Wirkungen

Bessere Gesundheit und mehr Zeit für Schule und Arbeit 

Laborant in einem Wasserwerk prüft eine Probe

Prüfen der Wasserqualität. Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotoagentur: photothek.net

Bei der Wirkungsorientierung unserer Vorhaben im Wassersektor stehen zwei Aspekte im Vordergrund. Zum einen geht es darum, dass die Anlagen der Wasserversorgung und die Sanitäranlagen nachhaltig, das heißt eigenständig von den Betreibern und Nutzern nach Ende der externen Unterstützung weiter geführt und gegebenenfalls auch ausgebaut werden können. Zum anderen geht es um den Nutzen, der bei den Zielgruppen durch eine verbesserte Wasser- und Sanitärversorgung entsteht. Diesem letzten Aspekt, dem übergeordneten entwicklungspolitischen Ziel eines Vorhabens, gilt das Hauptinteresse bei der Analyse der Wirkungsorientierung. Dabei werden alle relevanten Aspekte, die zum Auftreten von Wirkungen führen, untersucht.

Was bewirkt eine verbesserte Trinkwasser- und Sanitärversorgung?

Durch hygienisch unbedenkliches Trinkwasser und die Nutzung von Sanitäranlagen werden Gesundheitsrisiken reduziert. Wasserinduzierte Krankheiten gehen zurück, und es gibt weniger Krankheitstage. Das erhöht das Einkommen der Haushalte, weil zum einen die Kosten für die Behandlung von wasserbedingten Krankheiten entfallen, zum anderen Zeit für Einkommen schaffende Arbeit vorhanden ist. Das zusätzliche Geld wiederum kann dazu dienen, die Ernährung der Familie zu verbessern. (Milleniums-Entwicklungsziel 1: Armutsbekämpfung)

Auch die Schulbildung, insbesondere von Mädchen, wird positiv beeinflusst. Statt viele Stunden damit zu verbringen, Wasser von weither zu holen, können sie statt dessen am Unterricht teilnehmen - besonders dann, wenn dort sanitäre Anlagen eingebaut werden. Die Bildungschancen steigen - die der Mädchen ebenso wie die der Jungen. (Millenniums-Entwicklungsziel 2: Bildung)

Eine verbesserte Trinkwasser-und Sanitärversorgung fördert auch die Gleichstellung der Geschlechter. Wasser zu beschaffen, und Kranke zu pflegen beansprucht insbesondere die Zeit der Frauen und Mädchen. Indem die Distanz zur Wasserquelle verkürzt wird, nehmen auch die Gefahren für die Frauen und Mädchen deutlich ab. Die frei gewordene Zeit können sie nutzen, um zum Einkommen der Familie oder zum Gesellschaftsleben (Nutzerkomittees) beizutragen. Und das wiederum festigt ihre soziale Stellung. (Millenniums-Entwicklungsziel 3: Gender)

Unbedenkliches Trinkwasser rettet Leben. In den Entwicklungsländern sind 80 Prozent aller Krankheiten durch Krankheitserreger im Wasser verursacht. Kinder leiden besonders unter diesen Umständen. 1,8 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen von Durchfallerkrankungen, über 90 Prozent davon sind Kinder unter fünf Jahren. (Millenniums-Entwicklungsziele 4 - 6: Gesundheit)

Schließlich schützt eine verbesserte Trinkwasser-und Sanitärversorgung auch die natürlichen Ressourcen. Eine nachhaltige und ordnungsgemäße Abwasserentsorgung auch durch einfache Sanitäranlagen trägt zum Schutz der Grundwasser- und Bodenressourcen und vermindert Umweltrisiken. (Millenniums-Entwicklungsziel 7: Umwelt)

Das Engagement der KfW-Entwicklungsbank

Im Sinne der Wirkungsorientierung arbeitet die Finanzielle Zusammenarbeit im Wassersektor mit konkreten und messbaren Indikatoren. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Indikatoren wie "die Anzahl der durch das Vorhaben zusätzlich mit Wasser versorgten Menschen" oder auch "die Qualität des bereit gestellten Wassers". Mit Hilfe dieser Indikatoren kann überprüft werden, ob ein Vorhaben erfolgreich ist. Die Überprüfung des Erfolges findet einige Jahre nach dem Abschluss des Vorhabens statt. Durch diesen zeitlichen Abstand wird sicher gestellt, dass für die Bewertung nur die angestrebten, langfristigen Veränderungen herangezogen werden und kurzfristige positive Auswirkungen des Vorhabens dessen Bewertung nicht beeinflussen.

Allerdings lassen sich nicht alle angestrebten Wirkungen nachweisen. Dieser Umstand trifft insbesondere für die entwicklungspolitischen Wirkungen eines Vorhabens zu. Für deren Nachweis wären umfangreiche und teure Studien notwendig. Zum Teil ließen sich die notwendigen Informationen auch gar nicht erheben. In diesen Fällen wird auf gesicherte Erfahrungen aus anderen Vorhaben zurück gegriffen. So belegen zahlreiche Studien der Weltgesundheitsorganisation den positiven Wirkungszusammenhang von Wasser und Gesundheit. Diese Erkenntnisse werden auf die Vorhaben der KfW Entwicklungsbank übertragen.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011