Engagement der KfW Entwicklungsbank

Per Boot, per Bus, per Bahn

Personenzug, der in eine Haltestelle fährt

Eisenbahn schafft Entwicklung durch Mobilität. Quelle: Frank Weiler

Die Entwicklungszusammenarbeit hat im Bereich Verkehr zwei Grundprobleme - zu viel und zu wenig Transport. Auf der einen Seite gibt es in vielen Entwicklungsländern zu wenig Transport. Vor allem die arme Bevölkerung in ländlichen Regionen und in den Randgebieten der Großstädte ist durch fehlende oder unerschwinglich teure Transportmittel oft vom wirtschaftlichen und sozialen Leben abgekoppelt. Hier gilt es, den Zugang zu Handel, Bildung und medizinischer Versorgung herzustellen oder zu verbessern.

Auf der anderen Seite gibt es zu viel Verkehr: Die Transportinfrastruktur vieler Entwicklungsländer ist dem zunehmenden Güter- und Personenverkehr nicht gewachsen. Vor allem in den Städten droht der Verkehrskollaps. Hinzu kommt eine zunehmende Umweltverschmutzung, die zum Klimawandel beiträgt. Der Einsatz der KfW Entwicklungsbank ist daher auch immer auf eine umweltgerechte Gestaltung des Transportwesens ausgerichtet.

Neue Verkehrswege

Lange Jahre hat die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Transportvorhaben mit jährlich durchschnittlich 200 Millionen Euro unterstützt. In den letzten Jahren ist das Engagement allerdings deutlich gesunken.

Das Engagement umfasst alle Bereiche des Sektors - vom Straßenbau in ländlichen Gebieten bis zur Förderung einer effizienten Energie-, Umwelt- und Finanzierungspolitik. Die Kredite, finanziellen Zuschüsse und das fachliche Wissen der KfW werden insbesondere eingesetzt für den Bau, die Erneuerung und die Instandhaltung von Verkehrswegen; den Aufbau von erschwinglichen Transportdiensten, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr: die Anschaffung und Rehabilitierung von Verkehrsmitteln, zum Beispiel Zügen oder Schiffen und für die Verbesserung des Managements und der Finanzierung im Transportsektor, zum Beispiel durch Tarifreformen, Einführung von Straßenunterhaltungsfonds, Beteiligung von privaten Unternehmen beim Betrieb und Unterhalt von Verkehrsmitteln.

Mobilität steigern, Umwelt schützen

Voraussetzung für eine erfolgreiche Unterstützung des Transportsektors ist es, die jeweiligen Engpässe zu erkennen und gemeinsam mit dem Partnerland Lösungsstrategien zu entwickeln.

In einem Küstenstaat kann es besonders dringlich sein, das Management der Häfen zu reformieren. In einem Flächenstaat kann dagegen der Ausbau des Güterzugverkehrs besonders wichtig sein. Eine Millionenstadt, die im Verkehrschaos versinkt, erhält Hilfe beim Aufbau einer Stadtbahn. Das wirtschaftliche Überleben der Menschen in einem kleinen Dorf wird gesichert, indem der Pfad in den Nachbarort befestigt wird. So unterschiedlich die Lage in den Entwicklungsländern jeweils ist, so unterschiedlich sind auch die Transportprojekte der KfW.

Die Entwicklungsbank arbeitet eingebunden in ein internationales Netzwerk. Häufig werden Transportvorhaben in Zusammenarbeit mit anderen Gebern wie EU-Kommission, Asiatischer Entwicklungsbank oder Weltbank finanziert. Bei vielen Projekten wird außerdem eng mit Partnerorganisationen aus dem Bereich der Technischen Zusammenarbeit kooperiert, zum Beispiel mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Stand: Mai 2012