Auswerten und umsetzen
Diskussion der Evaluierungsergebnisse vor Ort
Schulprojekt im Tschad - gemeinsam ein Klassenzimmer bauen. Quelle: Gisela Frommer
Jedes Vorhaben, das bei einer Ex Post-Evaluierung untersucht wird, hat individuelle Besonderheiten. Aber es gibt auch viele Ähnlichkeiten unter den Projekten, insbesondere innerhalb eines Sektors. Deshalb fassen die Gutachter in jedem Ex Post-Evaluierungsbericht in einem gesonderten Kapitel die Schlussfolgerungen zusammen, die über das Einzelvorhaben hinaus zu generellen Handlungsempfehlungen für einen ganzen Sektor, für das Land oder für ein bestimmtes methodisches Vorgehen führen können (Lessons learnt) .
Zielgruppenvertreter, Projektträger und Partnerregierung sind in aller Regel in die Ex Post-Evaluierung vor Ort eingebunden. Das Gutachterteam führt während seines Aufenthaltes vor Ort zahlreiche Interviews mit Schlüsselpersonen und Vertretern der Zielgruppe. Dabei werden nicht nur inhaltliche Fragen besprochen, sondern auch der methodische Untersuchungsrahmen vorgestellt. Zum Abschluss des Aufenthalts vor Ort werden die Ergebnisse der Ex Post-Evaluierung vorgestellt und mit allen Beteiligten diskutiert. Anschließend werden die Hauptergebnisse in einem Abschlussprotokoll festgehalten, das gemeinsam unterzeichnet wird.
Ausführlich diskutiert
Nach der Rückkehr nach Deutschland schreibt das Ex Post-Evaluierungsteam einen detaillierten Bericht, in dem alle wesentlichen Aspekte des Vorhabens (von der entwicklungspolitischen Begründung über mögliche Veränderungen in der Vorhabenskonzeption bis zu den Betriebserfahrungen und Wirkungen) noch einmal beleuchtet und beurteilt werden. Dieser Bericht wird anschließend mit der Projekt führenden Abteilung und dem Management der KfW Entwicklungsbank ausführlich diskutiert und schließlich dem BMZ vorgelegt.
Außerdem werden die wesentlichen Ergebnisse der Einzelevaluierungen in Kurzform an den Projektträger im Partnerland übersandt. Dieser Kurzbericht wird im Internet veröffentlicht, damit auch andere Institutionen und die entwicklungspolitisch interessierte Öffentlichkeit an der Diskussion von Ergebnissen der Entwicklungspolitik teilhaben können.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die konkreten Erfahrungen mit einem Einzelvorhaben in der Finanziellen Zusammenarbeit nicht verloren gehen, sondern im institutionellen Gedächtnis der Organisation KfW erhalten und abrufbar bleiben. Wissensmanagement hat primär damit zu tun, wie Personen in einer Institution mit dem Fundus an Wissen umgehen. Deshalb ist die unmittelbare Auseinandersetzung aller direkt Beteiligten mit den Stärken und Schwächen eines abgeschlossenen Projektes so wichtig für das "institutionelle Lernen".
Stand: Mai 2012