Syrien

Landkartenausschnitt Syrien

Landkartenausschnitt Syrien. Quelle: KfW

Aufgrund der Verschlechterung der Menschenrechtslage in Syrien hat das BMZ im Mai 2011 beschlossen, die staatliche Entwicklungszusammenarbeit mit Syrien auf unbestimmte Zeit weitgehend auszusetzen. Bereits Ende April 2011 hatten alle deutschen Experten Syrien verlassen. Das entspricht auch der Politik der EU: Durch die EU-Ratsschlussfolgerung vom 23. Mai 2011 wurde beschlossen, die Instrumente der Europäischen Nachbarschaftspolitik mit Syrien zu suspendieren.

Landesinformation:

Enorme Herausforderungen

Syriens Wirtschaft ist stark abhängig vom Erdöl und der Landwirtschaft - es besteht die dringende Notwendigkeit, die Wirtschaft zu diversifizieren, da die Einnahmen aus der Ölförderung aufgrund sinkender Produktion abnehmen und die Landwirtschaft enormen wetterbedingten Schwankungen unterliegt. Das Land, das vor einigen Jahren den Weg zu einer sozialen Marktwirtschaft eingeschlagen hat, sieht sich weiteren Herausforderungen gegenüber: umfassender Reformbedarf in Wirtschaft und Verwaltung, hohes Bevölkerungswachstum gepaart mit zunehmendem Druck auf den Arbeitsmarkt, drohender Anstieg von Armut, Umweltprobleme und immer knapper werdende Wasserressourcen. Beim Schutz dieser Ressourcen und der Verbesserung der Einkommenschancen, vor allem von ärmeren Bevölkerungsgruppen, setzt die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) der KfW Entwicklungsbank mit Syrien an. mehr


Förderschwerpunkte:

Ein Land im Wasserstress

Syrien besteht überwiegend aus Trockengebieten und Halbwüste. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von über 500 Millimetern an der Küste bis zu weniger als 200 Millimetern im Südosten des Landes, gehört Syrien zu den Ländern, die unter Wasserstress leiden. Wasserknappheit und zunehmende Qualitätsprobleme haben negative Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung und begrenzen die wirtschaftliche Entwicklung zusehends. Die ökologisch nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen bildet daher den Sektorschwerpunkt der FZ mit Syrien. Im Auftrag der Bundesregierung finanziert die KfW Entwicklungsbank Investitionen im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung und unterstützt im aktiven Dialog mit der syrischen Regierung wichtige Sektorreformen. Darüber hinaus fördert die FZ die Entwicklung des in Syrien noch sehr jungen Mikrofinanzsektors mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. mehr


Projekte und Programme:

Wasser knapp, Bevölkerung wächst

Die Verschmutzung des Grundwassers sowie hohe Wasserverluste in maroden Netzen führen dazu, dass besonders in syrischen Großstädten die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser immer schlechter wird. Das dringend notwendige Wasserressourcenmanagement wird von den zuständigen Institutionen bisher nur unzureichend wahrgenommen. Im Programm "Wasserverlustreduzierung Aleppo" werden Investitionen in die Wasserinfrastruktur der Stadt Aleppo mit einer begleitenden Maßnahme zur Stärkung des Wasserversorgers ergänzt, um die hohen Wasserverluste einzudämmen und so die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung Aleppos mit Trinkwasser zu sozialverträglichen Preisen zu erreichen. mehr

Finanzdienstleistungen für Kleinstunternehmen

Die syrische Wirtschaft ist geprägt von Kleinst- und Kleinunternehmen, die oft als Einzelunternehmen geführt werden und im nicht regulierten Sektor tätig sind. Da der Zugang dieser Unternehmen zu Finanzdienstleistungen im formellen Bankensektor stark eingeschränkt ist, schöpft der Privatsektor sein Wachstums- und Beschäftigungspotential bei weitem nicht aus. Eine verbesserte Kreditversorgung durch die First MicroFinance Institution Syria , die von der KfW in Kooperation mit weiteren internationalen Partnern unterstützt wird, ermöglicht den Unternehmen nun, mit kleinen Investitionen ihre Ertragskraft zu stärken, ihr Einkommen zu erhöhen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. mehr