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Meldung vom 23.09.2021 / KfW Entwicklungsbank

Perspektive Europa: Freie Bahn für mehr grünen Strom in Afrika

Eine KfW-unterstützte Rückversicherung erleichtert Investitionen in Energieprojekte

Aufanahme der Umgebung des Geothermiekraftwerks Olkaria im Great Rift Valley
Die AEGF soll die Erschließung des reichen Potenzials erneuerbarer Energien in Afrika erleichtern.

Eine boomende Nachfrage nach Energie wird in Afrika erwartet, sobald die COVID 19-Pandemie überwunden ist. Doch Investoren scheuen häufig das Risiko, Energieprojekte südlich der Sahara zu finanzieren. Damit soll jetzt Schluss sein. Die African Energy Guarantee Facility (AEGF) bietet eine neuartige Rückversicherung für Investitionen in grüne Energie, an der auch die KfW beteiligt ist.

Europa endet nicht vor der Haustür. Viele Herausforderungen, denen sich die Europäer stellen, sind globaler Natur – und so auch die Lösungen. Die Ziele der Klima- und Energiepolitik im Sinne des Pariser Klimaabkommens und der Agenda 2030 können nur durch eine gemeinsame Anstrengung erreicht werden. Ein Ansatz, um auch in Afrika erneuerbaren Energien zum Aufschwung zu verhelfen, ist die AEGF, die Investitionen in nachhaltige Stromgewinnung rückversichert. Dabei deckt sie auch politische Risiken wie Zahlungsausfall, Vertragsbruch, Enteignung oder gewaltsame Konflikte ab. In einer kapitalschwachen Region wie dem südlichen Afrika macht eine solche umfangreiche Absicherung erst möglich, dass lokale Banken und andere Finanzintermediäre Mittel für Investitionen bereitstellen oder ihrerseits absichern.

Hohe Nachfrage, viele Ressourcen

Die AEGF hat bereits eine längere Geschichte. Sie wurde 2018 von einer Tochter der Munich Re, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der African Trade Insurance Agency (ATI) gegründet und hat ein Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar. 2020 ist die KfW beigetreten und hat weitere 50 Mio. USD eingebracht, die pari passu mit denen der EIB beansprucht werden können. Ermöglicht wurde der Beitritt der KfW durch eine Deckungszusage zur Absicherung ihrer Beteiligung aus dem European Fund for Sustainable Development (EFSD) der EU - der Schlussstein eines innovativen, maßgeschneiderten Konzepts, das den Weg zu den dringend benötigten, lukrativen, aber bislang riskanten Investitionen in erneuerbare Energien in Afrika frei machen soll. Europa geht hier beispielhaft voran.

Das Konzept soll helfen, das riesige Potential für Investitionen in grüne Energieprojekte zu mobilisieren, das derzeit noch durch Risikoscheu blockiert wird. Der Bedarf an Finanzmitteln für grünen Strom und eine Steigerung der Energieeffizienz ist enorm. Schätzungsweise 150 Mrd. US-Dollar werden bis 2030 für den Zugang zu Energie, die Verbesserung der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien in Afrika benötigt. Dies ist nur möglich, wenn private Mittel mobilisiert werden. Dabei bringt Afrika beste Voraussetzungen mit. Es besitzt viele Ressourcen für erneuerbare Energien, es mangelt jedoch am Ausbau der Infrastruktur. Die Nachfrage ist hoch und wird mit einem Wachstum nach der Pandemie noch zunehmen. Doch Kenntnisse des Marktes sind gefragt.

Relaunch mit neuen Konditionen

Derzeit ist die AEGF in 18 afrikanischen Ländern südlich der Sahara engagiert. Doch es gibt noch Luft nach oben. Eine Evaluierung durch die Unternehmensberatung PwC hat die Vorteile des AEGF-Konzepts in seiner neuen Form aufgezeigt: nicht zuletzt durch den Beitritt der KfW und die Verdoppelung der Mittel ist die Rückversicherung noch attraktiver geworden. Als gemeinsames Produkt der Team Europe-Familie ist sie geeignet, Europa als Vorreiter innovativer Garantiekonzepte für nachhaltige Projekte zu positionieren, und zwar auch in fragilen Kontexten. Damit die Rückversicherung ihren Nutzen bestmöglich entfalten kann, wurde sie Ende September einem breiten Publikum aus Vertretern der internationalen Energiewirtschaft, Politik und Institutionen vorgestellt.

Babette Stein von Kamienski, Teamleiterin in der Abteilung Südliches Afrika der KfW Entwicklungsbank, sagte: "Die Investitionen, die erforderlich sind, um die wachsende Nachfrage Afrikas nach nachhaltiger Energie zu decken, übersteigen bei weitem die aus öffentlichen Quellen verfügbaren Mittel. Die afrikanischen Regierungen und ihre Partner können jedoch die erforderlichen Investitionen des Privatsektors mobilisieren. Der Beitritt der KfW zum AEGF zeigt unser Engagement für diesen Prozess und für die Entwicklung eines nachhaltigen Energiemarktes in Afrika. Nur so können wir die grundlegenden Herausforderungen des Energiezugangs, der Energiesicherheit und des Klimawandels bewältigen.“ Marjeta Jager, stellvertretende Generaldirektorin der GD DEVCO in der Europäischen Kommission, unterstrich: "Die EU ist stolz darauf, die KfW-Bürgschaft für die AEGF in Höhe von 46 Mio. EUR über die Investitionsoffensive für Drittländer zu unterstützen. Dadurch wird sichergestellt, dass viel mehr Menschen Zugang zu Energie haben, die Kohlendioxidemissionen in der Region gesenkt und die Energieeffizienz erhöht werden. Unsere Unterstützung zeigt, dass wir den Partnerländern helfen wollen, ihre Wirtschaft auf umweltfreundliche, gerechte und integrative Weise zu entwickeln - ein wichtiger Bestandteil des europäischen Green Deal.“

African Energy Guarantee Facility

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