderen UN-Organisationen stellt neben der Umsetzung eines Ungebundenen Finanzkredits (UFK) des Auswärtigen Amts i.H.v. 500 Mio. EUR, aktuell den Hauptteil des FZ-Engagements dar. Seit 2020 gehört der Irak zudem den „Nexus- und Frieden“-Partnerländern des BMZ an, mit denen langfristige Entwicklungsziele verfolgt werden.