Naturressourcen und Tropenwald

Waldschutz im neuen Blickwinkel

Tropenwald und Wasserfälle

Tropenwälder sind wahre Schatzkammern. Quelle: KfW

Die Wälder der Welt bleiben gefährdet: In den Entwicklungsländern gehen jährlich knapp 13 Millionen Hektar - die Fläche Englands - verloren. Von dem Primärwald, der ursprünglich die Erde begrünt hatte, ist nur noch ein kleiner Teil geblieben, vor allem in Südamerika, im Kongo, in Teilen Asiens sowie in Russland und Kanada. Manche Studien bezeichnen den tropischen Regenwald des Amazonas, die größte zusammenhängende Waldfläche der Erde, schon als "Schweizer Käse", weil der Mensch so viele Löcher hineingebohrt und herausgesägt hat.

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Doch neben dem Schatten gibt es auch Licht: In Indonesien und Brasilien werden zwar immer noch Schneisen in das dichte Grün geschlagen, die Zerstörung ist jedoch – auch dank der Unterstützung durch die KfW – merklich zurückgegangen. Auch China und Vietnam melden zarte Erfolge: Hier wächst die Waldfläche wieder. Heute sind Rezepte, wie Entwaldung gestoppt und Bewaldung gefördert werden kann, bekannt. Die Vermeidung von Entwaldung und Walddegradierung hat unter dem Kürzel REDD ( Reducing Emissions from Deforestation and Degradation ) neue Dynamik und neue Verbündete bekommen.

Heim für viele Arten

Artenschutz und Tropenwaldschutz gehen miteinander einher. Denn die Tropen sind wahre Schatzkammern. Sie beherbergen den größten Artenreichtum der Erde. Millionen Tier- und Pflanzenarten - etwa zwei Drittel aller Lebewesen auf dem Land - sind in den tropischen Regenwäldern rund um den Äquator heimisch. Mehrere hundert Baumarten auf einem Hektar sind dort keine Seltenheit.

Und: Tropenwaldschutz hilft dem Klima. Denn Entwaldung ist nach der Energieerzeugung die zweit wichtigste Quelle von Treibhausgas-Emissionen und deshalb sehr bedeutsam für den Klimaschutz. Initiativen zugunsten der Wälder sind probate Mittel gegen die drohende Klimakatastrophe, zumal wenn  sie über Emissionshandel und nationale Tropenwaldschutz-Fonds vorangetrieben werden.

Ökosysteme

Effizienter Schutz der Ökosysteme zielt gleichzeitig auf "klassische Schutzgebiete" und die nachhaltige Nutzung nicht geschützter, aber ökologisch wertvoller Flächen. Dazu gehören neben den Tropenwäldern vor allem Küsten, Binnengewässer und Savannen. Um dauerhaft natürliche Ökosysteme zu erhalten, muss in größeren Zusammenhängen gedacht werden: gegebenenfalls sind interdisziplinäre Ansätze oder Interventionen in "Verursachersektoren" - (etwa Landwirtschaft, Infrastruktur) sogar dringender als reine Schutzvorhaben.


Weiterführende Informationen

Stand: Januar 2012

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