Tunesien - Kläranlagen für den Umweltschutz

Abwasseranlage in Tunesien inmitten von blühender Landschaft

Abwasseranlage in Tunesien

Integriertes Wasserressourcenmanagement

Tunesien zählt mit den jährlich zur Verfügung stehenden 500m³ Wasser pro Kopf zu einem der sehr wasserarmen Länder. Die im Vergleich zu anderen Ländern der Region gute Trinkwasserversorgung ruht auch auf der bereits in den 70er Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der KfW, sodass das Augenmerk der finanziellen Zusammenarbeit (FZ) nun beim Wasserangebot liegt. Trotz des eher geringen Bevölkerungswachstums werden bereits 2011 95% der erneuerbaren Wasserressourcen genutzt, weshalb alternative Technologien betrachtet werden müssen um die Nachfrage nach Wasser zu decken.
Mehrere FZ-Projekte haben sich besonders dem Integrierten Wasserressourcenmanagement und dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben.

Emissionsminderung durch Stromsubstitution

In der Hafenstadt Sousse, in der die alte Kläranlage im Süden überlastet war und die ordnungsgemäße Reinigung der Abwässer nicht mehr gewährleisten konnte, unterstützt die KfW Entwicklungsbank mit 28,8 Mio. Euro die Instandsetzung und Erweiterung der Kläranlage sowie den Bau einer neuen Kläranlage. Bei beiden Kläranlagen wird der Klärschlamm gefault und aus den entstehenden Gasen wird elektrische Energie erzeugt. Damit können die Energiekosten der Anlagen zu über 50% gesenkt werden. Durch dieses Projekt wird nicht nur eine wirkungsvolle Abwasserentsorgung und ?aufbereitung in der Region um Sousse sichergestellt, als auch die Lebensbedingungen der Menschen verbessert und CO¬2-Emmissionen reduziert.

Umweltschutz und Ressourceneffizienz

Im oben beschriebenen Klärverfahren wird nicht nur Biogas produziert sondern es entsteht auch deutlich weniger Klärschlamm. Dies erleichtert die Entsorgung, senkt die Umweltbelastung und leistet somit einen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität des Mittelmeers. Hiervon profitieren nicht nur die Küstenbewohner sondern auch der Tourismus, welcher sich als wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region etabliert hat.
Ein weiterer Aspekt des Projekts zielt auf die Nutzbarmachung von nicht-konventionellen Wasserressourcen, in diesem Fall gereinigtes Abwasser. Durch die Projektmaßnahmen erreicht das gereinigte Abwasser eine bessere Qualität und eignet sich so zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und Golfplätzen. Mit der Wiederverwendung des Abwassers wird ein Beitrag zum Schutz der knappen Ressource Wasser geleistet. Das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Projekt steht somit im Einklang mit dem Millenium Development Goal Nr. 7.

Die tunesische Abwasserbehörde Office National de l?Assainissement als Projektpartner hat in der Vergangenheit nur begrenzte Erfahrungen mit der gewählten Technologie sammeln können. Deswegen beteiligt sich die KfW zudem finanziell bei der Ausbildung des Personals, um eine fachgerechte Betriebsführung der Kläranlagen zu gewährleisten.

 

Stand: April 2010