Bedeutung für Entwicklung und Armutsminderung

Intakte Ökosysteme sind unverzichtbar 

Bauern im Amazonasgebiet bei Herstellung von Maniokmehl

Schutz von Ökosystemen - nur mit den Menschen. Quelle: KfW Bildarchiv / Florian Kopp

Viele Tropenwaldländer gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Über 100 Millionen Menschen, vor allem Indigene und Kleinbauern, leben in Tropenwäldern. Weitere 800 Millionen armer Bewohner ländlicher Gebiete siedeln am Rand von Tropenwäldern oder in Savannen und hängen für ihr Überleben direkt vom Wald ab, der ihnen Feuerholz, Nahrungsmittel und Medizin sowie verkaufbare Produkte liefert.

Intakte Ökosysteme sind unter anderem für den Erhalt der Bodenqualität, die Bereitstellung gesunden Trinkwassers und den Schutz vor Erosion unverzichtbar. Diese sogenannten Umweltdienstleistungen bieten einen enormen auch wirtschaftlichen Wert, der zunehmend berechnet wird, zum Beispiel in der Studie "The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB)".

Bei vielen herkömmlichen, bis in die achtziger Jahre hinein praktizierten Naturschutzansätzen wurde die örtliche Bevölkerung als Bedrohung beziehungsweise Störfaktor betrachtet. Spätestens seit dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio ist jedoch die Entwicklungsdimension des Naturschutzes gerade in Entwicklungsländern allseits anerkannt: Natürliche Ökosysteme können auf Dauer nicht gegen, sondern nur mit der örtlichen Bevölkerung erfolgreich geschützt werden.

Grundsätzlich stehen der Erhalt sowie die nachhaltige Nutzung natürlicher Ökosysteme und die Bekämpfung der Armut in enger Wechselwirkung.

Stand: Juli 2011