Engagement der KfW Entwicklungsbank

Bildung für alle: Nur gemeinsam mit allen

Mehrere Schüler der Sekundarstufe stehen um einen Tisch herum. Eine Frau werkelt an der Mitte des Tisches mit einem Kabel. Die anderen schauen dabei zu.

Jede Stufe der Bildung ist wichtig für die Entwicklung des Einzelnen und für die Entwicklung des Landes. Quelle: Ulrich Jahn

Noch haben mehr als 860 Millionen Menschen auf der Welt keinen Zugang zu Bildung. Etwa 796 Millionen erwachsene Menschen sind Analphabeten, davon rund zwei Drittel Frauen. Etwa 67 Millionen Kinder im Grundschulalter besuchen keine Schule (Zahlen von 2008), davon sind 54 Prozent Mädchen. Ungeachtet der international anerkannten Menschenrechte, die die Staaten dazu verpflichten, unentgeltliche und verpflichtende Grundbildung bereitzustellen, gibt es in vielen, vor allem armen Ländern Schulgebühren. Dazu kommen Kosten für Bücher, Schuluniform, Fahrtkosten und Essen.

Vor allem für arme Familien sind diese Kosten zu hoch. Und es gibt weitere Gründe, warum so viele Kinder der Schule fernbleiben oder den Schulbesuch bald wieder abbrechen. So müssen Kinder oft für das Familieneinkommen mitarbeiten, etwa auf dem Feld, oder sie müssen auf die kleineren Geschwister aufpassen. Besonders für Mädchen, die in einigen Kulturen nur für kurze Wege aus dem Haus dürfen, ist das ein unüberwindbares Hindernis, um eine Schule zu besuchen.

Zentrales Anliegen der KfW Entwicklungsbank

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die KfW Entwicklungsbank die Entwicklungsländer dabei, ihre Bildungsaufgaben zu erfüllen. Dazu stellt sie von der Bundesregierung fest zugesagte Finanzierungsmittel für Investitionen und Beratungsleistungen bereit.

"Bildung für Alle" ist ein zentrales Anliegen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ). Hier ist neben dem höheren Zugang besonders für benachteiligte Gruppen die Verbesserung der Grundbildungsqualität wichtig.

Daneben rückt die Notwendigkeit, weiterführende Bildungsstufen zu unterstützen, immer mehr in den Mittelpunkt. Die zahlreichen Kinder, die die Primarstufe inzwischen erfolgreich durchlaufen haben, drängen in Sekundarschulen oder in berufliche Ausbildungsprogramme. Der Anteil von Kindern, die eine Universität besuchen, ist um ein Vielfaches geringer, als in den Industrieländern. Aber auch in armen Ländern sind hochqualifizierte Menschen erforderlich, um die Entwicklung voranzubringen.

In ihren Bildungsprogrammen setzt die KfW Entwicklungsbank auf enge Kooperation und Abstimmung mit anderen Gebern. Bildung nachhaltig zu fördern, kann nur gelingen, wenn Regierungen, Zivilgesellschaften, Privatsektor und die internationale Gebergemeinschaft an einem Strang ziehen. So ist es zum Beispiel in der beruflichen Bildung entscheidend, die privaten Unternehmen an der Gestaltung der Ausbildung zu beteiligen, da nur so die Nachfrage nach Arbeitskräften angemessen berücksichtigt werden kann.

Unterstützung bei Bildungsreformen

Viele Länder, die angefangen haben, in ihre Grundbildung zu investieren, machen sich anschließend daran, ihren gesamten Sektor grundlegend zu reformieren. Sie legen mehrjährige Bildungsprogramme fest. Das gilt besonders für die afrikanischen Länder. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt die Partnerregierungen dabei, diese Programme zu erstellen und finanziert die zentralen Strukturreformen und Programmmaßnahmen mit. Sie ist aktiv daran beteiligt, gemeinsame Förderansätze auf internationaler Ebene und in den betroffenen Ländern weiterzuentwickeln. Zur Unterstützung der institutionellen und personellen Entwicklung der Partnersysteme (Capacity Development) arbeitet sie eng mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und anderen Institutionen zusammen.

Im Rahmen von Programm-basierten Ansätzen beteiligt sich die KfW Entwicklungsbank mit anderen Gebern daran, positive Rahmenbedingungen für Bildung zu schaffen. Das kann zum Beispiel bedeuten, das öffentliche Finanzwesen zu verbessern, die Bildungsverwaltung zu dezentralisieren und das Bildungssystem zu modernisieren. Eine in Afrika verbreitete Form der Finanzierung ist die sogenannte Korbfinanzierung (basket funding). Hier zahlen mehrere Geber auf ein spezielles Konto ein, von dem ausgewählte Maßnahmen des Sektorprogramms wie Schulbau, Lehrerausbildung, Schulbücher, dezentrale Verwaltungseinrichtungen oder direkte Schulzuschüsse finanziert werden. Die Geber und das Partnerland können aber auch ausgewählte Vorhaben vereinbaren, die im Rahmen eines sektorweiten Gesamtplans zu finanzieren sind. Diese beiden Formen der sektorweiten Finanzierung haben sich im Bildungssektor in Subsahara-Afrika seit einigen Jahren verstärkt durchgesetzt.

Die KfW Entwicklungsbank stellt in laufenden Bildungsvorhaben knapp 851 Millionen Euro zur Verbesserung der Bildungssituation bereit. Davon fließen 635 Millionen Euro in die Grund- und Sekundarbildung, 168 Millionen Euro in die berufliche Bildung. Wie in den 1990er-Jahren ist die Finanzierung von Grundbildungsvorhaben im Verhältnis zu den anderen Bildungsbereichen der wichtigste Bereich. Der Hauptteil der Mittel fließt nach Afrika und Asien.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011