Jemen

Landkartenausschnitt Jemen

Landkartenausschnitt Jemen. Quelle: KfW

Seit Anfang des Jahres 2011 haben interne Auseinandersetzungen stark zugenommen. In allen größeren Städten ist es zu Unruhen mit insgesamt Hunderten Toten gekommen. Die Regierung hat über weite Teile des Landes die Kontrolle verloren. Sie wurde im März vom Staatspräsidenten Saleh entlassen, nachdem bereits mehrere Minister zurückgetreten waren. Staats-Präsident Saleh hat Anfang Juni 2011 den Jemen zu einer Krankenhausbehandlung in Saudi-Arabien verlassen, nachdem er zuvor bei einem Angriff schwer verletzt wurde. Die weitere innenpolitische Entwicklung ist vorerst offen.

Aus Sicherheitsgründen und aus politischen Gründen hat die Bundesrepublik Deutschland das gesamte entsandte Personal aus dem Jemen evakuiert. Neue Zusagen für Entwicklungsvorhaben erfolgen vorerst nicht. Die laufenden Entwicklungsprojekte, die der ärmeren Bevölkerung unmittelbar zu Gute kommen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Familienplanung und Ernährungssicherung, werden - soweit möglich - zunächst auf Ortskraftebene beziehungsweise in Fernsteuerung fortgesetzt.

Landesinformation

Jemen - Land in der Krise

Der Jemen ist in vielerlei Hinsicht das Schlusslicht unter den Ländern der Arabischen Halbinsel. Die weit verbreitete Armut des Landes steht in krassem Gegensatz zum scheinbar grenzenlosen Reichtum der benachbarten Golfstaaten. Eine besondere Belastung droht dem Jemen durch die akute Wasserkrise im Land. Für viele Jemeniten geht es nicht mehr um die Frage, ob die Krise kommt, sondern wann der letzte Tropfen verbraucht ist. Alleine in der Hauptstadt Sana´a sinkt der Grundwasserspiegel jährlich um sechs bis acht Meter. Die jemenitische Regierung hat die Herausforderungen erkannt und eine mit internationalen Partnern abgestimmte Strategie erarbeitet. mehr


Förderschwerpunkte:

Wasserkrise abwenden, Schulen bauen

Deutschland fördert die Entwicklung des Jemen seit über 40 Jahren im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Bundesrepublik gehört mit den USA und Großbritannien zu den größten bilateralen Gebern. Die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) der KfW Entwicklungsbank konzentriert sich im Auftrag der Bundesregierung vorrangig auf die Sektoren Wasser und Bildung, unterstützt daneben aber auch die armutsrelevanten Bereiche Gesundheit und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Seit dem starken Anstieg der Lebensmittelpreise in 2008, die bei Teilen der Bevölkerung zu Versorgungsengpässen geführt hat, beteiligt sich die KfW ebenfalls an Nahrungsmittelprogrammen über das World Food Programme der Vereinten Nationen. mehr


Projekte und Programme:

Weltkulturerbe schützen

Zabid, in der jemenitischen Ebene der Tihama, war einst ein Zentrum islamischer Geschichte und ein bedeutendes regionales Wirtschaftszentrum. Mangelnde Infrastruktur, fehlende Entwicklungspläne und Denkmalspflege haben zum wirtschaftlichen und städtischen Verfall von Zabid beigetragen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) investiert die KfW Entwicklungsbank im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) in die Abwasserentsorgung der Stadt und die Erhaltung der historischen Bausubstanz. mehr

TV-Spots für Empfängnisverhütung

Ein Thema wie Empfängnisverhütung ist im islamisch geprägten Jemen ein Tabu. Der Glaube bestimmt, dass jedes Leben gewollt ist. Doch Familienplanung ist wichtig im Jemen. Das hohe Bevölkerungswachstum macht alle Entwicklungsfortschritte zunichte. Jede Frau bringt im Durchschnitt zwischen sechs und sieben Kinder zur Welt. Das ist eine der höchsten Geburtenraten der Welt. Die Bevölkerung ist seit 1994 binnen 15 Jahren von 14,5 auf 23 Millionen explodiert. Die Hälfte der Menschen im Jemen ist unter 16 Jahren alt, drei Viertel unter 25. mehr

Stand: Juli 2011