Programm - Waldschutz
Indonesien - Forstpolitik für weniger Emissionen
In Zukunft besser geschützt in Indonesien: intakter Regenwald. Quelle: Marcus Stewen
Etwa zwei Millionen Hektar Wald - etwa die Fläche Hessens - gehen jährlich in Indonesien verloren, illegaler Holzeinschlag führt zu umfangreicher Waldzerstörung. Aufgrund seiner hohen Entwaldungsrate wurde Indonesien als weltweit bedeutender Emittent von Treibhausgasen eingestuft (nach neueren Schätzungen stammen mehr als ein Drittel der indonesischen Emissionen aus Entwaldung). Erste Schritte in Richtung REDD-Demonstrationsmaßnahmen ("Reducing Emissions from Deforestation and Degradation" - Programm zur Emissionsverringerung) werden derzeit in Indonesien unternommen.
Die Regierungen Deutschlands und Indonesiens haben sich im Jahr 2007 darauf geeinigt, "Klimawandel" als einen neuen Schwerpunkt in die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) aufzunehmen. Im Rahmen dieses Schwerpunktbereichs wird das “Programm Wald und Klimaschutz" umgesetzt. Die Implementierung erfolgt durch das indonesische Forstministerium in Zusammenarbeit mit der KfW Entwicklungsbank und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Zunächst werden REDD-Demonstrationsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen entwickelt und getestet, die später an die national und international noch zu erarbeitenden Mechanismen angedockt werden können. Zentrale Bedeutung haben dafür zunächst die Auswahl von REDD-Demonstrationsmaßnahmen und die Auswertung erster Erfahrungen bei ihrer Umsetzung.
Diese REDD-Demonstrationsmaßnahmen - von der KfW Entwicklungsbank, der GIZ und anderen Gebern (zum Beispiel Kalimantan Forest Climate Partnership, AusAID) entwickelt und finanziert – gehören zu den ersten REDD-Projekten "on the ground" sowohl in Indonesien als auch weltweit. Sie sollen zeigen, dass lokale Entwicklung, nachhaltige Forstwirtschaft, Erhalt der Biodiversität und Klimaschutz Hand in Hand gehen können.
Alternativen zum Holzeinschlag
Die indonesische Regierung wird darin unterstützt, ihre Strategie für den Bereich Forstwirtschaft und Klima durch REDD-Demonstrationsmaßnahmen konkret umzusetzen. Dabei sollen im Einklang mit den Zielsetzungen der indonesischen Politik die derzeitigen Forstreformen unterstützt und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft beigetragen werden. Das beinhaltet auch die Schaffung von Einkommensquellen für die betroffene Bevölkerung. Zielgruppe des Programms ist in erster Linie die lokale Ebene (Distrikte, private Organisationen, Dörfer/Kommunen). Die Unterstützung der Forstverwaltung und die Verbesserung der Lebensgrundlagen armer, vom Wald abhängiger Dorfgemeinschaften sind Bestandteile des Gesamtansatzes.
Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des der Testphase sowie die Replizierbarkeit der Maßnahmen. Dabei bilden die indonesischen Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels (zum Beispiel Nationaler Aktionsplan zum Klimawandel), die Reformpläne für den Forstsektor und die Ergebnisse der Initiativen anderer Geber (wie beispielsweise Norwegen) den Rahmen des Programms. Ziel der REDD-Demonstrationsmaßnahmen ist es, wirtschaftliche Alternativen zur Entwaldung zu schaffen und die individuellen Kosten-Nutzen-Abwägungen durch finanzielle Anreize zu beeinflussen. Vielerorts liegen die Gründe für Entwaldung jedoch nicht allein im Forstsektor so dass allein finanzielle Anreize die Waldnutzung nicht ändern werden. Ebenso müssen technische, soziale, regulatorische und institutionelle Aspekte berücksichtigt werden (wie Landnutzungsrechte, Bekämpfung illegalen Holzeinschlags, Landnutzungsplanung, Partizipation, Reform der Forstverwaltung und Einrichtung von sogenannten "forest management units"). Die Ursachen von Entwaldung und Degradierung in verschiedenen Regionen sind unterschiedlich und machen differenzierte, maßgeschneiderte Strategien nötig.
Konkrete Maßnahmen
Das Programm wird in mehreren Phasen umgesetzt: In Phase I (2008 - 2010) wurden die Grundlagen des Programms vorbereitet. In der anschließenden Phase II (2011 - 2017) werden die Demonstrationsmaßnahmen vorbereitet und vor Ort umgesetzt, um es gleichzeitig zu ermöglichen, wichtige Erfahrungen im Hinblick auf die Einführung international abgestimmter REDD-Regelungen in der Post-Kyoto-Ära zu sammeln.
Die wichtigsten Aktivitäten betreffen die Unterstützung der indonesischen Seite in folgenden Bereichen:
- Schaffung von Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene und in ausgewählten Distrikten, Unterstützung der Reform der Forstverwaltung, Festlegung von Referenz-Emissionsniveaus (Baselines für Kohlenstoffemissionen);
- Identifizierung von Projektteilnehmern und Umsetzung der Aktivitäten vor Ort;
- Entwicklung von REDD-Finanzierungsmechanismen;
- REDD-Monitoring;
- Aufbereitung der ersten Erfahrungen und Ergebnisse aus den REDD-Vorhaben für die nationale und internationale Diskussion;
- Zuschnitt der Vorhaben auf zukünftige Märkte des freiwilligen Emissionshandels;
- Überwachung der Kohlenstoffbestände (Fernerkundung, Feldstudien) - falls nicht von anderen Gebern abgedeckt.
Die Finanzielle und die Technische Zusammenarbeit stellen gemeinsam die notwendigen Mittel zur Verfügung, indem sie zum einen auf die große Erfahrung von GIZ beim Kapazitätsaufbau zurückgreifen sowie zum anderen auf das umfangreiche Know-How der KfW bei der Finanzierung von Projekten im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.
Forstprogramm zur Emissionsverringerung
| Land | Indonesien |
|---|---|
| Sektor / BMZ-Förderbereich | 31220 - Forstentwicklung |
| BMZ-Projektnummer | 2007 66 087 |
| Status | in Durchführung |
| FZ-Mittel in Mio. Euro | 20,0 |
| KfW-Mittel in Mio. Euro | -- |
Weiterführende Informationen
FZ-Engagement im Bereich Naturressourcen und Tropenwald
Stand: Mai 2012