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Wasser ist ein großes Thema in Mazedonien.
Als EU-Beitrittskandidat muss Mazedonien mittelfristig
europäische Versorgungsstandards bei der kommunalen Infrastruktur
erreichen. Jahrelange Vernachlässigung und mangelnde Wartung tragen
mit dazu bei, dass der Investitionsbedarf hoch ist und die
Kapazitäten der Gemeinden weit übersteigt. Die KfW Entwicklungsbank
unterstützt landesweit acht Gemeinden bei dringend notwendigen
Investitionen in die Wasserver- und Abwasserentsorgung. In den acht
Gemeinden leben etwa 400.000 Menschen, fast 20 Prozent der
Gesamtbevölkerung des Landes.
Die Einwohner der Gemeinden sollen sich in Zukunft auf eine
kontinuierliche und sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser
verlassen können. Die kommunalen Wasserbetriebe zudem gezielt
dabei unterstützt, ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern, um
künftige Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. Dazu
gehören zum Beispiel die Fragen, wie man Gebühren erhebt und
Verluste in den Leitungen verringert.
Seit Dezember 2005 ist Mazedonien EU-Beitrittskandidat. Um die
Vorgaben des Acquis Communautaire zu
erreichen, muss speziell die Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung deutlich verbessert werden. Das erfordert hohe
Investitionen. Für das Wasserprogramm wählte die mazedonische
Regierung in Absprache mit der KfW Entwicklungsbank die Gemeinden
Bitola, Gevgelija, Gostivar, Kavardaci, Kocani, Negotino, Radovis
und Tetovo aus.
In allen acht Gemeinden ist die Versorgung mit Trinkwasser nicht
zuverlässig. Immer wieder kommt es zu Unterbrechungen, der Druck
ist in vielen Leitungen nicht hoch genug. Weil zudem ein Teil der
Bevölkerung Wasser verschwendet, kommt bei Anderen kein Wasser mehr
an. Viele Hausanschlüsse haben keine oder defekte Wasserzähler. Die
Bewohner haben daher keinen Anreiz, das knappe Wasser zu sparen. Im
Gegenteil: Sie nutzen Wasser nicht nur wie eigentlich vorgesehen
für den häuslichen Gebrauch, sondern auch für landwirtschaftliche
Zwecke.
Problematisch ist auch, dass nicht genügend Wasser in das Verteilungssystem gelangt, weil die Systeme entweder zu klein sind oder nicht genügend Speicherkapazität aufweisen. Schließlich sind viele Leitungen marode. Zum Teil versickern über 50 Prozent des Wassers durch Leitunglecks in den Boden.
Die KfW Entwicklungsbank trägt mit dem Programm dazu bei, die
Versorgung der Bevölkerung Mazedoniens mit Wasser und damit auch
deren Lebensbedingungen zu verbessern. Die Menschen in den acht
Gemeinden sollen 24 Stunden am Tag zuverlässig mit sauberem Wasser
versorgt werden.
Die Erfahrung zeigt, dass eine der wichtigsten Voraussetzungen für
ein nachhaltiges Wasserversorgungssystem kostendeckende und sozial
verträgliche Preise für Wasser sind. Erst wenn den Nutzern der Wert
von Wasser bewusst wird, gehen sie auch verantwortlich damit um.
Eine Erhöhung der Einnahmen aus dem Wasserverkauf wiederum
ermöglicht dem Versorger, in Wartung und Instandhaltung zu
investieren.
Trinkwassersysteme nachhaltig zu betreiben, war in der
Vergangenheit eine große Herausforderung für die mazedonischen
Kommunen. Das FZ-Wasserprogramm verbindet deswegen
Wettbewerbselemente mit einer Umsetzung in Phasen, um den Gemeinden
Anreize zur Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit der
Kommunalbetriebe zu bieten.
Das Programm ist in zunächst zwei Phasen konzipiert. Um sich für
finanzielle Unterstützung zu qualifizieren, müssen die
Kommunalbetriebe festgelegte, überprüfbare Auswahlkriterien
erfüllen. Zu diesen zählen Versorgungskontinuität, Reduzierung der
Leitungsverluste, schlüssige Betriebs- und Wartungskonzepte,
Erhöhung der Kostendeckung, aber auch ein effizienterer
Gebühreneinzug.
Für eine erste Phase stellt die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der
Bundesregierung ein Darlehen über 8,64 Millionen Euro für
Sofortmaßnahmen zur Verfügung. Hinzu kommen weitere 1,5 Millionen
Euro für die Beratung der Wasserbetriebe.
| Land | Mazedonien |
|---|---|
| Sektor / BMZ-Förderbereich | Trinkwasser und Abwasser - Grundlegende Versorgung |
| BMZ-Projektnummer | 2007 65 511 |
| Status | Vorbereitung |
| FZ-Mittel in Mio. Euro | 10,14 (Tranche I) |
Stand: Mai 2009
Christof Gross
Telefon: 069 74 31-16 92
E-Mail: christof.gross@kfw.de