Malawi
Landkartenausschnitt Malawi. Quelle: KfW
Landesinformation:
Mut zu Reformen
Auf dem Kopf balanciert die Frau ein Bündel trockener Zweige, während sie ihr Baby in einem Tuch auf der Hüfte trägt. Das Holz wird eine Woche zum Kochen reichen, sagt sie - was erahnen lässt, wie wenig ihre Familie zu essen hat. Für die meisten Menschen in Malawi ist Holz das einzige erreichbare Brennmaterial. Auch die Tabak- und Teeproduzenten verfeuern es, um ihre Ernte zu trocknen. Jedes Jahr werden 40.000 Hektar Wald vernichtet - eine Fläche so groß wie die Millionenstadt Köln. Das hat katastrophale Folgen: Auf Dürren folgen Überschwemmungen, weil der erodierte Boden kein Wasser speichert. Die Ernten fallen schlechter aus, weshalb noch mehr Wald gerodet wird, um Ackerland zu gewinnen. mehr
Förderschwerpunkte:
Arbeiten am Fundament
Zu viert hocken Jungen und Mädchen in Bänken, die eigentlich nur Platz für zwei bieten. Der Klassenraum ist voll gestellt, dem Lehrer bleibt ein knapper Meter zwischen Tafel und erster Reihe. 70 Kinder, die hellblaue Kittel als Uniform tragen, lernen das englische Alphabet. Gegen Ende des Schuljahres werden es vielleicht nur noch 50 sein, dann können sie in den Bänken auseinander rücken. Hohe Abbrecherquoten sind die Regel an malawischen Grundschulen. 25 Prozent der Mädchen und 21 Prozent der Jungen beenden ihre Schullaufbahn, bevor sie die erste Klasse abgeschlossen haben. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat deshalb die Stärkung der Grundbildung zu einem ihrer Hauptziele in Malawi erklärt. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Gesundheitssektor und die Dezentralisierung. mehr
Projekte und Programme:
Damit weniger Kinder und Mütter sterben
Die Freude über eine Schwangerschaft kann in Malawi ganz schnell in Trauer und noch größere Armut umschlagen. Nur in den ärmsten Entwicklungsländern der Welt sterben so viele Säuglinge und Mütter während oder kurz nach der Geburt. Das Land ist mit einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 325 US-Dollar eines der ärmsten Länder der Welt. In ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung oft schlecht bzw. nicht vorhanden und so entbinden Frauen häufig zu Hause unter mangelhaften medizinischen und hygienischen Verhältnissen und ohne Arzt oder ausgebildete Hebamme. Bei 100.000 Lebendgeburten sterben 1.100 Mütter - eine der höchsten Sterblichkeitsraten weltweit. Zudem sterben 72 von 1.000 Säuglingen. mehr