Bedeutung für Entwicklung und Armutsminderung

Nachhaltige Erfolge nur mit Guter Regierungsführung  

Schülerinnen und Schüler betrachten gemeinsam mit einem Lehrer ein großes Buch, im Hintergrund eine Tafel

Städte und Gemeinden sind Schulen der Demokratie. Quelle: KfW-Bildarchiv, Fotoagentur: photothek.net

Gute Projekte sichern noch keinen Entwicklungserfolg. Sie brauchen auch gute politische, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen, um nachhaltig wirken zu können. Das wurde früher oft vernachlässigt. Der Blick war nur auf die Vorhaben selbst, nicht auf das ganze Staatswesen gerichtet. Heute wissen wir: Erst ein politisch stabiler Staat ohne Willkür und Korruption – mit effizienter Verwaltung, Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Entscheidungsprozessen – bildet die Grundlage, damit sich die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern nachhaltig verbessern können.

Demokratische Staaten setzen sich mehr für die Bekämpfung von Armut ein als autoritäre Regime. Das liegt daran, dass auch arme Menschen die Chance haben, ihre Interessen zum Ausdruck zu bringen. Darüber hinaus kann das Volk in einer Demokratie eine Regierung auch friedlich abwählen. In Südamerika ist dies in letzter Zeit mehrfach geschehen – nachdem so viele Militärregime in den vergangenen 20 Jahren die Menschen unterdrückt und die Reichtümer an korrupte Cliquen verteilt hatten.

Städte und Gemeinden sind Schulen der Demokratie

Zu Good Governance gehört auch Dezentralisierung, also die Stärkung der Kommunen. Denn Städte und Gemeinden sind die Schulen der Demokratie. In der eigenen Gemeinde überschauen auch Menschen mit geringerer Bildung, was in ihrer Umgebung passiert. Sie können sich einmischen, Anteil und Einfluss nehmen. Dabei lernen sie, wie man ein Gemeinwesen organisiert und wie man darüber entscheidet, ob Straßen, Schulen oder Gesundheitszentren gebaut werden. Die Menschen erleben ganz direkt, wie Demokratie funktioniert und wie man Konflikte friedlich austrägt.

Wenn einzelne Volksgruppen ihren Einfluss lokal und regional geltend machen können, können funktionierende dezentrale Strukturen sogar Staaten mit ethnischen Konflikten stabilisieren. In Mali etwa ist das gelungen. Hier hat Dezentralisierung verhindert, dass der Staat auseinander bricht.

Wandel in Subsahara Afrika

Die KfW Entwicklungsbank fördert seit Jahrzehnten die Entwicklung in Afrika. In einigen Ländern mit guten Fortschritten. Dennoch haben Krieg, Korruption und mangelhafte Rahmenbedingungen manche Entwicklungserfolge wieder zunichte gemacht. Nirgendwo zeigt sich so deutlich wie in Afrika: Ohne gleichzeitig Good Governance zu unterstützen, lassen sich keine nachhaltigen Erfolge erreichen. Auch die Afrikaner selbst haben das erkannt: Neben vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks hat es in keiner anderen Region der Welt einen so deutlichen Wandel hin zu mehr Demokratie gegeben wie in Subsahara Afrika.

Verdrängt von den Bildern von Hunger und Krieg wurde dies in der Öffentlichkeit jedoch kaum bemerkt. Vielfach ist dieser Wandel auch noch nicht gefestigt, aber er ist im Gange. Gerade in Subsahara Afrika räumt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Förderung von Good Governance deshalb eine sehr hohe Priorität ein.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011