Stadtentwicklung
Geballte Probleme auf engem Raum
Viele Städte stehen vor dem Verkehrskollaps. Quelle: KfW-Bildarchiv / photothek.net
Seit 2008 leben erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. 2030 werden dort zwei Drittel der Weltbevölkerung leben - vier Milliarden Menschen! Am stärksten werden sich die Städte in den Entwicklungsländern ausdehnen. Nirgendwo sonst wächst die Weltbevölkerung schneller. Städte sind seit jeher dynamische Zentren. Hier entwickeln sich Wirtschaft, Kultur, Politik, sozialer und technischer Fortschritt - die Zukunft der Gesellschaft.
Doch Städte können auch zu einem Moloch werden. In den Entwicklungsländern sind viele Städte nicht einmal in der Lage, alle Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen: Abwässer versickern ungeklärt, das Trinkwasser ist verschmutzt, Müllberge verrotten in den Wohngebieten, es gibt nicht genug günstigen Wohnraum. Viele Stadtverwaltungen haben ungenügend qualifiziertes Personal und kein Geld, um die nötigen Investitionen zu planen und umzusetzen.
Jahrtausend der Städte
Kein Land dieser Erde ist je ohne Urbanisierung zu Wohlstand gekommen. Armut lässt sich UN-Studien zufolge besonders effektiv in Städten bekämpfen. Daher entscheidet sich nicht zuletzt in den urbanen Regionen, ob die Millenniumsziele erreicht werden. Denn hier ballen sich soziale, wirtschaftliche und ökologische Probleme auf engstem Raum. Städtische Entwicklung ist damit für die internationale Entwicklungszusammenarbeit die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Im "Jahrtausend der Städte" gilt es für urbane Zentren, verantwortlich zu wirtschaften, durch nachhaltige Entwicklung Armut zu bekämpfen, Umwelt und Klima zu schützen.
Das oberste Ziel ist, die Lebensbedingungen der armen, städtischen Bevölkerung zu verbessern. Das Engagement der KfW Entwicklungsbank hilft mit, Stadtbewohner mit sauberem und bezahlbarem Trinkwasser zu versorgen, Abwässer zu reinigen, den Müll umweltfreundlich zu entsorgen, Energieversorgung zu gewährleisten und das öffentliche Verkehrssystem klimaschonend auszubauen. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt Stadtverwaltungen aber auch bei ihren Managementaufgaben, beim Wohnungsbau, bei der Gewaltprävention in Armenvierteln, bei der Sanierung ganzer Stadtviertel oder der Erschließung neuer Stadtteile. Zwischen 2006 und 2010 hat die KfW Entwicklungsbank für Stadtentwicklung rund 3,1 Milliarden Euro zugesagt.
Weiterführende Informationen
- FZ Jahresbericht 2010: Städte der Zukunft. Lebendig, lebenswert, leistungsfähig (PDF, 3,8 MB, barrierefrei)
- BMZ Factsheet Stadtentwicklung - deutsch (PDF, 1,5 MB, barrierefrei)
- BMZ Factsheet Stadtentwicklung - englisch (PDF, 1,4 MB, barrierefrei)
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) - Stadtentwicklung
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
- UN-HABITAT
- Cities Development Initiative for Asia (CDIA)
- Cities Alliance (CA)
- Metropolis
- Slumdwellers International (SDI)
- United Cities and Local Governments
Stand: November 2011