Klimawandel
Zwischen Flut und Dürre - Kampf gegen den Klimawandel
Mangrovenwälder - weltweit in Gefahr. Quelle: KfW-Bildarchiv / Bernhard Schurian
Vermehrte Überschwemmungen und gewaltige Stürme, Wüstenbildung und zunehmende Wasserknappheit sind bereits Folgen des eingetretenen Klimawandels. Besonders davon betroffen sind viele Entwicklungsländer, wo die Ärmsten der Armen die Auswirkungen der Klimaveränderung schon jetzt unmittelbar zu spüren bekommen. Die Existenzgrundlage der Menschen ist durch Ernteausfälle, die zunehmende Ausbreitung tropischer Krankheiten und unzureichende Wasserversorgung bedroht. Hauptverursacher des Klimawandels sind die Industriestaaten. Sie tragen deshalb beim Klimaschutz eine besondere Verantwortung. Für die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich dieser Herausforderung zu stellen. Zum einen wird ein Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels geleistet (Klimaschutz oder "Mitigation"), zum anderen werden die Partnerländer dabei unterstützt, sich auf den Klimawandel einzustellen (Anpassung an den Klimawandel oder "Adaptation").
Das Engagement der KfW Entwicklungsbank
Die KfW Entwicklungsbank engagiert sich in beiderlei Hinsicht. In zahlreichen Bereichen unterstützt sie Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels durch die Vermeidung von Treibhausgasen. Allein mit den im Jahre 2010 neu zugesagten Vorhaben wird der Treibhausgasausstoß in den Partnerländern um 10,3 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt. Insgesamt entspricht das etwa einem Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands oder den Emissionen der Bewohner der Stadt Köln.
Darüber hinaus unterstützt die KfW die Partnerländer dabei, sich an den Klimawandel anzupassen. Die meisten Umweltfolgen des Klimawandels haben mit wasserrelevanten Phänomenen zu tun: Veränderungen des Niederschlags, Dürre und Desertifikation, Niedrigwasser und Wasserknappheit, Senkung des Grundwasserspiegels, Schmelzen der Gletscher, Anstieg des Meeresspiegels, Sturmfluten und Überschwemmungen. Wasser steht daher häufig im Zentrum von Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Um sich gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen, sind integrierte Ansätze unerlässlich. Anpassungsstrategien und –maßnahmen werden deswegen im Rahmen des integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM) entwickelt und durchgeführt. Bei hohen Unsicherheiten von Klimaprojektionen konzentrieren wir uns auf so genannte "No Regret"- Investitionen, das heißt solche Investitionen, die auch bei ungewissen Auswirkungen des Klimawandels sinnvoll sind. Die KfW Entwicklungsbank fördert in diesem Zusammenhang Aktivitäten in den Bereichen Siedlungswasserwirtschaft, Bewässerungslandwirtschaft, Ökosystemschutz und Katastrophenschutz.
Wissens- und Technologietransfer
Bereits heute finanziert die KfW Entwicklungsbank zahlreiche Projekte, um eine Effizienzsteigerung durch Verlustreduzierung und Nachfragesteuerung zu erreichen, um die Wasserspeicherung zu erhöhen und um das Grundwasser und Oberflächengewässer durch Abwasseraufbereitung zu schützen. Auch in der Bewässerungswirtschaft leistet die KfW einen Beitrag zur Klimaanpassung. Die Erhöhung der Effizienz durch die Einführung neuer Bewässerungstechnologien wie Tröpfchenbewässerung, Beregnung und Wasserverlustreduktion in den Verteilungssystemen (zum Beispiel in Tunesien, Marokko, Ägypten und Ecuador), die Verbesserung der Wasserspeicherung einschließlich kleinerer Dämme (zum Beispiel in Bolivien und Südost-Mauretanien) oder die Abwasserwiederverwendung (zum Beispiel in Tunesien und Jordanien) sind nur einige Beispiele für das Engagement der deutschen FZ.
Weiterführende Informationen
Stand: Juli 2011