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Projekt - Naturschutzgebiet in Papua Neuguinea

YUS-Naturschutzgebiet - bewaldete Hügel
Blick auf YUS-Naturschutzgebiet

Regenwald und Artenreichtum schützen

Papua Neuguinea gehört zu den artenreichsten Ländern der Welt. Die geographische Isolation und raue Beschaffenheit der Insel Neuguinea bilden die Grundlage für diese einzigartige biologische Vielfalt. Das Land ist zu über 70 Prozent mit tropischem Regenwald bedeckt und beherbergt 5 - 7 Prozent aller weltweit existierenden Arten, darunter etwa 20.000 Pflanzenarten, mehr als 700 Vogelarten und über 230 Säugetierarten. Viele dieser Arten sind ausschließlich auf der Insel Neuguinea zu finden. Dieser außergewöhnliche Artenreichtum und die Regenwälder Papua Neuguineas sind gefährdet durch die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung und durch kommerzielle Interessen (z.B. Holzindustrie, Ölpalmplantagen, Bergbau und Erdölförderung). Es wird angenommen, dass Entwaldung die Hauptursache für klimarelevante Emissionen in Papua Neuguinea darstellt, während andere (industrielle) Sektoren eher unwesentlich dazu beitragen. International wird aufmerksam verfolgt, wie sich das Land um den Erhalt von Regenwald und Artenreichtum bemüht.

Erste "Conservation Area" in Papua Neuguinea

Als eines der ersten Tropenwaldvorhaben im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanziert die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ein modellhaftes Naturschutzgebiet in Papua Neuguinea (PNG). Der Finanzierungsvertrag zwischen der KfW und dem Projektpartner, der US-Naturschutzorganisation Conservation International , wurde am 18. Dezember 2008 in Frankfurt unterzeichnet.

Die Anerkennung des YUS-Schutzgebiets (die Abkürzung YUS steht für die drei Hauptflüsse in der Region – Yupno, Urawa und Som) wurde eine Woche zuvor vom Umweltminister Papua Neuguineas offiziell eingeleitet. Es gilt als erste "Conservation Area", bei der sich Naturschutz und ländliche Entwicklung verbinden sollen und gilt damit als Modell für den Aufbau weiterer Conservation Areas in Papua Neuguinea.

Mittel aus Versteigerung von Emissionszertifikaten

Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMU werden Mittel aus der Versteigerung von CO2-Emissionsrechten für Vorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern verwendet, die einen besonderen Beitrag zum internationalen Klimaschutz leisten. Damit ist Deutschland weltweit das erste Land, welches Einnahmen aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten für klimabezogene Maßnahmen in Entwicklungsländern verwendet.
Papua Neuguinea ist wiederum weltweit aufgrund seiner intakten Regenwälder eines der Schwerpunktländer in der Diskussion um Wald und Klimaschutz. Das Projektgebiet (YUS-Region) gilt als ein bedeutender Kohlenstoffspeicher. Bei einem entsprechenden Schutz dieser Region können die erwarteten CO2-Emissionen reduziert und damit ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Zudem können durch vermiedene Entwaldung, Aufforstungsaktivitäten und Waldfeldbau (agroforestry) die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Region gegenüber dem Klimawandel erhöht werden.

Lebensraum für das Matschie-Baumkänguru

Das YUS-Naturschutzgebiet liegt auf der Huon-Halbinsel im Norden von Papua Neuguinea und gehört zu den ökologisch vielfältigsten Regionen des Landes. So bietet das Gebiet Lebensraum für das nur dort heimische Matschie-Baumkänguru.Die Halbinsel bietet Lebensraum für verschiedenste Arten - sie steht im Mittelpunkt des internationalen Interesses. Die Schaffung des ersten offiziellen Schutzgebietes mit der Fläche von 76.000 Hektar in Papua Neuguinea stellt einen Meilenstein beim Schutz von Regenwald und Artenreichtum dar.

Baumkänguru

Baumkängurus gibt es nur in Papua Neuguinea © Lisa Dabek, Woodland Park Zoo Seattle

Die Schaffung des Schutzgebietes wurde im Rahmen des Tree Kangaroo Conservation Programms und in mehrjähriger enger Zusammenarbeit mit Conservation International und Woodland Park Zoo begleitet. Das Projekt findet breite Unterstützung auf allen Regierungsebenen in Papua Neuguinea und soll als Modell für weitere lokal verwaltete Schutzgebiete dienen. In den nächsten Jahren ist eine Erweiterung des Schutzgebietes auf 120.000 Hektar geplant.

Die lokale Bevölkerung wird einbezogen

Außergewöhnlicherweise gehören in Papua Neuguinea über 95 Prozent der Landflächen den lokalen Kommunen. Damit spielen diese auch eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung über den Erhalt von Regenwald und Artenreichtum. Das YUS-Gebiet umfasst dreizehn Dorfbezirke mit etwa 10.000 Bewohnern, die drei Sprachgruppen angehören. Die Menschen betreiben Landwirtschaft und Jagd für ihren Eigenbedarf. Noch gibt es genügend Nahrung für alle, aber nicht alle können sich medinzische Versorgung und Schulgebühren leisten. Durch die wachsende Bevölkerung wird jedoch in naher Zukunft der Druck auf das Land und die Waldbestände steigen. Bewohner holzen zunehmend Wald ab, um neue Anbauflächen zu gewinnen, problematisch ist auch vermehrtes Jagen unter Nutzung von Feuer, was oft zu unkontrollierten Bränden und Zerstörung von Wald und Lebensraum führt.

Gruppe von Papuas - Kinder und Erwachsenen - sitzend auf einer Wiese

Einwohner im YUS-Gebiet

Im Rahmen des Projektes wird eine Partnerschaft mit den lokalen Gemeinschaften aufgebaut: Die Kommunen verpflichten sich zur nachhaltigen Nutzung von Wäldern und zum Schutz von Artenreichtum und im Gegenzug erhalten sie medizinische Versorgung und Bildungsleistungen. Dabei wird die lokale Bevölkerung direkt in die Entscheidungsprozesse und Verwaltung des Schutzgebietes einbezogen. Die Anwohner erproben selbst Entwicklungsmaßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Naturschutz. Sie profitieren dabei in mehrfacher Hinsicht: sie können ihre Einnahmen steigern, weil Anbaumethoden, Weiterverarbeitung und Vermarktung bestimmter Produkte (z.B. Kaffee) verbessert werden und weil die nötige Infrastruktur zur Verfügung steht; sie erhalten Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und Bildung. Um eine langfristige selbst tragende Verwaltung des Schutzgebietes sicherzustellen wurde ein Treuhandfonds für die Finanzierung laufender Kosten (Gehälter etc.) eingerichtet. So werden Naturschutz und nachhaltige Entwicklung der Projektregion und der Bevölkerung miteinander verknüpft.
Parallel werden im Rahmen des Projektes und in Kooperation mit (lokalen) Universitäten Methoden zur Messung von Kohlenstoffhaushalten, Monitoringkonzepte und Indikatoren entwickelt sowie die Auswirkungen von Klimawandel auf Biodiversität untersucht.

Stand: Januar 2009


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Weitere Informationen

Tipp

Projektinformation mit Videos zum Schutzgebiet und zu den Baumkängurus


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