Wassermanagement
Wasser als Konfliktressource
Wasser für Menschen. Quelle: KfW-Bildarchiv / photothek.net
Ganzheitliches Wassermanagement versucht, Wasser nachhaltig zu bewirtschaften und dabei seine vielfältigen Nutzungsformen für Menschen, Ernährung und die Natur zu berücksichtigen. Unter dem Fachbegriff Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM) ist das ganzheitliche Wassermanagement ein international anerkanntes Leitbild, an dem sich die Bundesregierung und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit orientieren. Das Ziel ist die Maximierung des menschlichen und ökonomischen Wohles, ohne lebenswichtige Ökosysteme zu beeinträchtigen.
Wasser für Menschen
Trinkwasserversorgung, sanitäre Basisversorgung, Abwasser- und Abfallmanagement sind wichtige Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben. Sie beugen zahlreichen Krankheiten vor, welche die Lebensqualität der Menschen mindern, sie finanziell belasten und ihre Möglichkeiten zur Einkommenserzielung einschränken. Die Siedlungswasserwirtschaft gehört vor diesem Hintergrund weltweit zu den Förderschwerpunkten der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit. Mit allen laufenden Vorhaben erreicht die KfW Entwicklungsbank weltweit rund 75 Millionen Menschen. Hiervon lebt etwa ein Drittel in großer Armut. Maßnahmen in der Siedlungswasserwirtschaft, häufig verknüpft mit Reformen, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Beseitigung der Armut und zum Erhalt der kostbaren Wasserressourcen. Investitionsschwerpunkte sind Vorhaben der städtischen und ländlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Bestehende Systeme sind oft marode und ineffizient. Die Sanierung und der Ausbau dieser Systeme ist ein wesentlicher Ansatzpunkt des finanziellen Engagements.
Wasser für Ernährung
Unter dieser Nutzungsform des Wassers werden die Bewässerung der Landwirtschaft zur Nahrungsmittelproduktion, die Vieh- und Forstwirtschaft sowie die Aquakultur zusammengefasst. Im Kampf gegen die weltweite Armut kommt der Landwirtschaft als Einkommens- und Nahrungsquelle eine Schlüsselrolle zu. Über 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs geht auf die Bewässerung zurück. Rund die Hälfte davon geht jedoch durch ineffiziente Bewässerungssysteme verloren. Vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Konkurrenz um Wasser stellen diese Wasserverluste ein ernsthaftes Problem dar. Die deutsche Entwicklungs-zusammenarbeit fördert deshalb den Aufbau einer sozialen, ökonomischen und ökologischen Bewirtschaftung der Wasserressourcen für Bewässerungszwecke. Durch Reformen im Bewässerungssektor soll die Nutzungseffizienz des Wassers deutlich erhöht werden.
Wasser für die Natur
Als Wasserspeicher stellen Ökosysteme etwa in Form von Feuchtgebieten, Tropenwäldern und Seen einen unverzichtbaren Teil des Wasserkreislaufs dar. Trotz der großen Bedeutung für Mensch und Umwelt wird ihr Wasserbedarf in Theorie und Praxis oft vernachlässigt. Das Integrierte Wasserressourcen Management hat das Ziel, die lebenswichtigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten und ihre Entfaltung zu gewährleisten. Mit Unterstützung der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit werden beispielsweise der Tropenwaldschutz oder die verbesserte Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten finanziert.
Andere Nutzungen und Hochwasserschutz
Wasser ist eine wichtige Ressource für die Gewinnung von Energie, insbesondere durch Nutzung in Wasserkraftwerken. Thermische Kraftwerke benötigen Wasser vor allem zur Kühlung. Für Gewerbe, Industrie und Tourismus ist Wasser ebenfalls unverzichtbar. Außerdem verursachen Überschwemmungen immer wieder schwere Schäden.
Integriertes Management in der Finanziellen Zusammenarbeit
Die KfW Entwicklungsbank arbeitet im Dialog mit den Partnerländern darauf hin, die verschiedenen Nutzungen zu integrieren. Beispielsweise soll bei einem Projekt in Jordanien gereinigtes Abwasser aus dem Hochland in der Landwirtschaft im Jordantal wiederverwendet werden. Außerdem wird das Gefälle genutzt, um Strom zu erzeugen. Bei einem anderen Beispiel in Bulgarien wurde darauf hingearbeitet, dass statt Deichen natürliche Überflutungsräume genutzt werden, um Hochwasser aufzufangen.
Stand: Juli 2011