Wasser und Armutsbekämpfung

eine unzureichende Wasserversorgung verstärkt die Armut

Ein junges schwarzafrikanisches Mädchen schüttet klares Wasser in einen grünen Plastikbecher, den ihr ein alter Mann mit Bart hinhält  

Unbedenkliches Trinkwasser und sanitäre Anlagen sind eine Grundvoraussetzung, um der Armut zu entkommen. Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotoagentur: photothek.net

Die Versorgung mit Trinkwasser und die Sanitärversorgung sind wichtige Säulen im Kampf gegen die Armut. Unzureichende Wasserversorgung ist nicht nur ein charakteristisches Merkmal von Armut, sondern verstärkt sie auch. In der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen, die auf die Halbierung der Armut bis 2015 abzielt, spielt Wasser daher eine wichtige Rolle. 

Dies spiegelt sich in den Millenniumszielen wider. Dort heißt es unter anderem:   

• Zwischen 1990 und 2015 soll der Anteil der Menschen um die Hälfte sinken, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und grundlegenden sanitären Einrichtungen haben. Zurzeit scheint es, dass bei Beibehaltung des aktuellen Entwicklungstrends das Ziel für die verbesserte Trinkwasserversorgung erreicht werden kann. Allerdings müssten bis 2015 auch noch etwa eine Milliarde Menschen mit sanitären Anlagen versorgt werden, um das Teilziel vollständig zu erreichen. (Teilziel 7.C)

• Bis 2020 sollen sich die Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Menschen, die in Slums leben,  erheblich verbessern. (Teilziel 7.D)

• Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung sollen in einzelstaatliche Politik und Programme eingebaut und den Verlust von Umweltressourcen umgekehrt werden. (Teilziel 7.A)

Um insbesondere die arme Bevölkerung mit unbedenklichem Trinkwasser und einer sanitären Grundausstattung zu versorgen, sollten Vorhaben im Wassersektor grundsätzlich Technologien einsetzen, die an die lokalen Gegebenheiten angepasst und bezahlbar sind („low cost“-Verfahren). Zudem sollten sich die Zielgruppen, insbesondere die arme Bevölkerung, an der Planung und Ausführung der Vorhaben beteiligen können.

Und es sollten ausreichend Informationen über die Zielgruppen, ihr Einkommen und ihre bisherige Versorgungslage zur Verfügung stehen. Das ist oft nicht der Fall: Häufig ist die Datenlage in vielen Entwicklungsländern unzureichend und spiegelt die heterogene Zielgruppenstruktur nicht wider. Und gerade die städtischen Randgebiete, wo überwiegend die ärmste Bevölkerung lebt, werden aus politischen oder juristischen Gründen vernachlässigt.

Stand: Juli 2011