Projekt - Naturschutzgebiete in Amazonien
Brasilien - Grüne Barriere gegen Entwaldung
Schutzgebiete - erhalten Arten und Wälder. Quelle: KfW / Fotograf: Jürgen Kern
Die Regenwälder Amazoniens sind die größten der Welt. Sie beherbergen eine außergewöhnliche Artenvielfalt und sind für das globale und regionale Klima von überragender Bedeutung. Seit Beginn der Erschließung Amazoniens in den 1960er Jahren wurden weite Teile des Regenwaldes unwiederbringlich zerstört. In den letzten Jahren hat die brasilianische Regierung verstärkte Anstrengungen zum Schutz der Wälder unternommen. Neben anderen Maßnahmen wurden große Flächen in Amazonien unter Naturschutz gestellt. Im Rahmen des Programms ARPA wird sie dabei von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt.
ARPA ist das weltweit größte Naturschutzvorhaben. Es wurde 2002 von der brasilianischen Regierung ins Leben gerufen mit dem Ziel, 60 Millionen Hektar Regenwald unter langfristigen Schutz zu stellen. Seitdem wurden bereits mehr als 24 Millionen Hektar Schutzgebiete neu ausgewiesen. Insgesamt werden heute aus den Mitteln des Programms mehr als 60 Schutzgebiete mit einer Fläche von rund 35 Millionen Hektar gefördert – das entspricht der Fläche Deutschlands.
Parkverwaltungen und Managementpläne
Damit die Schutzgebiete nicht nur auf dem Papier existieren, investiert ARPA kräftig in den Aufbau und die Ausrüstung von Parkverwaltungen, die Erarbeitung von Managementplänen und funktionierende Kooperationen mit der lokalen Bevölkerung. Auf 160 Millionen US-Dollar wird der Gesamtinvestitionsbedarf zur Einrichtung der Schutzgebiete geschätzt. Weitere 240 Millionen US-Dollar werden für die Kapitalisierung eines Stiftungsfonds benötigt, aus dessen Erträgen ab 2012 die laufenden Kosten in den Schutzgebieten mitfinanziert werden sollen.
Gemeinsam mit der brasilianischen Regierung, der Global Environment Facility (GEF) und dem WWF sind - im Auftrag der Bundesregierung - auch die KfW Entwicklungsbank und die GIZ dabei. Die KfW Entwicklungsbank beteiligt sich bislang aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit rund 21,4 Millionen Euro an den Investitionskosten und hat außerdem eine Zusage über 10,0 Millionen Euro für den Stiftungsfonds gemacht. Für eine zweite Phase des Programms, die Mitte 2011 beginnt, stehen weitere 20,0 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit der ansässigen Bevölkerung
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Akzeptanz und aktive Unterstützung der Schutzgebiete durch die lokale Bevölkerung. In vielen Schutzgebieten ist die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die dort lebenden Menschen nicht nur gestattet, sondern ausdrückliches Ziel. Um sicherzustellen, dass wirtschaftliche Nutzung und Schutz Hand in Hand gehen, erarbeiten die Parkverwaltungen gemeinsam mit der Bevölkerung Nutzungskonzepte. Diese legen fest, wo und in welchem Umfang die betroffenen Familien die natürlichen Ressourcen für ihren Lebensunterhalt nutzen dürfen. Und auch in die Schutzstrategie der jeweiligen Gebiete ist die Bevölkerung - für beide Seiten nutzbringend - mit einbezogen.
Im Schutzgebiet Rio Trombetas, helfen Menschen dabei, Schildkrötennester während der Eiablage zu überwachen und zu sichern. Während sie früher die unter Schutz stehenden Schildkröten verkauften, erhalten sie nun für ihre Mitarbeit eine Entschädigung in Form von Geld oder Nahrungsmitteln.
Messbare Wirkungen erzielt
Die Strategie der brasilianischen Regierung, Schutzgebiete gleichsam als „grüne Barrieren“ gegen die Entwaldung einzusetzen, zeigt Wirkung. Studien belegen, dass die neuen Schutzgebiete maßgeblichen Anteil daran haben, dass die Entwaldungsrate in Amazonien zwischen 2004 und 2010 um 75 Prozent gesunken ist – mit positiven Wirkungen für den Erhalt der Biodiversität und den Klimaschutz. Schätzungen zufolge können allein durch die von ARPA geförderten Schutzgebiete bis 2050 Kohlendioxid-Emissionen von 6,6 Milliarden Tonnen vermieden werden - fast das Siebenfache der jährlichen Treibhausgasemissionen Deutschlands.
Naturschutzgebiete in Amazonien (ARPA)
| Land | Brasilien |
|---|---|
| Sektor / BMZ-Förderbereich | Biodiversität |
| BMZ-Projektnummer BMU-Projektnummer |
2001 66 579, 2005 66 018 2098 10 094 |
| Status | in Durchführung |
| FZ-Mittel in Mio. Euro | 27,7 (BMZ) 3,7 (BMU) |
| KfW-Mittel in Mio. Euro | -- |
Weiterführende Informationen
FZ-Engagement im Bereich Naturressourcen und Tropenwald
Stand: Juli 2011