Wasser
Zunehmend gefährdet
Top-Thema auf der Agenda der weltweiten Staatengemeinschaft - die Verfügbarkeit von Wasser. Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotoagentur: photothek.net
Seit 40 Jahren steht das Thema Wasser auf der Agenda der Vereinten Nationen. Eine Reihe von Beschlüssen und Aktionsprogrammen bilden heute den Rahmen für die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit im Wassersektor. Die Agenda 21, zu der sich die Regierungen und viele nichtstaatliche Organisationen auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro im Jahr 1992 bekannten, richtet das Augenmerk auf den Zusammenhang von wirtschaftlicher Effizienz, sozialer Gerechtigkeit und der nachhaltigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlage Wasser.
"Wasser" in der Milleniumserklärung
Ein weiterer Meilenstein in der Integration von Entwicklungsbestrebungen stellt die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen dar, die auf dem Gipfeltreffen in New York 2000 verabschiedet wurde. Die abgeleiteten Entwicklungsziele ("Millennium Development Goals") sind auch für den Wassersektor von Bedeutung. So soll etwa der Anteil der Menschen, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser oder zu sanitären Anlagen haben, bis 2015 um die Hälfte gesenkt werden (MDG 7, Teilziel 10).
Auf dem Weltgipfel für Nachhaltigkeit im Jahr 2002 in Johannesburg wurde unter anderem der Bereich "Grundlegende Sanitärversorgung" dem Katalog der Millennium-Entwicklungsziele hinzugefügt. Die Bundesregierung stellt sich mit dem Aktionsprogramm 2015 explizit hinter dieses Ziel. Sie unterstützt die Entwicklungsländer bei der Erhaltung und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt, der Bekämpfung der Wüstenbildung, der Förderung biologischer Sicherheit und der Gewährleistung der Wasserversorgung sowie beim internationalen Klima- und Waldschutz.
Umfassende Sicht auf Wasserressourcen
Wasser wird in immer mehr Regionen der Welt ein knappes Gut, zum Beispiel in Nordafrika, im Nahen Osten, in einigen Ländern Afrikas oder auch in Asien. Seine Qualität ist zunehmend gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig und regional verschieden: Bevölkerungswachstum, fortschreitende Urbanisierung und Industrialisierung, rasch steigender Bedarf in der Bewässerungslandwirtschaft, ineffiziente Nutzung der Ressource Wasser. Der Klimawandel wird diese Situation regional und saisonal noch weiter zuspitzen. Darum ist eine ganzheitliche Betrachtung der Wasserressourcen notwendig.
Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung
Im Juli 2010 hat die UN-Generalversammlung das Recht der Menschen auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung anerkannt. Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit leistet die KfW Entwicklungsbank einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung dieses Menschenrechts. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Umsetzung der Kernelemente des Menschenrechtes gelegt, das heißt darauf, dass Verfügbarkeit, Qualität, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit der Trinkwasser- und Sanitärversorgung für immer mehr Menschen Realität wird.
Stand: Juli 2011