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Meldung vom 11.10.2021 / KfW Entwicklungsbank

Hilfe für den trockenen Nordosten Brasiliens

KfW fördert im Auftrag der Bundesregierung und der EU die Basissanitärversorgung

Kläranlage
Aus dem Vorhaben werden nicht nur Anlagen zur Basissanitärversorgung finanziert, sondern auch Maßnahmen zur Unterstützung des Betreibernetzwerks

Im trockenen Nordosten Brasiliens ist Wasser ein knappes Gut. Die KfW hat bereits 2019 im Auftrag der Bundesregierung 50 Mio. EUR zur Verfügung gestellt, um die Wasserver- und Abwasserentsorgung in ländlichen Regionen im brasilianischen Bundesstaat Ceará zu verbessern. Nun fördert die Europäische Union (EU) das Vorhaben mit weiteren 7 Mio. EUR, die Zusammenschlüssen von Nutzern zugute kommen. Diese werden beraten, wie sie die Versorgungssysteme langfristig betreiben und Ressourcen besser managen können.

Wasser ist eine wertvolle Ressource im brasilianischen Bundesstaat Ceará, der von Dürren geplagt ist. Die Region ist besonders arm an Niederschlägen. Mehrere Dürrejahre in Folge haben eine Migration in die Großstädte ausgelöst. Die Situation spitzt sich zu: Der Klimawandel wird die Trockenheit in Ceará weiter verschärfen.

Neben dem Wassermangel ist die unzureichende Infrastruktur insbesondere fernab der Städte ein großes Problem. Die Menschen in den ländlichen Regionen im Nordosten Brasiliens haben häufig keinen Wasseranschluss im Haus, sondern beziehen Wasser von Tankwagen. Sie lagern ihre Vorräte in Kanistern oder offenen Fässern, was zur Verbreitung von Krankheitserregern führt, die etwa das Dengue-Fieber auslösen können.

Hinterland besonders benachteiligt

Die unzureichende Entsorgung der Abwässer verschlimmert die Lage. In den Dörfern werden Abwässer nicht fachgerecht gesammelt, sondern ungeklärt entsorgt. Auch das verursacht viele Erkrankungen. Nur 64 Prozent der Einwohner des Bundesstaats verfügen über eine angemessene Wasserversorgung und lediglich 25 Prozent über eine Abwasserentsorgung.

Die Region mit ihren neun Millionen Einwohnern gehört zu den ärmsten des Landes. Das Durchschnittseinkommen liegt deutlich unter dem nationalen Mittel. Stärker noch als in der Landeshauptstadt Fortaleza ist die Armut im ländlichen Hinterland verbreitet.

EU-Mittel ergänzen KfW-Kredit

Hier setzt das Vorhaben der KfW an, das seit Mitte Oktober durch einen Zuschuss der EU aus den Mitteln der Lateinamerika-Fazilität (Latin America Investment Facility/LAIF) ergänzt wird. Während die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 50 Mio. EUR den Auf- und Ausbau einer Wasserinfrastruktur fördert, dienen die EU-Mittel hauptsächlich der Beratung der Nutzer, die sich zusammengeschlossen haben und die Installationen betreiben. Ziel ist eine möglichst nachhaltige Nutzung der Ressourcen und ein reibungsloser Betrieb der Anlagen. Die Maßnahmen tragen dazu bei, die Infrastruktur zu erweitern und zu erneuern. Die bisherige Wasser- und Sanitärinfrastruktur ist häufig marode, so dass hohe Wasserverluste entstehen. Daher sollen etwa Brunnen, Hochbehälter und Wasseraufbereitungsanlagen gebaut sowie Hausanschlüsse errichtet werden. Hinzu kommen Sammelnetze für Abwässer, Mini-Kläranlagen und Trockenbeete, um die Abwässer angemessen zu reinigen und zu entsorgen.

Das Vorhaben baut auf mehrere Vorgängervorhaben auf, mit denen die KfW aus Mitteln des BMZ bereits zur Verbesserung der ländlichen Basissanitärversorgung im brasilianischen Bundesstaat Ceará beigetragen hat. „Wir sind Partner der ersten Stunde,“ sagt KfW-Portfoliomanagerin Sandra Soares da Silva. „Mit unserem langjährigen Engagement haben wir nicht nur Infrastruktur finanziert, sondern auch den Betreibern geholfen, sich besser zu organisieren.“ Die Organisation des Betriebs wurde kontinuierlich weiterentwickelt und hat nun eine neue Qualität erreicht.

Beratung für nachhaltiges Management

Aus den EU-Mitteln wird künftig die Beratung der Betreiberverbände (Sistemas Integrados de Saneamento Rural, SISAR) finanziert, damit sie die Anlagen langfristig warten, die Qualität sichern und die Buchhaltung erledigen können. Dabei handelt es sich um non-profit-Organisationen, in denen sich Vertreterinnen und Vertreter der Nutzer zusammengeschlossen haben. Sie erhalten aus den Mitteln des Vorhabens sowohl Unterstützung für professionelle Strukturen als auch für Geräte und Ausrüstung, um die Versorgungssysteme besser zu managen. „Zusammen mit der EU können wir hier die Grundlage für einen zukunftsfähigen Betrieb im Bereich Wasser und Abwasser schaffen“, sagt Sandra Soares da Silva.

Über einen Erfahrungsaustausch zwischen den bestehenden Verbänden und mit Organisationen in anderen Bundesstaaten soll das bewährte Betriebsmodell über lokale Grenzen hinausgetragen werden, denn auch andere Bundesstaaten sind daran interessiert.

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