Engagement der KfW Entwicklungsbank
Schützen und nachhaltig nutzen
Die Entwaldung und den Verlust der Biodiversität gilt es zu stoppen. Quelle: WWF 2011
Deutschland ist über die KfW Entwicklungsbank einer der größten Geber für den Erhalt von Wald und biologischer Vielfalt weltweit. Seit 1990 fördern wir entsprechende Projekte in über 50 Ländern mit einem Gesamtvolumen von über 1,6 Milliarden Euro. Etwa 46 Prozent der Mittel werden in Lateinamerika umgesetzt, 31 Prozent in Afrika und etwa 18 Prozent in Asien. Im Jahr 2010 hat die KfW 18 Finanzierungsverträge mit einem Gesamtvolumen von 129 Millionen Euro neu geschlossen. Zusammen mit unseren Partnern in Entwicklungsländern werden Schutzzonen eingerichtet, die Kontrolle des illegalen Holzeinschlags und die Feuerprävention gestärkt, Landtitulierungen und kommunale Waldbewirtschaftung gefördert. Welche Maßnahmen am effektivsten gegen die Naturzerstörung sind, ist von Land zu Land unterschiedlich.
Unsere Finanzierungsinstrumente: Zuschüsse, Kredite und Kapitalfonds
Die KfW setzt dabei Haushaltsmittel um, vor allem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Dazu kommen Mittel aus Umschuldungen (Debt-for-Nature Swaps). Der überwiegende Teil dieser Mittel fließt in "klassische" Projektfinanzierung: Diese ist geeignet, den anfänglichen Planungs- und Investitionsbedarf von Naturschutzvorhaben abzudecken und gezielte Beiträge zur Erhaltung globaler öffentlicher Gütern zu leisten. Kreditfinanzierungen werden aktuell nur in China und Vietnam eingesetzt, vorrangig im Rahmen von Aufforstungen und Waldbewirtschaftung.
Seit 2007 sind daneben Kapitalbeiträge zu Stiftungsfonds von der Bundesregierung als neues Instrument eingeführt worden. Stiftungsfonds dienen der langfristigen finanziellen Absicherung von Investitionen, vor allem in Naturschutzgebiete: Nur die Kapitalerträge werden zur Deckung laufender Kosten verwandt, das Stiftungskapital selbst bleibt unangetastet. Bislang fördert die KfW im Auftrag der Bundesregierung Stiftungsfonds mit Kapital-" Endowments " von zusammengenommen knapp 50 Millionen Euro. Weitere Vorhaben über 86 Millionen Euro werden gerade vorbereitet.
Schwerpunkte: Schutz, Nutzung und ergebnisbasierte Finanzierung
Zentrales Instrument im Kampf gegen die Entwaldung und den Verlust der Biodiversität ist die Einrichtung und Absicherung von Naturschutzgebieten. Aktuell unterstützt die KfW Entwicklungsbank weltweit über 300 Schutzgebiete - darunter 18 UNESCO Weltnaturerbestätten - in 39 Ländern. Zusammengenommen werden in diesen Zonen knapp 64 Millionen Hektar Wald geschützt. Das entspricht einer Fläche von Frankreich, Belgien und den Niederlanden zusammen. Daneben wird das Engagement beim Schutz von Korallenriffen, Mangroven und Savannen weiter ausgebaut.
Nachhaltige Bewirtschaftung der Naturressourcen ist auch bei reinen Schutzvorhaben ein zentraler Bestandteil. Nur wenn Mensch und Natur gleichermaßen profitieren, ist Naturschutz nachhaltig. Waldbewirtschaftung und Aufforstung steht im Mittelpunkt von vielen Projekten. Alleine in Vietnam wurden seit Anfang der neunziger Jahre über 130.000 Hektar Wald aufgeforstet und rehabilitiert.
Seitdem Waldschutz im Jahr 2005 unter dem englischen Kürzel REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation - Emissionsreduktionen aus Entwaldung und Degradierung) Eingang in die internationale Klimafinanzierung gefunden hat, stehen ergebnisorientierte Zahlungen zunehmend im Zentrum der Debatte um den Schutz der weltweiten Tropenwälder. Das Prinzip von REDD: Klima- und Entwicklungsgelder fließen nur, wenn Entwicklungsländer nachweisen können, dass sie Treibhausgasemissionen durch Waldschutz reduziert haben. Praktiziert wird dies in größerem Umfang in Brasilien, mit Unterstützung durch die KfW. Aktuell fördert die Bundesregierung über die KfW REDD-Programme in Höhe von knapp 150 Millionen Euro in 13 Ländern. Allein die Neuzusagen von 2010 tragen über 20 Jahre zu insgesamt 58 Millionen Tonnen CO2-Emissionsminderung bei.
Weitere Informationen
- Projekt - Brasilien - Naturschutzgebiete in Amazonien (ARPA)
- Projekt - Kamerun - Naturschutz
- Projekt - Indonesien - Wald- und Klimaschutz
Stand: Juli 2011