River Basin Snapshots

Auswirkungen des Klimawandels - konkret 

Landschaft in Peru - See, im Hintergrund schneebedeckte Berge

Noch sind sie schneebedeckt - Gipfel in den peruanischen Anden. Quelle: Daniel Maydana

Die River Basin Snapshots der KfW Entwicklungsbank bieten eine Übersicht über die Auswirkungen des Klimawandels in ausgewählten Flusseinzugsgebieten, in denen die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit tätig ist. Diese Übersicht beinhaltet eine Analyse der Unsicherheit und Belastbarkeit des projizierten Klimawandels sowie einen Abgleich mit vergangenen Entwicklungen als auch mit anderen Prozessen wie Bevölkerungswachstum und Landnutzung.

Die Snapshots stellen auch die institutionellen Zuständigkeiten für Anpassung an den Klimawandel im Wassersektor dar. Zudem bieten sie eine Übersicht über bestehende und geplante Anpassungsaktivitäten von nationalen sowie bi- und multilateralen Organisationen. Den Abschluss bildet eine Empfehlung von geeigneten Anpassungsmaßnahmen.

Kura-Aras (Südlicher Kaukasus)

Die Flüsse Kura und Aras im südlichen Kaukasus durchqueren sehr heterogene klimatische und hydrologische Gebiete. Hochwasserereignisse lassen sich aus Aufzeichnungen vielerorts mindestens bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Ein effizientes Management der Wasserressourcen erfordert eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Ländern Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Der Klimawandel macht sich durch schmelzende Gletscher im Kaukasus bemerkbar, auch wenn die Datenlage stellenweise mangelhaft ist. Vor dem Hintergrund langfristig sinkender Wasserpegel und hoher Wasserverschmutzung eignen sich unter anderem Aktivitäten zur Steigerung der Wasserqualität als Anpassungsmaßnahme.

Oberer und mittlerer Niger (Westafrika)

In der Region des oberen und mittleren Niger zeigt sich, dass die Entwicklung der Niederschläge über die letzten 60 Jahre keinen eindeutigen Trend aufweist. Die lokale Bevölkerung musste sich immer wieder sowohl an Trockenzeiten als auch an Wasser im Überfluss anpassen. Auch für die zukünftige Entwicklung sind sich globale Klimamodelle weitgehend uneinig. Ohnehin sind die Wasserressourcen der Region eher durch das starke Bevölkerungswachstum und veränderte Landnutzung gefährdet. Vor diesem Hintergrund empfehlen sich "No-Regret"-Maßnahmen. Das sind Maßnahmen, die auch dann sinnvoll sind, wenn die Wirkungen des Klimawandels nicht oder anders eintreten als erwartet.

Rímac (Peru)

Für die Wasserversorgung in der peruanischen Hauptstadt Lima ist der 200 km lange Fluss Rímac von elementarer Bedeutung. Fast das gesamte Wasser wird dem Fluss entnommen, bevor er den Pazifik erreicht. So trägt der Rímac knapp vier Fünftel zur gesamten Wasserversorgung der stark wachsenden Metropole bei. Der Fluss speist sich teilweise aus Schnee und Eis in den peruanischen Anden, die durch steigende Temperaturen immer mehr schwinden. Um diese natürlichen Regulatoren zu ersetzen, sind künstliche Wasserspeicher eine mögliche Alternative.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011