Bedeutung für Entwicklung und Armutsminderung

Wasser ist die Quelle des Lebens

Junge Frau trinkt am Wasserhahn

Nicht selbstverständlich: Sauberes Wasser aus dem Hahn. Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotoagentur: photothek.net

Trotz großer Fortschritte seit 1990 müssen weltweit immer noch knapp 1 Milliarde Menschen ohne ausreichend Trinkwasser auskommen, mehr als 2,7 Milliarden Menschen haben keine adäquate grundlegende Sanitärversorgung. Besonders betroffen sind die Armen in rasch wachsenden Stadtrandgebieten und in ländlichen Siedlungen. Die Entwicklung dieser Gegenden wird häufig vernachlässigt. Die Herausforderung besteht darin, Versorgungslösungen zu finden, die sich die armen Haushalte leisten können, die akzeptiert sind und die dauerhaft funktionieren.

Durch hohes Bevölkerungswachstum, rasche Verstädterung, industrielle Entwicklung und den Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft wird Wasser vielerorts zunehmend knapp, meist mit negativen Folgen für Böden und Gewässer (Grundwasser, Flüsse, Seen). Die Übernutzung von Wasserressourcen führt zu einer Absenkung der Grundwasserspiegel und zu einer Versalzung in küstennaher Grundwasserspeicher. Sie führt außerdem dazu, dass ökologisch notwendige Mindestabflüsse in Gewässern unterschritten werden, was zu Problemen wie etwa der Austrocknung von Seen oder Delta-Verlandungen führt.

Klimawandel verschärft Konflikte um Wassernutzung

Nur ein Bruchteil der weltweiten Abwässer aus Industrie und Haushalten wird gereinigt in den Wasserkreislauf zurück geführt. Der größte Teil gelangt unbehandelt in die Gewässer und führt zu schwerwiegenden und teilweise nicht mehr umkehrbaren Verunreinigungen der Wasserressourcen. Auch durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft können Oberflächen- und Grundwasser stark belastet werden. Nur durch kostenintensive Wiederaufbereitung kann das Wasser dann wieder nutzbar gemacht werden.

Es kommt nicht von ungefähr, dass das aus dem Lateinischen abgeleitete Wort "Rivale" ursprünglich "Anlieger am Fluss" bedeutete, heute aber Konkurrenten oder Gegner bezeichnet. Seit jeher und in unzähligen Situationen konkurrieren Wassernutzer miteinander. Die zunehmende Wasserknappheit verschärft den Konflikt um Wasser zwischen den verschiedenen Nutzungsformen noch weiter. Die zwei tiefsten Gräben verlaufen zwischen der Bewässerung in der Landwirtschaft und der Trinkwasserversorgung auf der einen, und der städtischen und ländlichen Wasserversorgung auf der anderen Seite. Hinzu kommen die Auseinandersetzungen zwischen Regionen und Staaten. Weltweit werden mehr als 250 Wassereinzugsgebiete von mehr als zwei Staaten geteilt, mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung leben an oder auf grenzüberschreitenden Flüssen, Seen und Grundwasservorkommen. Größere Wasservorhaben am Oberlauf, wie Bewässerungs- und Wasserkraftprojekte, haben direkte Folgen auf das zur Verfügung stehende Wasser der am Unterlauf lebenden Bevölkerung.

Der weltweite Klimawandel wird die Situation in den wasserarmen Gebieten noch weiter verschärfen. Zunehmende Extremereignisse - extreme Dürren oder Hochwasser - können katastrophale Folgen für die betroffenen Volkswirtschaften haben; sie beeinträchtigen insbesondere das Leben der Ärmsten, welche häufig in den am stärksten bedrohten Gebiete leben oder über die geringsten Ressourcen zum Ausgleich dieser Belastungen verfügen.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011